Edle Kombis im Vergleich

Audi A4 Avant, Mercedes C-Klasse T-Modell: Test, Motor Preis

Zwei edle Kombis im Vergleich

Gute Kombis heißen Audi A4 Avant. Oder Mercedes C-Klasse T-Modell. Wir klären im Vergleich, wer besser ist.
Platz 1 mit 544 von 750 Punkten: Mercedes C 220 d T. Der Parade-Kombi: kann buckeln, gediegen reisen. Bedienung simpel, Assistenz und Multimedia auf bestem Stand. Basispreis: 36.652 Euro (Ersparnis bei carwow.de durchschnittlich 5396 Euro.)
Platz 2 mit 539 von 750 Punkten: Audi A4 Avant 40 TDI. Fahraktiv und kultiviert. Aber das unangenehme Anfahrverhalten und das Bedienkonzept mit hohem Touchscreen stören. Basispreis: 35.250 Euro (Ersparnis bei carwow.de bis zu 12.505 Euro.)
Sie wollen Vorzeigetypen sein, Technikvorreiter, moderne Imageträger. Außerdem sind Audi A4 Avant und Mercedes C-Klasse T-Modell äußerst begehrt. Sie sind traditionell beliebte Dienstwagen, gern gesehene Typen auf der Hofeinfahrt. Der Audi A4 Avant mit Zweiliter-Diesel-Maschine, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und variablem Fahrwerk war schon immer ein Garant für Siege in Vergleichstest, nun hat Audi noch einmal feine Kniffe ins Blech gedengelt und vor allem elektronisch schwer aufgerüstet. Für den neuen 190 PS starken A4 Avant 40 TDI quattro S tronic mit neuem Digitalcockpit sind allerdings mindestens 46.500 Euro fällig.

Im C-Klasse T-Modell geht es etwas zügiger voran

Schneller: Beim Sprint und beim Zwischenspurt ist der Mercedes dem Audi immer ein wenig voraus.

Dem gegenüber steht ein Mercedes C 220 d T-Modell 9G-Tronic mit 194 PS starkem 2.0-Vierzylinder, der ab 44.333 Euro zu haben ist. Wie jetzt, Mercedes günstiger? Ja, weil er im Gegensatz zum Audi serienmäßig "nur" Zweiradantrieb (hinten) hat. Als allradgetriebener 4Matic käme er noch mal fast zweieinhalbtausend Euro teurer. Für beide Kombis gilt: Funktionale Fehler konnten wir nicht ausmachen, im Prinzip herrscht sogar so etwas wie ein Unentschieden. Kleine Vorteile T-Modell: Hier entriegeln die Fondsitzlehnen elektrisch, im Audi stört die Ladekante im Kofferraum. Ähnlich dicht beieinander liegen die beiden Kombis auch in puncto Fahrleistung. Logisch, 400 Newtonmeter maximales Drehmoment drücken souverän. Der 4x4-Audi sprintet allerdings minimal langsamer. Auch fühlt sich der Mercedes subjektiv nachdrücklicher und wacher an. Steigen wir voll aufs Gas, vergehen im Audi mehr Gedenksekundenbruchteile, bevor der A4 mit aller Macht losdampft.

Die größte Schwäche des Audi ist der Ampelstart

Ärgerlich: Beim Anfahren nimmt sich der Audi immer einen kleinen Moment – das ist wenig standesgemäß.

Grund: Das maximale Drehmoment im Mercedes liegt etwas früher an, zudem bietet das tadellos funktionierende Neunstufengetriebe der C-Klasse den breiter aufgestellten Übersetzungsfächer. Aus dem (Still-)Stand heraus patzt der A4 dagegen ernsthaft. Subjektiv verschläft er nämlich jeden Ampelstart. Dafür summt der TDI des A4 – bis auf ein prägnantes Nageln bei Teillast – durch die Bank leiser. Überhaupt wirkt das Auto aus Ingolstadt außerordentlich sorgfältig von störenden Außen- und Fahrgeräuschen abgeschirmt. Für die Federung gilt das nicht ganz. Der Audi rollt rundum auf 18 Zoll großen Rädern mit Reifen im 40er-Querschnitt. Die harte Flanken dieser Reifen übertragen Kanten und kleine Absätze deutlich. Das passiert im Mercedes etwas flauschiger. Überhaupt wirkt der Benz, wie es sich gehört. Er federt rundum fehlerfrei, selbst derbste Bodenwellen mampft er kleckerfrei weg.
Die C-Klasse liegt satt, fühlt sich auf positive Weise schwer und unbeirrbar an, die Lenkung ist direkt genug mit passendem Kraftgefühl ohne spitz-nervös rüberzukommen. Im Audi führt die Leichtgängigkeit der Lenkung auf schlechten Straßen und bei schnellerem Tempo leider zu einem entsprechend aufgeregteren Kurs, es braucht einen passenden Faustgriff und mehr Konzentration als im Mercedes. Allerdings: Das macht den A4 beileibe nicht zu einem unsicheren Kombi. Er ist halt nur verspielter, lebendiger.

Vieles lassen sich Audi und Mercedes extra bezahlen

Teuer: Mit der testrelevanten Ausstattung kosten A4 Avant und C-Klasse T-Modell über 50.000 Euro.

Sonst: Bremsen top, Ausweichverhalten bestens, Traktion narrensicher – so geht Kombi in dieser Edelliga! Was gar nicht geht: Das neuere, gleich starke, fast identisch breite und nahezu gleich schwere Auto verbraucht fast einen Liter mehr Diesel im Schnitt! Da hat Mercedes wohl schlicht den schlaueren Antriebsstrang eingebaut. Kommen wir zu dem, was die beiden nicht haben. In der 50.000-Euro-Liga sollten Spartechnik, Sicherheit oder Fahrhilfen eigentlich keinen Aufpreis kosten. Genau das ist aber der Fall. Einen Mildhybridblock über den Riemen-Starter-Generator, der den Verbrauch senken könnte, baut Audi noch nicht in den 40 TDI. Auch das allerneueste Paket an Assistenztechnik oder die voll umfängliche Multimediaversorgung fahren nicht serienmäßig mit. Rund 7400 Euro sind allein fällig, wer den A4 auf höchsten Technikstand inklusive Head-up-Display, 3D-Navigation oder Voll-LED-Licht bringen will. Ähnlich bei Mercedes. Da läppern sich die Aufpreise für beispielsweise Spurführung oder Stauassistenz auf ebenfalls über 7000 Euro. Tolle Autos – aber in voller Pracht arg teuer.
Das Fazit von Jan Horn: "Das ganz neue Auto verliert – weil der 'alte' Mercedes ein rundum gelungener Kombi ist. Der Audi ist ebenfalls klasse. Doch mehr Verbrauch und weniger Komfort kosten Punkte."

Edle Kombis im Vergleich

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