Es bleibt dabei: Im privaten Sektor hat der Kombi seine Zeit gehabt. Die Lust aufs Zuladen erfüllt das SUV inzwischen auch, und mit der richtigen Motorisierung geht es hier ebenso locker über die Langstrecke. Dennoch erfreuen sich die einstigen Lademeister mit der großen Klappe im Geschäftsbereich großer Beliebtheit.
Hinweis
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So auch Luxusliner wie Audi A6 Avant 40 TDI oder Mercedes E 220 d T-Modell. Nein, von Schnäppchen kann hier keine Rede sein. Für den Audi werden mindestens 61.950 Euro aufgerufen, Mercedes will für den E 220 d sogar 69.550 Euro haben.

Audi bleibt bei altem Feature

Viel Geld, aber dafür stehen hier auch zwei Autos auf ihren 20-Zoll-Rädern, die einiges zu bieten haben. Um dem umfänglich habhaft zu werden, muss man beim Audi allerdings aufmerksam die Optionsliste durchforsten und mit spitzem Bleistift rechnen, beim Mercedes ist vieles Serie, aber längst nicht jede Begehrlichkeit befriedigt.
Audi A6 Avant 40 TDI quattro Mercedes E 220 d 4Matic T-Modell
Wer es möchte, bekommt im Mercedes E-Klasse T-Modell (oben) neben tollen Materialien auch noch die digitale Überdosis. Gute Verarbeitung und schlichte Eleganz zeichnet den Innenraum des Audi A6 Avant aus.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Audi offeriert zum Beispiel noch den Nachtsichtassistenten, der dank eines Infrarot-Wärmebildes Tiere oder Fußgänger im Fahrerdisplay gelb markieren kann. Allerdings schlägt dieser nicht mehr ganz neue Luxus mit 2150 Euro zu Buche.

MBUX ist das überlegene System

Mercedes hat derartige Spielereien schon vor Jahren aus dem Programm genommen. Dafür kann der Interessent ähnlich viel Geld für den MBUX-Superscreen mit einer Selfi-Kamera auf der Armatur und einem Beifahrerdisplay ausgeben. Hier werden 1773 Euro fällig. Was besser oder relevanter ist, dürfte im Auge des Betrachters liegen. Am Ende muss man dem Daimler attestieren, dass er beim Infotainment die Nase ganz weit vorne hat.
Audi A6 Avant 40 TDI quattro Mercedes E 220 d 4Matic T-Modell
Etwas aufgesetzt wirkt der Fahrermonitor in der Mercedes E-Klasse (oben), er brilliert aber mit seiner Grafik und Lesbarkeit. Der Superscreen im Benz ist schon etwas Besonderes, das mit 1773 Euro aber auch seinen Preis hat. Das Fahrerdisplay im Audi A6 Avant ist informativ und sehr gut ablesbar, der Monitor bietet auch animierte Rundinstrumente. Das MMI Touch Response im Audi, mit seinen zwei Monitoren, stammt aus dem Jahr 2018 und wirkt auch so.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Gerade der Sprachassistent ist in diesem Bereich bis dato unerreicht. Mit "Hallo Mercedes" angesprochen, kann er nicht nur virtuell unterstützen, sondern auch mechanisch bei der Sitzeinstellung, dem Öffnen der Fenster oder beim Bedienen der Klimaanlage helfen. Audi ist hier noch auf dem Stand von 2017. Ansprache auf Knopfdruck, arge Verständigungsschwierigkeiten, und die Antworten gibt es per Multiple Choice mit eins, zwei oder drei. Das ist weit von dem entfernt, was im Sternenkreuzer geboten wird.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder 
Vierzylinder, Turbo, Mildhybrid 
Vierzylinder, Turbo, Mildhybrid 
Einbaulage 
vorn längs 
vorn längs 
Ventile/Nockenwellen 
4 pro Zylinder/2 
4 pro Zylinder/2 
Nockenwellenantrieb 
Zahnriemen 
Kette 
Hubraum 
1968 cm³ 
1993 cm³ 
kW (PS) bei 1/min
150 (204)/3800 
145 + 17 (197 + 23)/3600 
Nm bei 1/min
400/1750 
440/1800 
Vmax
241 km/h 
227 km/h 
Getriebe 
Siebengang-Doppelkupplung 
Neunstufenautomatik 
Antrieb 
Allradantrieb 
Allradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
255/40 R 20 Y 
245/40–275/35 R 20 Y 
Reifentyp 
Michelin Pilot Sport 4 
Pirelli P Zero 
Radgröße 
8,5 x 20" 
8,5–9,5 x 20" 
Abgas CO2* 
159 g/km 
151 g/km 
Verbrauch* 
6,1 l D/100 km 
5,7 l D/100 km 
Tankinhalt 
73 l 
66 l 
Kraftstoffsorte 
Diesel 
Diesel 
SCR-Kat/Ad-Blue-Tankinhalt 
Serie/bis 22 l 
Serie/24 l 
Vorbeifahrgeräusch 
68 dB(A) 
67 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
2000/750 kg 
2100/750 kg 
Stützlast 
95 kg 
84 kg 
Kofferraumvolumen 
565–1680 l 
615–1830 l 
Länge/Breite/Höhe 
4952/1886–2110**/1486 mm 
4949/1880–2065**/1469 mm 
Radstand 
2928 mm 
2961 mm 
Grundpreis
61.950 Euro
69.556 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
71.525 Euro
90.066 Euro

Tolle Verarbeitung auf beiden Seiten

Gar nicht weit sind die beiden Kontrahenten voneinander entfernt, wenn man die Verarbeitungsqualität und die verwendeten Materialien betrachtet. In beiden Fällen ist es ein haptisches Vergnügen, im Innenraum die Finger über Armatur, Türinnenverkleidung oder Mittelkonsole spielen zu lassen. Der Audi bietet noch die eine oder andere Taste mehr, im Daimler wird fast alles über den Superscreen geregelt. Das geht gut, am sehr griffigen Lenkrad mit den sensitiven Tasten wird es dann aber etwas zu viel des Guten. Leichteste Berührungen sorgen für nicht immer gewünschte Reaktionen.
Audi A6 Avant 40 TDI quattro Mercedes E 220 d 4Matic T-Modell
Die Multikontursitze für 3921 Euro extra sind extrem teuer, aber auch unschlagbar bequem in der Mercedes E-Klasse (links). Die Sportsitze im Audi A6 Avant kosten 635 Euro extra, sind ihr Geld aber auf jedem Kilometer wert.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Das ist bei Audi mit den herkömmlichen Lenkradtasten zielgenauer, weniger fehlerbehaftet und dennoch premium. Ansonsten fühlt man sich in beiden Fahrzeugen fein in die Sport- und Komfortpolster integriert. Hier wie da werden guter Seitenhalt und ausgezeichneter Langstreckenkomfort geboten. Wer groß gewachsen ist, dürfte sich in der zweiten Reihe des Mercedes noch ein bisschen besser aufgehoben fühlen.
Mercedes E-Klasse T-Modell: Gebrauchtwagen
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T-Modell ist der fähigere Lademeister

Und ja, wer das maximale Ladetalent braucht, der wird mit den 615 bis 1830 Litern und einer maximalen Zuladung von 615 Kilogramm im T-Modell besser klarkommen als mit den 565 bis 1680 Litern und 520 Kilogramm Nutzlast im Avant. Und um die Sache an dieser Stelle rund zu machen, sei auch noch die mögliche Anhängelast erwähnt.Zwei Tonnen darf der Audi an den Haken nehmen, 2100 Kilogramm der Benz.

E-Klasse verteilt die Kraft virtuoser

So gerüstet kann es dann mit den zwei Vierzylinder-Dieseltriebwerken auch auf Reisen gehen. Im Audi werkelt ein Mildhybrid-System mit 12 Volt, den nahezu hubraumgleichen Selbstzünder im E 220 d unterstützt eine 48-Volt-Batterie mit integriertem Startergenerator. In beiden Fällen arbeiten die Triebwerke absolut unaufgeregt und mit 400 Newtonmetern im A6 und 440 Newtonmetern in der E-Klasse ausreichend kraftvoll.
Audi A6 Avant 40 TDI quattro Mercedes E 220 d 4Matic T-Modell
In beiden Kombis sorgt ein Zweiliter-Vierzylinder mit Mildhybrid-Technik für Vortrieb. Im Mercedes gefällt uns die Kraftverteilung per Wandlerautomatik besser.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Im Benz erfolgt die Kraftverteilung über eine Neunstufen-Wandlerautomatik noch einen Tick virtuoser als durch das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe im Ingolstädter Kollegen. Aber weder Motor noch Getriebe und Allradantrieb machen die beiden edlen Lader zu Sportwagen. Daran ändert weder das Dynamic-Fahrprogramm im A6 noch das Sportprogramm in der E-Klasse etwas, obgleich beide das im jeweiligen Fahrzeug gerne suggerieren möchten. Zugegeben, die etwas leichtgängige Lenkung im Audi strafft sich im DynamicModus angenehm, und es bleibt zu überlegen, ob man diese Einstellung neben "Comfort" für das Fahrwerk in den individuellen Ein - stellungen hinterlegt.
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Vmax bei beiden völlig ausreichend

Mit seinen 204 PS beschleunigt der Audi in von uns gemessenen 8,2 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, der Benz schafft den Standardsprint mit 197 PS und den zusätzlichen 23 PS des E-Motors im Boost in 8,3 Sekunden. Wer lange genug auf dem Gas stehen bleibt, wird mit dem Avant bis zu 241 km/h schnell, im Daimler reicht es nur bis Tempo 227.
Audi A6 Avant 40 TDI quattro
Etwas schneller: Der Audi ist in 8,2 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht maximal 241 km/h – da muss sich der Mercedes knapp geschlagen geben.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
In beiden Fällen sind das Geschwindigkeiten, die völlig ausreichen und wahrscheinlich nicht so häufig ausgereizt werden. Denn zum einen wird dann selbst der Diesel durstig und zum anderen passt dieses Tempo nicht mehr zum gepflegten Dauerlauf. Wobei der E 220 d hier noch etwas leiser agiert und die Rollgeräusche besser zu verbergen versteht als der Kollege aus Ingolstadt.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
2,7 s 
2,7 s 
0–100 km/h 
8,2 s 
8,3 s 
0–130 km/h 
13,6 s 
13,7 s 
0–160 km/h 
21,8 s 
22,0 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
4,7 s 
4,8 s 
80–120 km/h 
6,0 s 
5,6 s 
Leergewicht/Zuladung 
1905/520 kg 
2035/615 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
54/46 % 
52/48 % 
Wendekreis links/rechts 
11,2/11,2 m 
11,9/12,0 m 
Sitzhöhe 
515 mm 
525 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
33,2 m 
33,6 m 
aus 100 km/h warm 
32,9 m 
31,6 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
57 dB(A) 
56 dB(A) 
bei 100 km/h 
63 dB(A) 
62 dB(A) 
bei 130 km/h
66 dB(A)
65 dB(A)
bei 160 km/h
69 dB(A)
67 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch
6,2 l D/100 km 
5,6 l D/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
7,6 l D/100 km
(+24 %)
7,1 l D/100 km
(+24 %)
Sportverbrauch 
10,5 l D/100 km 
10,2 l D/100 km 
CO2 (Testverbrauch) 
202 g/km 
189 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
960 km 
925 km 

Beim Verbrauch siegt der Benz

Im Normalbetrieb ist der Audi mit im Schnitt verbrauchten 7,6 Litern und der Mercedes mit 7,1 Litern dann auch angenehm sparsam. Wer den Zwischensprint auf der Autobahn weglässt, der kann natürlich auch mit im Sparverbrauch erfahrenen 6,2 Litern im A6 und 5,7 Litern in der E-Klasse unterwegs sein.
Mercedes E 220 d 4Matic T-Modell
Talentierter Spritknauser: Im Testdurchschnitt genehmigte sich der 220 d nur 7,1 l/100 km. Sanfte Gasfüße fahren locker eine Fünf vor dem Komma raus.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Dieser Verbrauch passt dann auch ganz hervorragend zu den Fahreigenschaften. Das T-Modell ist mit seiner Luftfederung sanfter unterwegs als der Audi mit dem Standardfahrwerk und einer adaptiven Dämpferregelung. Diese Kombination drückt Bodenunebenheiten gekonnt weg, während der Mercedes im leichten Nachschwingen die Insassen darüber informiert, was hier alles an Ungemach in die Dämpfer geschickt wird.

Unterschiedliche Philosophie

Was der Fahrgast als angenehmer empfindet, muss er für sich entscheiden. Beides ist konsequent komfortabel, entspringt aber einer unterschiedlichen Philosophie. Bei der Lenkung ist das nicht so, hier gefällt der Mercedes, was Direktheit und Handmoment betrifft, etwas mehr als der Audi. Der hat wiederum den Vorteil einer mitlenkenden Hinterachse, was ihn bei Kurvenfahrten leichtfüßiger und agiler macht. Zudem wiegt er mit 1905 Kilogramm 130 Kilogramm weniger als das T-Modell.

Platzierung

Platzierung
Punkte*
593
587
Platz
1
2
Fazit
Ein sparsamer Gleiter für die Langstrecke, der alles kann – aber auch sündhaft viel Geld kostet.
Ein Kombi, den seine Reife auch heute noch mithalten lässt. Lediglich beim Infotainment reicht es nicht mehr ganz.
Ansonsten gibt es auch bei schneller gefahrenen Kurven kein Vertun. Beide Probanden ziehen einen sauberen Strich, geben dem Fahrer in jeder Sekunde das Gefühl, das Geschehen zu 100 Prozent im Griff zu haben. Und muss tatsächlich mal der Anker geworfen werden, dann steht der Audi mit warmen Bremsen nach 32,9 Metern still, der Mercedes schafft es unter gleichen Bedingungen in brillanten 31,6 Metern.

An der Kasse langt Mercedes zu

Auch was die Assistenzsysteme betrifft, muss sich hier keiner vor dem anderen verstecken. Hier wie dort ist der Lenkradeingriff beim Verlassen der Spur sanft, aber konsequent, wird die Bremsunterstützung zügig, aber nicht brachial eingeleitet, arbeitet der Stauassistent präzise und mit Bedacht. Wenngleich – und das sei bitte als subjektives Gefühl verstanden – das Ganze im Daimler noch etwas zartfühlender, mit einer größeren Spreizung zu geschehen scheint. Bleibt am Ende der Blick auf den Preis. Beim Mercedes ist bis 100.000 Euro alles möglich. Allein die Ausstattungslinie AMG Line Premium hebt den Einstiegspreis von 69.560 Euro um 11.365 Euro an. Kommen dann noch Superscreen, Luftfederung, Multikontursitze und 20-Zoll-Räder dazu, sind die 90.000 Euro schnell erreicht.
Audi A6 Avant 40 TDI quattro Mercedes E 220 d 4Matic T-Modell
Das geht ins Geld: Für den E 220 d T-Modell im vollen Testwagen-Ornat werden satte 90.066 Euro. Dagegen sind die 71.525 Euro für den A6 Avant 40 TDI fast ein Schnäppchen.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Aber auch im Audi kann man mit vielen Kreuzen in der Optionsliste den Preis in die Höhe treiben. Selbst das namenlose Audiosystem muss mit 380 Euro und das Smartphone-Interface mit 420 Euro extra bezahlt werden. Was den Ingolstädter dann wieder attraktiv macht, sind die Wartungsintervalle. Alle 30.000 Kilometer will ihn Audi in der Werkstatt sehen. Mercedes bestellt die EKlasse 5000 Kilometer früher ein. Und im Allgemeinen liegen die Werkstattpreise bei Mercedes noch etwas höher als bei Audi. Beide Luxuslaster verlangen also in jeder Hinsicht eine gewisse finanzielle Flexibilität, gewähren aber dennoch nur schlappe zwei Jahre Garantie. Als "Langstrecke" geht das nun wirklich nicht durch.

Bildergalerie

Audi A6 Avant 40 TDI quattro Mercedes E 220 d 4Matic T-Modell
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Zwei Oberklasse-Kombis im Test
Das Mercedes T-Modell siegt, weil es bei der serienmäßigen Komfortausstattung und vor allem beim Thema Connected Car ordentlich punktet. Aber wer rechnen muss, wird abseits dieser beiden Themen mit dem Audi nichts verkehrt machen. Der A6 ist zwar schon fast sieben Jahre alt, schlägt sich aber sehr ordentlich.