Limousine und Kombi, dazu Allrad, drei Ausstattungen, sieben Motoren – wir liefern den Durchblick für potentielle Audi-A4-Käufer.
Bild: Angelika Emmerling / AUTO BILD
Joachim Staat
Der A4 ist Audis Liebling. Der Bestseller, der Goldesel, weil der beliebte Kombi die Kasse füllt, und der Aufstieg für Jungkunden. Ein Auto, das die Verlockung durch Extras perfektioniert hat. Dahinter steckt manches Paket, das mehr Qual als Wahl bedeutet. Muss alles rein, was die endlose Preisliste anbietet? Hier kommt unser Einkaufsführer.
Der allergrößte Teil der A4-Käufer wählt den Avant
Video: Audi A4 Avant (2015)
Faustdick unterm Blech
1. Größe: Wir sagen Audi A4 und meinen meist den Avant, den 80 Prozent aller Käufer wählen. Das neue Modell streckt sich in beiden Karosserievarianten acht Zentimeter länger als der Vorgänger, der Laderaum des Kombis wuchs auf 505 bis 1510 Liter. Der feine Teppich am Ladeboden sagt: Der Avant wird weniger aus praktischen Gründen gekauft (der VW Passat schluckt deutlich mehr) als aus modischen. Daher akzeptieren die Kunden happige 1850 Euro Aufpreis zum Stufenheck, die aufpreisbereinigt schrumpfen. In der Limousine kassiert Audi für die geteilt umlegbare Rückbank (im Avant Serie) 380 Euro extra! Dabei war der A4 mal Vorreiter, der die praktische Ladeluke in dieser Klasse eingeführt hat. Auf fünf Sitzen sind Limousine und Avant gleich geräumig – auf der Rückbank haben die Knie zwar mehr Luft als früher, aber weniger als im 3er-BMW. Die beiden A4 sprechen eigene Kunden an, abzulesen am Motorenprogramm. Die Limousine startet mit 150 PS im 1.4 TFSI, ist auch als Handschalter zu haben. Der Avant, eher Geschäftswagen, wird in mehr Motorversionen angeboten. Im Sommer folgen der 354 PS starke S4 und ein 120-PS-Basis-Diesel.
Diesen Arbeitsplatz will kaum jemand schlicht haben: Wenn schon Audi A4, dann auch üppig ausgestattet.
Bild: Angelika Emmerling / AUTO BILD
2. Interieur: Der A4 fährt selten nackt vom Hof. Nur 20 Prozent aller Avant-Käufer wählen die Basisversion (Limousine 25 Prozent), obwohl Xenonlicht, Mittelarmlehne und beim Avant die E-Heckklappe Serie sind. Doch 17-Zoll-Räder gibt es erst bei einer der beiden höheren Linien: Jeweils 1900 Euro mehr kosten "design" (12 Prozent) oder "sport" (65 Prozent). "Sport" ist beliebter, weil die empfehlenswerten Sportsitze mit Stoff drin sind. Wer bei "design" Alcantara will, muss die Sportsitze mitbestellen. Das Basisradio sieht mager aus, das kleine, immerhin 1480 Euro teure Navi mit Sieben-Zoll-Display verlockender. Doch die wichtigen Audi-connect-Dienste, die erst Echtzeit-Stauinfo an Bord holen, sind dann nur für drei Monate kostenlos. Im Navi plus für 2680 Euro dagegen für zwei Jahre. Aufpreisbereinigt kostet das große Navi "nur" noch 640 Euro mehr – das bestellen rund 65 Prozent. Ein wenig Psychologie ist auch dabei: Wer will in diesem feinen Schlitten mit dem kleinen Navi herumfahren?
Alle fünf Schritte zu Ihrem passenden Audi A4 finden Sie in der Bildergalerie. Die komplette Kaufberatung mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Online-Heftarchiv.
Kaufberatung Audi A4
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Der A4 ist Audis Liebling. Der Bestseller, der Goldesel – ein Auto, das die Verlockung durch Extras perfektioniert hat. Dahinter steckt manches Paket, das mehr Qual als Wahl bedeutet. Muss alles rein, was die endlose Preisliste anbietet? Hier kommt unser Einkaufsführer in fünf Schritten.
Bild: Angelika Emmerling / AUTO BILD
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1. Größe: Wir sagen Audi A4 und meinen meist den Avant, den 80 Prozent aller Käufer wählen. Das neue Modell ...
Bild: Angelika Emmerling / AUTO BILD
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... streckt sich in beiden Karosserievarianten acht Zentimeter länger als der Vorgänger, ...
Bild: Angelika Emmerling / AUTO BILD
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... der Laderaum des Kombis wuchs auf 505 bis 1510 Liter. Der feine Teppich am Ladeboden sagt: Der Avant wird weniger aus praktischen Gründen gekauft (der VW Passat schluckt deutlich mehr) als aus modischen. Daher akzeptieren die Kunden happige 1850 Euro Aufpreis zum Stufenheck, die aufpreisbereinigt schrumpfen.
Bild: Angelika Emmerling / AUTO BILD
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In der Limousine kassiert Audi für die geteilt umlegbare Rückbank (im Avant Serie) 380 Euro extra! Dabei war der A4 mal Vorreiter, der die praktische Ladeluke in dieser Klasse eingeführt hat.
Bild: Lena Willgalis
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Auf fünf Sitzen sind Limousine und Avant gleich geräumig – auf der Rückbank haben die Knie zwar mehr Luft als früher, aber weniger als im 3er-BMW.
Bild: Angelika Emmerling / AUTO BILD
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Die beiden A4 sprechen eigene Kunden an, abzulesen am Motorenprogramm. Die Limousine startet mit 150 PS im 1.4 TFSI, ist auch als Handschalter zu haben.
Bild: Toni Bader
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Der Avant, eher Geschäftswagen, wird in mehr Motorversionen angeboten. Im Sommer folgen der 354 PS starke S4 und ein 120-PS-Basis-Diesel.
Bild: Toni Bader
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2. Interieur: Der A4 fährt selten nackt vom Hof. Nur 20 Prozent aller Avant-Käufer wählen die Basisversion (Limousine 25 Prozent), obwohl Xenonlicht, Mittelarmlehne und beim Avant die E-Heckklappe Serie sind.
Bild: Angelika Emmerling / AUTO BILD
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Doch 17-Zoll-Räder gibt es erst bei einer der beiden höheren Linien: Jeweils 1900 Euro mehr kosten "design" (12 Prozent) oder "sport" (65 Prozent).
Bild: Werk
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"Sport" ist beliebter, weil die empfehlenswerten Sportsitze mit Stoff drin sind. Wer bei "design" Alcantara will, muss die Sportsitze mitbestellen.
Bild: Roman Raetzke
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Das Basisradio sieht mager aus, das kleine, immerhin 1480 Euro teure Navi mit Sieben-Zoll-Display verlockender. Doch die wichtigen Audi-connect-Dienste, die erst Echtzeit-Stauinfo an Bord holen, sind dann nur für drei Monate kostenlos.
Bild: Lena Willgalis
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Im Navi plus für 2680 Euro dagegen für zwei Jahre. Aufpreisbereinigt kostet das große Navi "nur" noch 640 Euro mehr – das bestellen rund 65 Prozent. Ein wenig Psychologie ist auch dabei: Wer will in diesem feinen Schlitten mit dem kleinen Navi herumfahren?
Bild: Toni Bader
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3. Fahren: Der A4 und ein TDI – das passt auch im neuen Audi bestens, weil der Diesel mit großartiger Laufruhe und feiner Sparsamkeit den Benziner vergessen lässt – vor allem, wenn das Akustikglas für 150 Euro extra auch das letzte Nageln eliminiert hat.
Bild: Angelika Emmerling
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Aber muss es wirklich der stärkste Vierzylinder-TDI mit 190 PS sein, wie ihn gut die Hälfte aller Kunden bestellen? Zumal Audi sich diesen Diesel fürstlich bezahlen lässt. Warum nicht eine Stufe tiefer einsteigen?
Bild: Werk
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Der 3050 Euro günstigere, kleinere TDI zieht auch schon standesgemäß flott weg, die 40 PS Unterschied spürt man erst bei voller Beladung auf der Autobahn jenseits der 160 km/h. Wir empfehlen, dem Luxusaufschlag zu widerstehen: Die 150 PS waren auch schon im Vorgänger eine kluge Wahl – und der war noch schwerer.
Bild: Angelika Emmerling
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Womit wir bei unseren Empfehlungen ankommen. Wer durchschnittlich viel fährt (12.000 Kilometer/Jahr) oder keinen Diesel will, greift zum Einstiegsbenziner, der dank seines Turbos gar nicht so klein ist, wie gerade mal 1,4 Liter Hubraum vermuten lassen.
Bild: Christoph Börries
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Seine 250 Nm Drehmoment schieben ordentlich an, und ruhiger läuft er auch. Wenn die Limousine seltener als Familienlaster dienen muss, bietet dieser TFSI fast die gleichen Fahrleistungen wie der gleich starke Diesel – kostet aber schon satte 4400 Euro weniger. Dafür muss ein Dieselfahrer lange stricken.
Bild: Christoph Börries
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Unser zweiter Geheimtipp ist der große Sechszylinder-Diesel: ein geschmeidiger Exot, der in Zeiten der Hubraumzwerge wunderbar weich und souverän seine Bahn zieht.
Bild: Angelika Emmerling / AUTO BILD
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Zudem verbraucht der 3.0 TDI kaum mehr als die Konkurrenz. Noch ist er mit dem günstigen Frontantrieb zu bestellen, der einen Blick in die Preisliste lohnt. Denn der 218 PS starke V6 kostet gerade mal 350 Euro mehr als ein 2.0 TDI mit Vierzylinder und quattro. Der V6-TDI ist ein A4 für Genießer.
Bild: Angelika Emmerling
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4. Ausstattung: Audis Preisliste ist eine fein verkleidete Schlangengrube – und die Ursache für so manchen Ärger beim Bestellen. So gibt es das Virtual Cockpit (500 Euro), das wichtige Infos ins Blickfeld des Fahrers spiegelt, erst mit dem teuren MMI-Navi für 2680 Euro.
Bild: Toni Bader
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Oder Alcantara nur im Paket mit Sportsitzen und der umlegbaren Rücksitzlehne. Ist das von Audi nun kluge Beschränkung oder Kundenfängerei? Wir führen durchs Programm und sagen, was Sie brauchen – und was Sie getrost weglassen können
Bild: Werk
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Unbedingt: Kaum zu glauben, aber es gibt Extras, die nichts kosten. Deshalb sollte man den Wagenheber oder den 54-Liter-Tank (normal sind 47 Liter) auf jeden Fall mitbestellen. Ab jetzt geht es ins Geld. Das ist bei den Sportsitzen für 330 Euro allerdings gut angelegt. Klasse Halt, straffer Komfort – ein Reiseplus.
Bild: Angelika Emmerling / AUTO BILD
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Das gilt auch für den Regensensor (125 Euro), die populäre Sitzheizung (360 Euro) oder die umlegbare Rücksitzlehne in der Limousine (380 Euro). Wir finden zudem Sitzbezüge aus Leder/Kunstleder für 950 Euro überlegenswert, ebenso das Akustikglas für 150 Euro.
Bild: Angelika Emmerling / AUTO BILD
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Die Automatik ist zu Recht sehr beliebt (Avant: 72,9 Prozent aller Käufer) und vor allem Vielfahrern die 2300 Euro wert.
Bild: Werk
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Schließlich bringt das adaptive Komfortfahrwerk zusätzlichen Genuss auf Langstrecken. Mit 2950 Euro ist das Technology-Paket zwar ein dicker Batzen, ...
Bild: Angelika Emmerling / AUTO BILD
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... fasst aber die für Technikfreunde wichtigen Infotainmentsysteme zusammen und bringt unterm Strich sogar einen Preisvorteil.
Bild: Christoph Börries
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Bloß nicht: Vor dem Sportfahrwerk mit den überharten 19-Zoll-Rädern haben wir schon gewarnt. Das Glas-/Panoramadach (1110/1420 Euro) bringt viel zusätzliches Gewicht ins Auto dorthin, wo man's nicht gebrauchen kann – weit oberhalb des Autoschwerpunkts.
Bild: Werk
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Die hübschen laufenden Blinker (Audi sagt: dynamisches Blinklicht) sind mit 1190 Euro für LED-Scheinwerfer recht teuer. Und: Hände weg vom Klavierlack!
Bild: Privat Julia Winkler
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5. Entscheidung: Unsere Kaufempfehlungen unterscheiden zwischen dem Privatkäufer und dem Dienstwagenfahrer, der meist zum Avant greift und in zwei Typen auftritt. Die Vielfahrer unter den Businesskunden brauchen den souveränen Reisewagen mit hohem Komfort und familientauglichem Kofferraum (also einen 2.0 TDI mit 150 PS), ...
Bild: Roman Raetzke
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... während der sportlichere Typ den Avant als dynamisch-praktische Alternative zum A5 betrachtet. Dann empfehlen wir den 2.0 TFSI mit 252 PS, quattro und flotter Automatik.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
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Der Privatkunde wählt die Limousine und wird mit dem leichten, günstigen Basisbenziner, 150 PS und Handschaltung mehr als satt. Ob es darüber hinaus die Linie "sport" oder "design" sein soll, Metalliclack oder Navisystem, das entscheiden persönlicher Geschmack und Kontostand.
Bild: Angelika Emmerling / AUTO BILD
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Das mögen wir: Auch beim neuen A4 bringt die Qualität des Autobaus wieder viel Freude: außen die schmalen Karosseriefugen sehen, ...
Bild: Werk
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... innen tolle Kunststoffe anfassen, satte Schalter drücken – der A4 ist top in der Verarbeitung, auch schon ab Basisversion.
Bild: Lena Willgalis
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Die Vierzylinder (Benziner wie Diesel) bieten trotz ihrer Power eine Laufruhe und vorzügliche Dämmung, die anderen Nobelmarken bislang fehlt. Nicht zuletzt kämpft Audi mit attraktiven Leasingraten um jeden Käufer.
Bild: Martin Meiners
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Das mögen wir nicht: Dass Audi bei den Extras versteckt Kasse macht. Der letzte Schmuck innen wie außen zieht erst mit Glanz- oder Lichtpaket ein, ...
Bild: Werk
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... schon etwas Chromzierde an der Front kostet Aufpreis. Das machen BMW und Mercedes nicht anders. Sie befeuern und nutzen den Wunsch der Käufer, sich ihr individuelles Auto zusammenzustellen.
Bild: Privat Julia Winkler
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Und hier sind unsere drei Empfehlungen: Der A4 für Sportfans –Avant 2.0 TFSI quattro S tronic. Leistung satt: der stärkste Benziner (bis der S4 kommt), mit Allrad und Automatik ab 47.600 Euro. Alternative: V6-TDI. Der A4 für Sparer –Limousine 1.4 TFSI. Flotte und sparsame 150 PS im Benziner mit Handschaltung, die ...
Bild: Angelika Emmerling / AUTO BILD
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... 32.500 Euro lassen genug Luft für ein paar kluge Extras. Der A4 als Dienstwagen –Avant 2.0 TDI S tronic. Bestellen mit Blick auf Leasingrate und guten Restwert, also den Kombi mit 150 Diesel-PS und Automatik, kein quattro.