Auch Bahncard 50 und 25 werden günstiger
Klimapaket macht alle Bahncards billiger

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Das Klimapaket greift: Auch Bahncard 50 und 25 werden im Februar 2020 günstiger. Wer gerade zugeschlagen hat, profitiert trotzdem.
(dpa/reuters/cj) Das Klimapaket der Bundesregierung hat nicht nur Auswirkungen für Autofahrer, sondern auch Folgen für Bahnreisende: Für Fahrkarten im Fernverkehr wurde der Mehrwertsteuersatz von 19 auf sieben Prozent gesenkt. Das wirkt sich bereits seit Jahresbeginn 2020 auf die normalen Tickets und die Bahncard 100 aus. Bald ist es auch für die Varianten Bahncard 50 und Bahncard 25 so weit: Auch diese Angebote werden für Verbraucher künftig zehn Prozent günstiger. Das sagte Personenverkehrs-Vorstand Berthold Huber am 10. Januar 2020 in Berlin mit Bezug auf eine Einigung zwischen Bund und Ländern.
Gutscheine für benachteiligte Kunden
Der günstigere Preis gilt für alle Bahncards mit Gültigkeit ab 1. Februar 2020. Wer in den kommenden Januar-Tagen seine Bahncard für Februar bestellt, der soll nach dpa-Informationen bereits von den günstigeren Preisen profitieren. Diejenigen, die kürzlich noch zum alten Mehrwertsteuersatz bestellt haben, sollen von der Bahn angeschrieben werden und einen Gutschein in Höhe der Differenz bekommen.
Bahncard 50: 229 statt 255 Euro
Derzeit sind laut Bahn rund 5,2 Millionen Bahncards im Umlauf. Eine Bahncard 25 kostet für die 2. Klasse künftig 55,70 Euro statt 62 Euro, die Bahncard 50 dann 229 statt 255 Euro. Mit der Mehrwertsteuersenkung will die Bundesregierung mehr Menschen zum Umstieg auf die umweltfreundlichere Bahn bewegen. Die Maßnahme betrifft allerdings nur den Fernverkehr, der zu 99 Prozent von der Deutschen Bahn kontrolliert wird. Im Regionalverkehr sind die Preise zum Fahrplanwechsel um durchschnittlich 1,7 Prozent gestiegen.
Das steckt für Autofahrer im Klimapaket
Spritpreis könnte 2026 um 15 bzw. 17 Cent steigen
Bis 2025 soll der CO2-Preis auf 55 Euro pro Tonne (statt 35 Euro) erhöht werden, was eine Spritpreiserhöhung zwischen 15 und 20 Cent nach sich ziehen dürfte. Bis 2026 könnte, gemessen am heutigen Preis, Benzin um 15 Cent, Diesel um 17 Cent pro Liter teurer werden
Ab 2026 sollen ein Stück weit Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. Dies soll über einen Handel mit Verschmutzungsrechten organisiert werden, an dem sich etwa Mineralölfirmen beteiligen. Beschlossen wurde nun ein Preiskorridor zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne CO2. 2027 soll der Preis dann komplett am Markt geregelt werden.
Höhere Pendlerpauschale und Mobilitätsprämie
Die Pendlerpauschale ist ab dem 1. Januar 2021 um fünf Cent auf 35 Cent pro Kilometer gestiegen, allerdings erst ab dem 21. Entfernungskilometer. Seit 2022 gibt es für Langpendler acht Cent mehr als bisher, also dann 38 Cent pro Kilometer. Damit soll sichergestellt werden, dass diejenigen nicht benachteiligt werden, die weiter auf das Auto angewiesen sind. In gleicher Weise soll eine sogenannte Mobilitätsprämie mehr als 200.000 Menschen zugutekommen, die zu wenig verdienen, um von der Pendlerpauschale zu profitieren. Die Pendlerpauschale wird unabhängig vom genutzten Verkehrsmittel gezahlt.
Höhere Kfz-Steuer für Spritschlucker
Fahrer von Spritschluckern wie große SUV oder Limousinen stärker zur Kasse bitten, indem die Kfz-Steuer nach dem CO2-Ausstoß ausgerichtet wird. Bei Neuzulassungen von Autos über 116 g CO2 pro Kilometer greift die Steuererhöhung. Das soll Autokäufer animieren, um Spritschlucker einen Bogen zu machen. Bei Fahrzeugen mit einem Ausstoß von 95 g bis 115 g pro Kilometer stellt das Finanzamt 2 Euro pro g pro km in Rechnung, beim Ausstoß von über 195 g pro km sind es vier Euro.
Förderung von E-Autos
Der Umweltbonus zur finanziellen Förderung von neuen Elektroautos wurde bis 2025 verlängert. Außerdem wurde die Prämie erhöht - und zwischenzeitlich wieder gekürzt. Für Plug-In-Hybride werden nun gar nicht mehr gefördert. Elektroautos sind bis 2025 von der Kfz-Steuer ausgenommen. Ziel: sieben bis zehn Millionen E-Autos und Hybridfahrzeuge bis 2030 in Deutschland.
Ermäßigte Dienstwagensteuer
Die Dienstwagensteuer für die private Nutzung von rein elektrischen Pkw ist von 0,5 Prozent auf 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises gesenkt. Dauer: bis 2030. Beispiel: Der Nutzer eines Dienstwagens mit Verbrennungsmotor im Wert von 50.000 Euro zahlt pro Monat 500 Euro (ein Prozent), der eines Elektrofahrzeugs nur 125 Euro.
Ladesäulen, neue Kraftstoffe
Die Mittel für die Förderung der Ladeinfrastruktur für Elektroautos wurden verdoppelt, auch Wasserstofftankstellen sind dabei berücksichtigt. Kostenpunkt: 5,1 Milliarden Euro. Stärker gefördert werden sollen auch "fortschrittliche" Biokraftstoffe, etwa aus Abfall- und Reststoffen.
ÖPNV und Radverkehr
Der öffentliche Personennahverkehr wird massiv ausgebaut. In den Städten soll bis 2030 die Hälfte der Busse elektrisch fahren, dazu sollen die Takte enger werden. Radschnellwege an Bundesstraßen sollen ausgebaut werden.
Schienenverkehr
Die Mittel für den Aus- und Neubau von Schienenverkehr sollten auf drei Milliarden Euro pro Jahr verdoppelt werden. Zugleich steckt der Bund zusätzliche Milliarden in den Erhalt des zum Teil maroden Schienennetzes. Vorgesehen sind auch mehr längere Güterzüge. Die geplante Mehrwertsteuersenkung für Ferntickets bei der Bahn von 19 auf sieben Prozent soll laut Papier bis 2023 rund 2,2 Milliarden Euro kosten, bis 2030 rund 6,4 Milliarden Euro. Engpässe an Bahn-Knotenpunkten sollen beseitigt werden.
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