Wohnmobil-Test Ahorn Van City

Ahorn Van City: Wohnmobil-Test

Stadt-Gespräch

Städtereisen sind so beliebt wie nie. Für Wohnmobilfans bieten sich in diesem Fall wendige Camper wie der Van City als ideale Begleiter an. Ist sein Name Programm oder taugt er auch für die große Fahrt?
Knuffig sind sie, die kleinen Camper vom Schlage eines Crosscamp oder eines Pössl Campster. Und obendrein auch praktisch, denn mit ihren kompakten Abmessungen wieseln sie so wendig durch den Alltag wie ein herkömmlicher Van. Nur bei manchen Tiefgaragen und Parkhäusern kann's eng werden. Das gilt unter anderem für den neuen Ahorn Van City auf Basis des Renault Trafic. Mit einer Höhe von 2,03 Metern passt er zwar in viele, aber nicht in alle. Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch die Speyerer Marke Ahorn um ihren umtriebigen Chef Alexander Reichmann in diese Nische vorstoßen würde. Immerhin zählt die Firma nach eigenen Angaben zu den am schnellsten wachsenden Reisemobil-Unternehmen Deutschlands und wurde schon mehrfach für diese Dynamik ausgezeichnet.

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Kleinen Nachteile der Kompaktheit sind zu verzeichnen

Bauartbedingt: Sind Aufstelldach und Blende zu, bleibt nur wenig Kopffreiheit

Das ist er: Ein nett gestalteter und auf den ersten Blick sauber verarbeiteter Camper mit großer Schiebetür und praktischen Schiebefenstern sowohl links als auch rechts. Der Aufbau unseres Testmobils vom Beginn der Serienfertigung (es hatte gerade mal 67 Kilometer auf dem Tacho) wirkt mit seinen vielen großen und kleinen Ablagen durchdacht. Praktisch sind zum Beispiel die beiden großen Schubladen unter der Rücksitzbank. Die Vordersitze fühlen sich wulstig an und bieten Großgewachsenen nur wenig Oberschenkelauflage. Das stimmt uns zunächst skeptisch, erweist sich aber beim Fahren als unproblematisch – auch bei längeren Fahrten sitzt man vorne durchaus bequem. Die Kopffreiheit im Wohnbereich ist bauartbedingt bei geschlossenem Aufstelldach und zugeschobener Blende mäßig. Dass es gar nicht so einfach ist, knappen Raum ideal auszunutzen, zeigen die kleinen Nachteile der Kompaktheit: An den Vordersitzen hat der Van City zum Beispiel nur jeweils eine Armstütze (zur Fahrzeugmitte hin, Option). Wer den Fahrersitz drehen will, muss das Lenkrad axial ganz nach vorne schieben und die Handbremse lösen. Alles ein bisschen fummelig, aber selbsterklärend, genau wie der Ver- und Entriegelungsmechanismus des großen Aufstelldachs. Labberig wirken die mit Klettverschlüssen an den Seriensitzen befestigten Sitzbezüge vorn, die farblich auf das Innenraumdesign abgestimmt sind. Sie sind (neben dem vorderen Stoßfänger in Wagenfarbe) Teil des Design-Pakets für 680 Euro.
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Für Komfort und Sicherheit muss man draufzahlen

Die variable Rücksitzbank wird bei Bedarf zu einem zweiten Bett. 1,12 x 1,86 Meter sind allerdings nicht üppig.

Das hat er: Einen attraktiven Grundpreis von 39.500 Euro. Klingt gut, doch wer Wert auf Komfort und Sicherheit legt, muss draufzahlen: Sinnvolle Extras wie Klimaanlage (1490 Euro), Navi-Paket (700 Euro) oder das Chassis-Paket von Renault (2590 Euro) treiben den Preis nach oben. Letzteres umfasst neben einem Beifahrerairbag auch ein MP3- Radio mit Bluetooth-Freisprechanlage, elektrische Fensterheber, elektrisch verstellbare Außenspiegel, Armlehnen, Tempomat, das heutzutage eigentlich obligatorische ESP mit ASR, einen Berganfahrassistenten, Schmutzfänger vorne sowie eine Traktionskontrolle. Bei ihr kann über eine Taste neben dem Lenkrad ein spezieller Modus für besonders weichen Untergrund aktiviert werden. Unser Testmobil hatte zudem das erwähnte Design-Paket sowie die optionale silber-graue Metalliclackierung (890 Euro). Hinzu kommen die Markise (680 Euro) und 17-Zoll-Alufelgen (600 Euro). Überzeugend wirkt die variable Rücksitzbank, die sich an eine Vielzahl von Transportaufgaben anpassen und bei Bedarf zu einem zweiten Bett umfunktionieren lässt – samt Zugriff zu den hinteren Rolloschränken.

Im Eco-Modus ist eine Reichweite jenseits der 1000 Kilometer drin

Der kann nicht nur City: Auch auf der Langstrecke ist der Ahorn ein angenehmer Begleiter.

So fährt er: Mit seiner nicht zu leichtgängigen, direkten Servolenkung und den gut dosierbaren Bremsen fast so wendig wie ein Pkw. Der Renault-typische Digitaltacho und die große Tankanzeige sind auf langen Fahrten eine nützliche Hilfe. Mit dem laufruhigen, durchzugsstarken Renault-Motor und dem gut abgestuften Sechsganggetriebe ist der Ahorn nicht nur in der City, sondern vor allem auf der Langstrecke ein angenehmer Begleiter. Wer den Eco-Modus einschaltet, kann an farblichen Hinweisen ablesen, wie umweltfreundlich er unterwegs ist. Dann sind angesichts des großen Tankvolumens von 80 Litern Reichweiten von über 1000 Kilometern möglich. Die eingetragene Höchstgeschwindigkeit von 177 km/h ist angesichts von 2,4 Tonnen des fahrbereiten Ahorn eher ein theoretischer Wert. Laute Windgeräusche aus dem Dach- und Markisenbereich sind bauartbedingt typisch. Dafür klappert's innen wenig. Wir fuhren noch eine der alten 1,6-Liter-Versionen. Nach dem Trafic-Facelift liefert Ahorn den Van City jetzt mit einem neuen 2,0-Liter-Diesel (120 PS) aus. Optional ist ein 2,0-Liter mit 145 PS (1690 Euro) lieferbar (beide Euro 6d-Temp).

Wohnmobil-Test Ahorn Van City

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Fazit von Redakteur Peter Michaely: In der Stadt ist der kuschelige Van City von Ahorn in seinem Element. Doch auch auf der Langstrecke macht er seine Sache dank seines harmonischen Antriebs gut. Kleiner Wermutstropfen: Der Grundpreis ist zwar niedrig, aber die Basisversion ziemlich karg ausgestattet. Urteil: vier von fünf Punkten.

Technische Daten
Motorisierung Renault Trafic, 1,6-Liter-Diesel
Leistung 92 kW (125 PS) bei 3500/min
Hubraum 1598 cm3
Drehmoment 320 Nm bei 1500/min
Höchstgeschwindigkeit 177 km/h
Getriebe/Antrieb Sechsgang-Schaltgetriebe/Vorderrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 80 l/Diesel
Länge/Breite/Höhe 4999/1956/2030 mm
Radstand/Bereifung 3098 mm/215/60 R 17 C
Leergew. fahrbereit/Zuladung (Testmobil) 2435/465 kg
Anhängelast (gebremst/ungebremst) 2000/750 kg
Material Wand/Dach/Boden Stahlblech/GFK/Stahlblech
Stärke Wand/Dach/Boden 25 mm/k. A./41 mm
Isolierung Wand/Dach/Boden Steinwolle und Polystyrol
Liegefläche oben L x B 1860 x 1310 mm
Liegefläche unten L x B 1860 x 1120 mm
Kühlschrankvolumen 41 l
Herd Zwei Flammen
Bordbatterie 90 Ah
Frisch-/Abwassertank 55/43 l
Gasvorrat/Heizung 1x 2,7 kg/Webasto, Diesel optional
Grundpreis ab 39.500 Euro
Testwagenpreis 50.460 Euro
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