Audi A6/BMW 5er: Vergleich
Neuer A6 rückt dem 5er auf die Pelle

Der BMW 5er gilt derzeit als Maßstab in der Oberklasse. Doch jetzt kommt der neue Audi A6. Mit Leichtbau, neuer technischer Basis und innerer Größe. Reicht das um den Münchner zu schlagen?
Bild: Uli Sonntag
Leicht gilt mittlerweile ja als Allheilmittel. Beim Essen darf es schon länger gern fettarm sein, Bier gibt's seit Jahren in einem kalorienarmen Aufguss, selbst Telefontarife heißen neuerdings mit Beinamen flat light – oder so ähnlich. Unsere Autos werden dagegen immer breiter, kräftiger, üppiger. Also schwerer. Oder? Nicht, wenn es nach Audi geht. Der neue A6 hat eine strenge Entwicklungs-Diät hinter sich, soll nun nach sechs Generationen konsequenter Oberklasse-Mästung wieder leicht gelockert vorfahren. Reichlich Aluminium an Hauben, Türen und Fahrwerk soll es richten, den Verbrauch drücken, den Fahrspaß steigern. Gehaltsarm an Technik und Ausstattung wird der A6 dabei nicht.
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Dem Top-Diesel mit 245 PS stehen ab Werk Allradantrieb und ein Siebengang-DSG zur Seite, für Passagiere gibt es dank längeren Radstands zudem mehr Platz als im Vorgänger. Und zum Thema CO2 hat die Audi-Crew die Köpfe wohl besonders häufig zusammengesteckt. Der 3.0 TDI hält ein äußerst schlaues Effizienz-Fahrprogramm bereit, das Leistung kappt (minus 20 Prozent), die Karosserie absenkt, Klimaanlage und Co weniger schuften lässt. Am Ende trinkt die so gedrillte Luxuslimousine dann weniger. Ja, so schmeckt uns light. Aber reicht das alles, um an die Spitze der Oberklasse zu schweben? Schließlich machen sich hier auch Typen wie der 5er-BMW breit. Die Münchener Limousine kann sich zum Beispiel mit zusätzlicher Leistung (258 PS), ebenfalls variablem Allradantrieb und sogar einer Achtstufenautomatik dagegenstemmen. Wir vergleichen die beiden Businessliner – nach hartem AUTO BILD-Punkte-Programm. Damit das gleich klar ist: Beim Preis fällt die Diät flach. Mindestens 51.200 Euro sind für einen A6 3.0 TDI quattro fällig. Kommen – wie in unserem Testwagen – große 19-Zoll-Räder, ein adaptives Luftfederfahrwerk und die schallschluckende Akustik-Verglasung hinzu, schnellt der Preis auf mindestens 56.140 Euro hoch.
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Bild: Uli Sonntag
Audi hat den A6 grundsätzlich steifer abgestimmt. So trittsicher und sportlich er an der Straße klebt, so respektlos geht er mit der Komforteinstellung der Adaptive Air Suspension um. Selbst in diesem Modus will er sich mit kleinen Unebenheiten überhaupt nicht abgeben, auf extrem schlechter Fahrbahn gerät die Karosserie in eine stetige, unpassend hektische Unruhe. Vorteil dieser eisernen Maxime: Beim Einlenken, in Kurven, auf enger Piste vermittelt der rund 100 Kilogramm leichtere A6 ein agiles Fahrgefühl wie aus einer anderen, kleineren Klasse. Respekt. Gleichzeitig führen die steifen Sportreifen des A6 zu beeindruckenden Bremswegen. Mit kalten Scheiben nimmt der Audi dem BMW zwei Meter ab – im Übrigen knacken beide Autos beim Bestwert die 34-Meter-Grenze. Porsche können das kaum besser. Audi zeigt jetzt auch ein Herz für Sportfahrer. Vielleicht zu viel Herz? Denn die spitzer ausgelegte Tendenz zum Eindrehen bei einem Lastwechsel fordert den Piloten. Ein zackiger Heckschwenk nach dem Gaswegnehmen in der Autobahnausfahrt ist unserer Meinung nach nicht jedermanns Sache.
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Bild: Uli Sonntag
Fazit
Unsere Testwertung zeigt nahezu Punktegleichstand. Heißt im Grunde: Es gibt hier kein "besser" oder "schlechter" – eher ein "anders". Der Audi hat das Sportlerherz, der BMW ist der agile Soueräne mit Hang zur Fahrdynamik. Alles Charaktersache oder Frage des Fahreranspruchs? Nicht, wenn auch Kosten zählen. Dann kann ich den neuen A6 empfehlen. Der Vergleich mit dem 5er kann mit anderen Motoren auch anders ausgehen.
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