Alkoholtester im Auto: Wegfahrsperre

Alkoholtester im Auto (Alcolock): Pflicht, nachrüsten

Alkoholtest vor dem Losfahren, sonst bleibt der Motor aus!

Vor jeder Fahrt erst einmal ins Röhrchen pusten: Ist der Alkoholgehalt in der Atemluft zu hoch, springt der Wagen nicht an. So funktioniert eine Alkohol-Wegfahrsperre. In wenigen Jahren könnte sie Pflicht sein.
Aufrund von Alkoholfahrten gibt es jedes Jahr viele Unfälle in Deutschland. Allein im Jahr 2018 konnte die Polizei rund 14.000 Unfälle mit Personenschäden mit Alkohol in Verbindung bringen. 244 Personen starben. Die EU zieht deshalb verpflichtende Alkoholtests vor jeder Fahrt in Betracht: Mithilfe einer Alkohol-Wegfahrsperre (auch Alkohol-Interlock oder Alcolock genannt) würde der Wagen dann bei einem positiven Alkoholtest gar nicht erst anspringen. Schon ab 2022 sollen alle Neuwagen mit einer entsprechenden Vorrichtung ausgestattet werden, die es erlaubt, eine solche Wegfahrsperre zu installieren. (Alle Infos zur Promillegrenze in Deuschland!)
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Alkohol-Wegfahrsperre: Pusten vor dem Losfahren

Den "Alcoguard" kann man bei Volvo ab Werk ordern.

Mit der Vorrichtung in Neuwagen ab 2022 sind die Alkoholtests vor Fahrtantritt noch nicht verpflichtend. Dabei handelt es sich lediglich um eine Schnittstelle, die es ermöglicht, den Wagen zu einem späteren Zeitpunkt mit einem Alcolock nachzurüsten. Das Prinzip dahinter ist nicht neu: Solche Wegfahrsperren gibt es bereits zum Nachrüsten unter dem Namen "Alcolock". Volvo bietet sogar bereits ab Werk die Option, eine solche Wegfahrsperre einbauen zu lassen.
Bei einem Auto mit Alkohol-Wegfahrsperre muss der Fahrer vor Fahrtantritt in ein Röhrchen pusten. Dabei wird der Alkoholgehalt der Atemluft gemessen, ähnlich wie in der Polizeikontrolle. Das Messgerät ist über eine eigene Steuereinheit mit dem Fahrzeug verbunden. Ist der gemessene Alkoholpegel zu hoch, sendet der Alkoholtester ein entsprechendes Signal ans Fahrzeug, woraufhin die Kraftstoffversorgung gekappt wird oder die Zündung aussetzt. Die Folge: Der Motor springt nicht an.

Kann man zum Einbau eines Alkoholtesters verpflichtet werden?

In Deutschland gibt es aktuell keine rechtliche Grundlage für den verpflichtenden Einbau von Alkohol-Wegfahrsperren. Aktuell widerspricht eine solche Maßnahme dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit sowie dem Eigentumsrecht und dem Recht der allgemeinen Handlungsfreiheit. Gleichzeitig legt das Straßenverkehrsgesetz fest, dass Fahrer, die mit Alkohol am Steuer erwischt werden, "ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen" (§3 StVG) sind. Entsprechend dürfen sie nicht mehr Auto fahren.
Die Forderungen nach Alkohol-Interlocks werden jedoch immer lauter. Und in der Bevölkerung stößt die Maßnahme größtenteils auf Zustimmung. So hat eine aktuelle Umfrage von "Autoscout 24" ergeben, dass etwa 60 Prozent der Autofahrer eine solche Wegfahrsperre begrüßen. Die übrigen 40 Prozent äußerten Bedenken bezüglich Sicherheit (man könnte einfach eine andere Person pusten lassen), Störanfälligkeit und Datenschutz.

Alkoholtester: Pflichten in anderen EU-Ländern

Belgien: Je nach Tatbestand können Richter im Einzelfall die Nachrüstung einer Alkohol-Wegfahrsperre anordnen.
Finnland: Hier sind die Alkohol-Wegfahrsperren in Schulbussen bereits Pflicht. Auf richterliche Anordnung können auch auffällige Fahrer zur Nachrüstung verpflichtet werden. Allerdings nur für ein Jahr. Die Zeit kann auf maximal drei Jahre verlängert werden.
Frankreich: Hier ist jeder Fahrer dazu verpflichtet, einen Einweg-Alkoholtester im Wagen mitzuführen. Autofahrer sollen hiermit im Falle des Falles eigenverantwortlich testen, ob sie noch zum Fahren in der Lage sind. Allerdings wird in einer Kontrolle nicht überprüft, ob ein Alkoholtester im Wagen. Auch ein Bußgeld wird nicht verhängt. Wer jedoch unter Alkoholeinfluss in einen Unfall verwickelt ist, könnte Probleme bekommen, wenn er keinen Alkoholtester dabeihatte.
Niederlande: Sind Fahrer unter Alkoholeinfluss auffällig geworden, werden sie dazu verpflichtet, eine Alkohol-Wegfahrsperre nachrüsten zu lassen. Ihnen wird die Fahrerlaubnis entzogen, bis die Einrichtung eingebaut wurde. Anschließend muss sie mindestens für zwei Jahre genutzt werden, bei weiteren Auffälligkeiten auch länger.
Polen: Das Einbauen eines Alcolocks wird Pflicht, wenn man mit Alkohol am Steuer erwischt wurde. Je nach Schwere der Tat ist auch ein Entzug der Fahrerlaubnis auf Lebenszeit möglich.
Schweden: Hier ist es ebenfalls erlaubt, auffällige Fahrer zum Einbau eines Alcolocks zu verpflichten. Die Technologie kommt hier außerdem bereits in den meisten öffentlichen Verkehrsmitteln und in Regierungsfahrzeugen zum Einsatz.

Alkoholwegfahrsperre nachrüsten

Ein Alcolock kann theoretisch in den meisten Fahrzeugen nachgerüstet werden. Für das Gerät werden aktuell noch etwa 1500 bis 2000 Euro fällig. Dabei ist es wichtig, auf einen renommierten Hersteller zu achten, damit die Messgenauigkeit besonders hoch ist. Hinzu kommen Kosten für den Einbau. Der sollte nämlich in einer Fachwerkstatt durchgeführt werden, da hier Eingriffe an der Fahrzeugelektronik nötig sind. Mit einer Schnittstelle, wie sie von der EU ab 2022 vorgeschrieben ist, wird die Nachrüstung deutlich einfacher und dadurch vermutlich auch günstiger. Wichtig: die Alkohol-Wegfahrsperre muss in einem bestimmten Intervall (alle sechs bis zwölf Monate) neu kalibriert werden. Dafür werden ebenfalls Gebühren fällig.
Für die Selbstkontrolle des Alkoholpegels eignen sich auch einfache Alkoholtester, die nicht mit der Fahrzeugelektronik verbunden sind. Sie können im Wagen deponiert und bei Bedarf genutzt werden.

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Alkohol am Steuer

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