Wohnmobil-Dauertest Ahorn Alaska

Ahorn Alaska: Wohnmobil-Test

Die Feuerprobe hat der Alaska bestanden

Alles hat ein Ende – nur der Ahorn hat zwei: Nachdem der erste Dauertestversuch in einem Lkw-Crash endete, fuhr AUTO BILD REISEMOBIL mit dem Nachfolger 43.644 Kilometer durch Europa.
Es gibt immer ein erstes Mal. Im Falle des Ahorn Alaska TD waren es für AUTO BILD REISEMOBIL sogar mehrere Premieren: der erste Dauertest vom pfälzischen Hersteller Ahorn Camp und der erste Renault Master im Dauerlauf. Leider erlebten wir aber auch zum ersten Mal, dass ein Dauertest frühzeitig endete, weil ein unachtsamer Trucker ins parkende Testfahrzeug semmelte. Nach gerade einmal 5523 Kilometern war Schluss. Doch Ahorn schickte umgehend Ersatz, und der Dauertest ging in die zweite Runde. Auf SP-AH 227 folgte SP-AH 25.
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12,3 Liter auf 100 Kilometer waren der Durchschnittsverbrauch

Rekord auf der skandinavischen Landstraße: Kollege Michael Voß drückte den Verbrauch hier auf nur 9,2 Liter.

Es war auch das erste Mal, dass sich der Vermerk "Sehr viel Wohnmobil fürs Geld!" wie ein roter Faden durch das Fahrtenbuch eines Dauertests zog. Besonders die Basis aus Frankreich hat es den Vielfahrern unter den Kollegen angetan. Die Worte "leistungsstark" und "verbrauchsarm" waren auffällig oft zu lesen. Im Durchschnitt schluckte der 170 PS starke Biturbo-Diesel 12,3 Liter auf 100 Kilometer. Auf skandinavischen Landstraßen bei Durchschnittstempo 80 und aktivierter Eco-Taste, die zusätzliche Verbraucher wie die Klimaanlage ausschaltet, kam Kollege Michael Voß sogar auf nur 9,2 Liter – erstaunlich für einen 7,48 Meter langen Teilintegrierten! Und eigentlich auch ganz praktisch, denn den Dieseltank musste sich der Renault mit einer leistungsstarken, aber immerhin genauso sparsamen Webasto-Heizung teilen. Als durchdacht – besonders im Vergleich zum italienischen Platzhirsch Fiat Ducato – erwies sich auch die AdBlue-Anzeige. Zwar piepte und blinkte der Renault Master ebenfalls schon nach geringem Verbrauch (der Harnstofftank fasst 22 Liter), doch die Anzeige im Armaturenbrett gab stets Auskunft über den genauen Füllstand sowie die Restreichweite, die im Display erschien.
Überblick: Alles zum Thema Wohnmobile

Privatsphäre ist an Bord durchaus gegeben

Für die vierköpfige Familie von Redakteur Stefan Novitski ist der Ahorn perfekt.

Dass bei einem solchen Reisemobil-Riesen nicht an Stauraum gespart wurde, war zu erwarten. Beim Ahorn Alaska war er auch noch sinnvoll aufgeteilt: großer Kleiderschrank, Schuhschrank, ausreichend viele Dachschränke und wunderbar tiefe Küchenschubladen. "Dazu kommt noch die große Heckgarage, die man sogar vergrößern kann, wenn man das Bett hochkurbelt. Da haben wir unsere SUP, Fahrräder und den Grill untergebracht. Nur die Surfboards waren zu lang", schrieb Online-Kollegin Vivien Peters nach einer 4000-Kilometer-Tour an die französische Atlantikküste ins Dauertesttagebuch. Einig waren sich unsere Testcamper mit Kindern über den Segen eines abtrennbaren Schlafzimmers. Die Tür des geräumigen Badezimmers ließ sich im Ahorn Alaska nämlich gleichzeitig als Zwischentür zum restlichen Wohnraum nutzen. Stichwort: Privatsphäre. Die hatte im Übrigen auch der Nachwuchs im elektrischen Hubbett, denn um die zweite Schlafstatt verlief ein blickdichter Vorhang. So viel Platz und Komfort im Innenraum hatten allerdings ihren Preis. Womit beim Ahorn gar nicht der Preis in Euro gemeint war – unser üppig ausgestattetes Testfahrzeug kostete 58.689 Euro. Er äußerte sich vielmehr in einem sehr langen und ausschwenkenden Überhang, der während unserer 17 Dauertestmonate vermehrt zu Schäden an der Heckschürze führte.

Stärken Schwächen
- Lebendiger und sparsamer 170-PS-Biturbo-Motor - Nachlassende Spurtreue bei hohem Tempo durch langen Überhang
- Sehr viele Staumöglichkeiten - Teilweise nachlässige Verarbeitung
- Leise und leistungsstarke Dieselheizung - Matratze im Heckbett viel zu dünn
- Durchdachte Aufteilung des großen Wohnraums - Großer Wendekreis
- Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis - Kein vernünftiger Griff zum Zuziehen der Aufbautür

Eine Ersatz-Matratze vom Schweden musste her

Die Matratze ist zu dünn und wird nach kurzer Zeit ersetzt. Ahorn bessert nach.

Das Heck entpuppte sich im Laufe der Zeit leider grundsätzlich als Problemzone: Die Schlösser der Heckgarage waren von Anfang an schwergängig. Eines von ihnen verweigerte zum Testende komplett den Dienst. Das hohe Podest der abgetrennten Dusche ärgerte dagegen vor allem größere Kollegen, denen dadurch die gewünschte Kopffreiheit verloren ging. Die stramme Matratze, die zunächst viel Lob erhielt, erwies sich nach einigen unruhigen Nächten leider doch als viel zu dünn. Doch Glück im Unglück: Durch deren Standardmaße von 1,40 mal 2 Meter ließ sich schnell und günstig Ersatz im schwedischen Möbelhaus finden. Und wie sieht's damit bei den neuen Modellen aus? Alexander Reichmann, Geschäftsführer von Ahorn Camp, sagt: "Viele Kritikpunkte haben wir in dem Alaska 2020 längst bereinigt. So wurden die Matratzen verstärkt und das als kalt empfundene LED-Licht durch wärmeres ersetzt. Auch die Aufbautür haben wir verbessert. Zum einen gibt es ein neues Doppelschlosssystem und zum anderen einen größeren Handgriff zum Schließen von innen. Statt der anfälligen Arretierung hält die aufgeschwungene Tür nun mithilfe von Magneten." Für Ahorn war es das erste Mal seit der Neuausrichtung der Firma im Jahr 2013, dass ein Reisemobil in den harten Dauertest ging. Wir sagen: Mach's noch einmal, Ahorn!

Wohnmobil-Dauertest Ahorn Alaska

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Fazit von Jenny Zeume: Die Feuerprobe hat der Alaska bestanden! Ein paar Auffälligkeiten gab es allerdings. Wenn Ahorn viele davon in den neuen Modellen wirklich abgestellt hat, hat der Alaska Potenzial zum Vier-Sterne-Mobil. Am Ende bleibt uns der Pfälzer mit italienischen Wurzeln als tolles Familienmodell mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis in Erinnerung. Urteil: 3,5 von fünf Punkten.

Technische Daten
Motorisierung Renault Energy dCi 170
Leistung 125 kW (170 PS) bei 3500 U/min
Hubraum 2299 cm3
Drehmoment 380 Nm bei 2750/min
Höchstgeschwindigkeit 161 km/h
Getriebe/Antrieb Sechsgang/Vorderrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 80 l/Diesel
Länge/Breite/Höhe 7480/2370/2950 mm
Radstand/Bereifung 4006 mm/225/65 R 16 CP
Leergew. fahrbereit/Zuladung (Testmobil) 3030/470 kg
Anhängelast (gebremst/ungebremst) 2000/750 kg
Material Wand/Dach/Boden GFK/GFK/GFK
Stärke Wand/Dach/Boden 30/30/41 mm
Isolierung Wand/Dach/Boden alles Polystyrol
Liegefläche Hubbett L x B 2000 x 1250 mm
Liegefläche vorn unten L x B 2000 x 1060 mm
Liegefläche Heck L x B 2000 x 1550 mm
Kühlschrank/inkl. Eisfach 100/45 l
Herd 3 Flammen
Bordbatterie 80 Ah
Frisch-/Abwassertank 100/130 l
Gasvorrat/Heizung 2 x 11 kg/Webasto AirTop 4000
Preis ab 44.900 Euro (2018)
Testwagenpreis 58.689 Euro
Testverbrauch 12,3 Liter D/100 km
Kilometerstand bei Testbeginn 627 km


Autor: Jenny Zeume

Stichworte:

Camping

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