APR Cupra Formentor VZ 2.0 TSI im Test
Meisterstück mit 405 PS: APR Cupra Formentor VZ

Bild: Ronald Sassen / AUTO BILD
Der Stachel saß tief. Zuletzt hatte Tuner MTM mit seinem SQ2 R eine Show abgezogen, den Lausitzring gerockt und längsdynamisch abgeliefert. Kurz nach Erscheinen der Geschichte glüht unser Telefon, APR-Pressesprecher Luca Meoni ist dran, er habe die perfekte Antwort auf das MTM-Auto. Und: Das ginge besser. Mit seinem 405 PS starken Cupra Formentor VZ 2.0 TSI.
Ich: "Hast du dich auch nicht vertan? Wie willst du bitte mit 120 PS weniger den Mayer abledern?" Meoni: "Warte mal ab, das geht!" Na gut, APR hat uns die letzten Jahre nie enttäuscht, also her damit, checken wir das mal.

Beim APR Formentor passt alles! Gewindefahrwerk und Semislicks erlauben extrem enge Linien.
Bild: Ronald Sassen / AUTO BILD
Und dann, an einem Montagmorgen, rollt dieser unscheinbare graue Formentor bei uns auf den Hof. Keine goldenen Räder, keine Kriegsbemalung, keine dicken Spoiler, dafür aber extrem tief. Zwischen Radhauskante und Reifen wenig bis gar kein Platz, hoffentlich hat sich APR nicht bei der Tieferlegung verzockt. Ein bisschen Federweg ist gerade bei hartem Rennstreckeneinsatz immer von Vorteil. Doch dazu später mehr.
Technik statt Show: APR Cupra Formentor VZ 2.0 TSI
Der Tuner glänzt auch hier wie immer mit Technik statt Show. Gemeint sind natürlich die Motorumbauten. Zuerst checken wir das Datenblatt. Unter der Haube werkelt wie bei Mayers SQ2 der gleiche, aus dem VW-Laden bekannte Zweiliter-Turbo-Vierzylinder. In diesem Fall 405 PS und 530 Newtonmeter stark. Die Serie? 310 PS und 400 Newtonmeter.

Typisch APR: erlaubter offener Luftfilter, Motorabdeckung und feinst abgestimmte Motorsoftware für 405 PS.
Bild: Ronald Sassen / AUTO BILD
Wie entsteht die Mehrleistung? Größerer Turbo? Nichts da, hier kommt zum einen die "APR Stage 1+"-Kit-Software zum Einsatz, ergibt schon mal 385 PS. Dazu ein größerer Ladeluftkühler, fertig sind die 405 PS. Dann noch der offene Air-Intake-Luftfilter, Getriebesoftware für schnellere Schaltzeiten und Drehzahlanhebung um 1000 Umdrehungen, das Ganze mit einer Carbon-Motorabdeckung schön verpackt. Im Testwagen ebenfalls verbaut: ein Prototyp der Vierrohr-Sportauspuffanlage.
Technische Daten | APR Cupra Formentor VZ 2.0 TSI |
|---|---|
Motorbauart | R4 |
Aufladung/Ladedruck | Turbo |
Hubraum | 1984 cm³ |
kW (PS) b. 1/min | 298 (405)/5600 |
Nm b. 1/min | 530/3800 |
Getriebe | Siebengang-Doppelkupplung |
Antriebsart | Allrad |
Maße L/B/H | 4450/1992/1481 mm |
Radstand | 2680 mm |
Tank-/Kofferraumvolumen | 55/420-1475 l |
Normverbrauch • CO2 | 8,4 l SP/100 km • 191 g/km |
Testwagenpreis | 70.169 Euro |
Beim Fahrwerk setzt APR auf ein KW Clubsport mit speziellen Federraten. Räder? Hauseigenes, extrem leichtes, geschmiedetes Rund in 9 x 20 Zoll – alle vier. Darauf sind Michelin Cup 2 R in 255/35 R 20 gespannt. Bremse? Serie. Bevor wir checken, was das Setup kann und ob der MTM wirklich schlagbar ist, gehen wir auf den Flugplatz für die Längsdynamik.

Speziell eingestelltes KW-Gewindefahrwerk, leichte APR-Räder, klebrige Michelin Cup 2 R.
Bild: Ronald Sassen / AUTO BILD
Was geht so ein Formentor VZ serienmäßig? 4,9 und 20,1 Sekunden auf 100 und 200. Und das APR-Auto? Per Launch Control wird es vorgespannt und dann abgeschossen. Die zusätzlichen 1000 Umdrehungen mehr tun dem Vierzylinder und den Messwerten gut. Denn das Triebwerk hat nun auch in oberen Drehzahlen spürbar mehr Kraft. So geht es in sage und schreibe vier Sekunden auf 100, die 200 sind in 14,6 Sekunden erreicht, 5,5 Sekunden schneller als die Serie. Okay, der MTM war noch mal flotter, das war aber auch nicht das Ziel von APR. Die wollten auf der Rennstrecke abliefern.
APR Formentor mit 272 km/h Topspeed
Auf dem Weg dahin, Landstraße und Autobahn, hoppelt es natürlich mit dem Fahrwerk, das Ding ist aber verstellbar, kann also auch weicher. Der leistungsgesteigerte Motor verhält sich abseits von abgesperrten Straßen lammfromm, fast wie die Serie. Die Automatik schaltet unmerklich, der Verbrauch hält sich mit 10,1 Litern in Grenzen. Und auf der Autobahn fühlt man sich vor allem auf der linken Spur pudelwohl.

Genau das richtige Maß an Sound-Plus: Der Auspuff klingt kernig, ab und zu knatterig – das brauchte der Formentor.
Bild: Ronald Sassen / AUTO BILD
Der Formentor ist im Nu auf 250, der würde gefühlt auch 280 und mehr laufen, wenn er nicht bei Tacho 272 elektronisch eingebremst würde. Apropos, die Pattex-Wirkung der Cup-2-R-Gummis zeigte sich schon bei den Bremsmessungen. 100–0 km/h in 30,2 Metern, wow! Das Serienauto stand drei Meter später.
Auf dem Lausitzring klebt der Cupra dank der breiten und gripstarken Michelins immer in der Linie. Der Motor könnte hier und da noch mehr PS vertragen, es genügt aber für viel Fahrspaß und guten Speed. Wer will, kann das Heck immer zur produktiven Mitarbeit überreden. Diese Qualitäten transportiert das APR-Auto über das Fahrerlebnis auch bis ins Fahrergebnis, denn mit 1:35,69 Min. zieht er eiskalt am MTM-SQ2 R (1:36,42 Min.) vorbei.
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