Audi A6 (4G): Gebrauchtwagen-Kaufberatung, Diesel, Benziner

Der A6 bietet viel, bereitet kaum Probleme

Der Audi A6 (Typ 4G) gilt als Traumauto, weil er viel her macht. Richtig gut ist der Ingolstädter obendrein. AUTO BILD sagt, wie gut genau. Angebote und Kauftipps!
Der Audi A6 der Baureihe 4G (Bauzeitraum: 2011 bis 2018) gilt als Traum aller Außendienstler und sonstigen Vielfahrer. Kein Wunder, bietet der Ingolstädter doch Leistung und Ausstattung satt. Dazu hat er ein super Image. Und sozusagen ganz nebenbei ist der große Audi auch noch richtig gut. Er bekommt vom TÜV tolle Noten, stellte im Dauertest bei AUTO BILD seine Qualitäten unter Beweis und ärgert auch als Gebrauchter nur äußerst selten seine Besitzer. Trotzdem lohnt es sich, vor dem Kauf alle relevanten Details zu kennen. AUTO BILD fasst sie zusammen.
Hier folgen zunächst drei Angebote aus unserem Gebrauchtwagenmarkt. Bei allen ist im angegebenen Preis eine Gebrauchtwagengarantie schon mit drin: In Magdeburg (Sachsen-Anhalt) wird ein A6 2.0 TDI Avant verkauft. Der schwarze Kombi stammt aus dem August 2014 und hat 125.908 Kilometer auf dem Tacho. Der Händler beschreibt den Wagen sowohl als unfallfrei als auch als scheckheftgepflegt. Schön: Dank Euro 6 eignet er sich für Großstädter. 17.903 Euro müssen investiert werden. In Mitterteich (Bayern) bietet ein Händler einen schwarzen Audi Avant 3.0 TDI an, der 20.850 Euro kosten soll. Dieser Audi wurde im Dezember 2016 zum ersten Mal zugelassen und ist bisher 132.218 Kilometer gelaufen. Auch er wird sowohl als unfallfrei als auch als scheckheftgepflegt beschrieben und kann dank Euro 6 ebenfalls sorgenfrei in der Großstadt bewegt werden. Schließlich steht in Raubling (Bayern) ein Audi RS6 Performance zum Verkauf. Der schnelle Kombi ist in der leuchtenden Farbe "Sepang Blau" lackiert und hat 88.500 Kilometer auf der Uhr. Auch dieser Audi ist laut Anzeige unfallfrei und scheckheftgepflegt. Die Schadstoffnorm Euro 6 schafft auch er. Die entscheidenden Verkaufsargumente dürften aber sein 605 PS starker Biturbo-V8 und sein quattro-Antrieb sein. Der schnelle RS6 schlägt mit 57.899 Euro zu Buche.

Der A6 bietet viel, vor allem unterm Blech

Der Audi A6 (4G) trat massig auf und übertraf seine Konkurrenz in der Größe um ein paar Millimeter.

Der Blick in den aktuellen TÜV-Report zeigt, dass der Audi A6 der Baureihe 4G ein wirklich gutes Auto ist. Die Prüfbilanz ist auch nach sechs Jahren noch beinahe durchgehend grün. Damit sind die Prüfer mit dem großen Auto aus Ingolstadt sehr zufrieden. Der A6 schließt alle vier Prüfkapitel (Fahrwerk, Licht, Bremsen und Umwelt) erfreulich fehlerfrei ab. Allerdings leistet er sich gelegentlich poröse Bremsschläuche. Das ist eine Altlast aus dem VW-Konzern und sollte daher beim eigenen Auto regelmäßig überprüft werden. Vor dem Kauf eines Gebrauchten gilt das erst recht. Zirpt oder knistert es im Innenraum, ist das kein Grund zur Sorge. Dämmungsmaterial arbeitet über die Jahre und irgendwann machen auch besonders leise Autos wie der Audi Geräusche. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, checkt gemeinsam mit dem Händler, ob am Auto der Wahl Rückruf-Aktionen durchgeführt wurden. Wurde ein 3.0 TDI zwischen März und Dezember 2012 gebaut, konnten Öldämpfe die Membran des Bremskraftverstärkers schädigen und zu einem Ausfall führen. Der Dreiliter-Benziner musste wegen möglicherweise undichter Spritleitungen in die Werkstatt. Das Automatikgetriebe Multitronic verhält sich laut TÜV unauffällig. Aber es gab Turboladerschäden beim V6-TDI, weil das Gebläse überhitzen konnte.
Zusätzlich zu seinem massigen Auftritt betört der A6 4G laut TÜV-Report vor allem mit seiner Vielseitigkeit. Er fährt so agil wie ein BMW und zeigt sich so bequem wie ein Mercedes. Mit V6 und Allradantrieb kehrt echtes Oberklasse-Feeling im Ingolstädter Reisewagen ein. Die Lenkung wirkt manchmal eine Spur zu nervös und die Doppelkupplungsgetriebe können bei forciertem Anfahren rucken. Dafür stimmt die Auswahl an Motorisierungen und Ausstattungen. Neben Limousine und Kombi gab es den A6 allroad mit mehr Schlechtwege-Talent. Das viertürige Coupé Audi A7 gehörte ebenfalls zur Modellfamilie. Der Vortrieb war über jeden Zweifel erhaben. Selbst der schwächste A6 war mit 136 PS kaum ein Verkehrshindernis. An der Spitze der A6-Nahrungskette stand aber der RS6 Performance mit 605 PS. 

Der Dauertestwagen entpuppte sich als echter Audi

Der Dauertest dieses A6 verlief fast wie im Märchen. Im Avant steckte alles, was Audi gemeinhin ausmacht.

Auch im Dauertest bei AUTO BILD zeigte sich die Qualität des Audi A6 Typ 4G. Nach beinharten 100.000 Kilometern wirkte der Avant 2.0 TDI frisch wie am ersten Tag. Und er wurde wahrlich nicht geschont, musste eilige Reporter und schwere Fotokoffer aus dem winterlichen Norden Europas in den warmen Süden schleppen. Die Sitze waren noch straff und schonten das Kreuz wie auf den ersten Kilometern, die Leder-Alcantara-Bezüge zeigten keine Stressfalten. Dazu kein Knarzen oder Klappern, sogar der Navi-Monitor surrte noch so präzise in seine Höhle zurück wie am Anfang des Dauertests. Der Blick in den AUTO BILD-Kummerkasten bestätigte diesen Eindruck. Auch die Leser hatten praktisch keine Probleme mit ihren A6 dieses Typs. Der Zweiliter-Diesel überzeugte mit Kraft, Zuverlässigkeit und Sparsamkeit. Dank ordentlich Drehmoment ließ sich der Avant schaltfaul fahren und machte ein automatisiertes Getriebe beinahe überflüssig. Dazu kam er bei sachter Gangart auf einen Top-Verbrauch unterhalb von sechs Litern und dadurch eine Mega-Reichweite von mehr als 1000 Kilometern. Auch der durchschnittliche Verbrauch ließ sich sehen. 7,7 Liter gingen angesichts vieler schneller Autobahn-Kilometer völlig in Ordnung. Am Ende war es nur ein einziger Defekt, der die Note von 1+ auf 1- drückte. Auf der letzten Fahrt fing der Kombi auf einmal an, wie ein Sportwagen zu röhren. Bei der Zerlegung kam die Ursache raus: eine defekte Abgaskrümmerdichtung. Reparaturkosten: gerade mal 350 Euro.
Die Kritik der Redaktion hält sich bei diesem hervorragenden Ergebnis naturgemäß in Grenzen. Es beginnt bei der Aufpreispolitik der Ingolstädter. Der Testwagen hatte Extras im Wert von 20.000 Euro an Bord und man nahm sie kaum wahr. Der sparsame TDI nagelte nach dem Kaltstart unerwartet ruppig-rustikal und der Allradantrieb Quattro fehlte. Dass das eine Frage des an der richtigen Stelle gesetzten Kreuzchens ist, ist klar. Doch der Frontantrieb war auf nasser Fahrbahn unerwartet deutlich überfordert. Dass die Vorderräder beim Anfahren scharren, passt nicht zu einem Auto dieser Preisklasse. Ebenso wenig wie die arg klein geratenen Ablagen im Cockpit einem Reiseauto dieses Kalibers gerecht werden. 

Bei gebrauchten A6 gibt es kaum Probleme

Vor der Garage fährt ein gebrauchter Audi A6 2.0 TDI vor, wenn die Vernunft die Entscheidung trifft.

Wer sich für einen Gebrauchtwagen interessiert, muss eigentlich nur in die Brieftasche schauen. Die Auswahl ist groß, vor allem an den beliebten Dieseln. Die erfüllen ab 2015 die Euro-6-Norm und eignen sich dann problemlos auch für Großstädter. Wer vor allem auf einen kleinen Durst Wert legt, greift am besten zum Zweiliter-TDI. Fürs vollendete Luxus-Feeling sollte es ein Sechszylinder sein. TFSI-Motoren können zu erstaunlichem Öl-Durst neigen. Das Problem hat Audi bisher nicht endgültig in den Griff bekommen. Der RS6 sorgt für Gänsehaut, kostet aber nicht nur im Anschaffungspreis das Vielfache eines Diesels.
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