Audi A4 Avant (B9): Gebrauchtwagen-Test
Ist der gebrauchte A4 eine gute Premium-Option?

Bild: Christoph Börries/AUTO BILD
Als gehobener Dienstwagen genießt die Mittelklasse von Audi traditionell einen guten Ruf. Der A4 macht seit gut drei Jahrzehnten Firmenvertreter, aber auch Familien und Freizeitaktive mobil. Jetzt fährt die letzte Generation mit der internen Bezeichnung B9 als Neuwagen in Richtung Abstellgleis, der Nachfolger A5 steht schon in den Startlöchern.
Als Gebrauchtwagen erfreuen sich besonders späte Exemplare der 2015 vorgestellten und 2019 gründlich facegelifteten A4-Generation B9 höchster Beliebtheit.
Gut 70 Prozent am Markt sind das Kombimodell Avant
Das ist er: Durch immer beliebtere SUV-Schwestermodelle büßte der A4 an Bedeutung ein. Dennoch ist man mit ihm stets gut angezogen, das Qualitätsniveau gehört zur Spitze seiner Klasse.

Der A4 B9 zeigt das typische Audi-Design: nicht gerade aufregend, aber zeitlos und durchaus elegant.
Bild: Christoph Börries/AUTO BILD
Deutlich gängiger als die Limousine ist hierzulande der elegante Kombi Avant. Unser Fotofahrzeug vom Autohus in Gyhum/Bockel lief im Außendienst und hat somit eine bewegte Dienstwagenlaufbahn hinter sich. Beinahe 130.000 Kilometer in knapp dreieinhalb Jahren sprechen für sich. Der A4 wird oft als schneller und komfortabler Kilometerfresser geschätzt.

Ultrasolide gebauter Innenraum mit guter Ergonomie. Je nach Ausstattung nüchtern-kühl bis luxuriös.
Bild: Christoph Börries/AUTO BILD
Das Ambiente an Bord hängt vom Budget des Neuwagenbestellers ab. Die Basis ist funktional-seriös. Dezent aufgewertet sind die Advanced-, betont sportlich die S-line-Modelle. Ein teures Crossover-Derivat stellt der nur als Avant verfügbare Allroad quattro dar.
Individuell konnte der A4 problemlos zu einem sündhaft teuren Luxusmobil aufgerüstet werden. Details wie Matrix-LED-Licht, jede Menge gut funktionierende Fahrassistenten, Nappaleder-Umfänge, verschiedenste Dekoreinlagen, Bang-&-Olufsen-Hifi-Systeme, Panorama-Glasdach und Fahrwerke mit Dämpferregelung sind entsprechende Highlights.
Technische Daten
35 TFSI | 40 TDI S tronic | 50 TDI quattro tiptronic | |
|---|---|---|---|
Motor | Vierzylinder/vorn längs | Vierzylinder/vorn längs | V6/vorn längs |
Ventile/Nockenwellen | vier pro Zylinder/2 | vier pro Zylinder/2 | vier pro Zylinder/4 |
Hubraum | 1984 cm³ | 1968 cm³ | 2967 cm³ |
Leistung | 110 kW (150 PS) bei 4000/min | 150 kW (204 PS) bei 3800/min | 210 kW (286 PS) bei 3500/min |
Drehmoment | 270 Nm bei 1350/min | 400 Nm bei 1750/min | 620 Nm bei 1750/min |
Höchstgeschwindigkeit | 210 km/h | 240 km/h | 250 km/h |
0–100 km/h | 9,2 s | 7,6 s | 5,3 s |
Tank/Kraftstoff | 54 l/Super | 40 l (54 l opt.)/Diesel | 58 l/Diesel |
Getriebe/Antrieb | Sechsgang manuell/Vorderrad | SiebengangDKG/Vorderrad | Achtstufenautomatik/Allrad |
Länge/Breite/Höhe | 4762/1847/1435 mm | 4762/1847/1435 mm | 4762/1847/1435 mm |
Kofferraumvolumen | 4951495 l | 4951495 l | 4951495 l |
Leergewicht/Zuladung | 1595/520 kg | 1625/550 kg | 1860/525 kg |
Fahrwerke abstimmen können sie in Ingolstadt
So fährt er: Der A4 fährt sich ziemlich oberklassig. Für seine gekonnte Kombination aus sportlichen Genen und hervorragender Langstreckentauglichkeit ist der A4 bekannt. Je nach Konfiguration und Motorisierung sind entweder Frontantrieb oder quattro-Allradantrieb verbaut. Mildhybrid-Technik ist Trumpf und spart Sprit. Zusätzlich zu den bekannten TFSI-Benzinern und TDI-Dieseln gab es noch eine Erdgas-Variante (g-tron).

Der A4 profitiert von seinem recht moderaten Leergewicht.
Bild: Christoph Börries/AUTO BILD
Die Basismotorisierungen namens 30 und 35 (122 bis 163 PS) sind arg vernünftig, lockten neu hauptsächlich Fuhrpark-Controller und Senioren. Spaßiger, gut verfügbar und gebraucht unwesentlich teurer ist der von uns gefahrene 40 TDI mit 204 PS starkem Zweiliter-Common-Rail-Turbodiesel. Für Genussmenschen sind die V6-Varianten eine interessante Option. Sie verschieben Fahrerlebnis und Unterhaltskosten spürbar in Richtung Oberklasse.
Stärken
- Sehr hohes Qualitätsniveau
- Breite Antriebspalette
- Konfigurationsvielfalt enorm groß
Schwächen
- Platzangebot nur durchschnittlich
- Basisausstattung recht nüchtern
- Sechszylinder spürbar teurer im Unterhalt
Schwere Mängel sind eine Seltenheit
Das macht Ärger: Audi gewährt zwei Jahre Neuwagengarantie (optional verlängerbar), drei Jahre Lackgarantie und zwölf Jahre auf den Durchrostungsschutz. Dass schwere Mängel rar sind, belegt 2019 eine glatte 1 als Dauertestendnote für einen A4 2.0 TFSI.
Teils schalten die S-tronic-Doppelkuppler leicht ruppig, die Schaltgetriebe zeigen manchmal Laufgeräusche. TDI-Modelle mit hohen Laufleistungen zeigen oft AGR-Probleme. Die Software des Infotainments ist für Probleme bekannt. Displays im Innenraum können ausfallen. Sieben Rückrufe beim A4 B9 Facelift laut KBA.
Unterhaltskosten
Testverbrauch | 6,4 l D/100 km |
|---|---|
CO2 gem. WLTPZyklus | 137 g/km |
Inspektion | 400800 Euro |
Haftpflicht (16)* | 521 Euro |
Teilkasko (25)* | 788 Euro |
Vollkasko (23)* | 1281 Euro |
KfzSteuer (Euro 6) | 279 Euro |
Ersatzteilpreise*
Startergenerator | 1573 Euro |
|---|---|
Anlasser (AT) | 1368 Euro |
Wasserpumpe | 900 Euro |
Zahnriemen | 779 Euro |
Nachschalldämpfer | 823 Euro |
Kotflügel vorn links, lackiert | 1685 Euro |
Bremsscheiben und klötze v. | 997 Euro |
Infotainmentbildschirm | 1032 Euro |
4 Sommerreifen (Dimension 225/50 R 17 94Y) | 550 Euro |
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