Die SUV-Pendants mit Standardkarosserie haben wir vor einem Jahr bereits getestet, mit den gleichen mildhybridisierten 2,0-Liter-Turbobenzinern. Damals siegte der Mercedes vor Audi und BMW – ob sich das auf die Fließheckvarianten übertragen lässt?

Audi Q5 ist der älteste Testkandidat

Der Audi Q5 Sportback 45 TFSI quattro ist ein alter Bekannter, basiert auf einem 2016 vorgestellten Q5, 2020 kamen ein Facelift und der nur minimal anders gestaltete Sportback – sein Fließheck verschenkt nur etwa 40 Liter Gepäckraum. Auch das Dach ist nur zwei Millimeter flacher, opfert kaum Kopffreiheit.
Audi Q5 Sportback 45 TFSI quattro
Am längsten am Markt: Den Q5 gibt es schon seit 2016, mit minimalen Veränderungen legte Audi 2020 die Fließheck-Version Sportback auf.
Bild: Michael Nehrmann / AUTO BILD
Gleich beim Einstieg überzeugend: doppelte Türdichtungen, die Hosen sauber halten, Geräusche dämmen und die Reinigung der typischen Schmutznester rund um den Türausschnitt erleichtern. Unser Exemplar kam mit den Sportsitzen des S-line-Interieurs (2150 Euro), die schwer zu toppen sind. Vor allem zwingen uns ihre Kopfstützen nicht in eine bandscheibengefährdende Demutshaltung. Die Materialwahl war allerdings schon mal edler bei Audi, vor allem im Fond sind die Hartplastik-Türverkleidungen dem Preis nicht angemessen.
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Dafür stimmt die Variabilität: Der Audi ist der einzige Kandidat hier mit längsverstellbarer Fondbank (350 Euro). Vor allem stimmt beim Audi die Sitzposition auf der Hinterbank: Hier nehmen die Passagiere volle vier Zentimeter höher über dem Fußboden (auf rund 32 Zentimeter Höhe) Platz als im BMW und knapp drei Zentimeter höher als im Mercedes. Überhaupt ist der Audi-Fond der einladendste mit weit öffnenden Türen und den größten Türausschnitten.

Touchscreen ist im Audi zu weit entfernt

Aus Fahrersicht kann der Audi einerseits überzeugen als übersichtlichstes Auto im Vergleich, andererseits lässt sich das Alter der Konstruktion nicht verbergen: kleiner Bildschirm, und das Bedienkonzept war wohl ursprünglich für das Touchpad gedacht, das beim Facelift 2020 aber verschwand und einer kaum nutzbaren Ablage Platz machte. Leider ist der Touchbildschirm mit seinen wohlgeordneten, nicht zu verzweigten Menüs zu weit vom Fahrer entfernt.
Audi Q5 Sportback 45 TFSI quattro
Der Touchmonitor ist weit weg vom Fahrer, die Bedienung erfordert einen ausgestreckten Arm – man merkt, dass das Audi-System ursprünglich für Drehdrücksteller gedacht war.
Bild: Michael Nehrmann / AUTO BILD
Auch die Sprachbedienung ist eine Generation älter als die der Konkurrenten: Sie kann im Wesentlichen nur Naviziele und Medien – kein echtes Problem, wenn sich wie hier Heizung/ Klima mit echten Tasten und Drehreglern bedienen lassen. Nicht neu, aber noch immer beeindruckend: die Karten mit Satellitenfotos als Vollbild. Mit sinnvollen Neuzeit-Features wie einem Tempomaten mit Verkehrszeichenübernahme kann der Audi dienen.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder 
Vierzylinder, Turbo, Mildhybrid 
Vierzylinder, Turbo, Mildhybrid 
Vierzylinder, Turbo, Mildhybrid 
Einbaulage 
vorn längs 
vorn längs 
vorn längs 
Ventile/Nockenwellen 
4 pro Zylinder/2 
4 pro Zylinder/2 
4 pro Zylinder/2 
Nockenwellenantrieb 
Kette 
Kette 
Kette 
Hubraum 
1984 cm³ 
1998 cm³ 
1999 cm³ 
kW (PS) bei 1/min
195 (265)/5250 
180 + 8 (245 + 11)/5000 
190 +17 (258 + 23)/5800 
Nm bei 1/min
370/1600 
350/1560 
400/2000 
Vmax
240 km/h 
235 km/h 
246 km/h 
Getriebe 
Siebengang-Doppelkupplung 
Achtstufenautomatik 
Neunstufenautomatik 
Antrieb 
Allradantrieb 
Allradantrieb 
Allradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
255/40 R 21 Y 
245/45–275/40 R 20 Y 
235/55–255/50 R 19 Y 
Reifentyp 
Pirelli P Zero 
Pirelli P Zero 
Bridgestone Turanza T005 MO-S 
Radgröße 
8,5 x 21" 
8–9,5 x 20" 
8–9 x 19" 
Abgas CO2 
200 g/km 
187 g/km 
179 g/km 
Verbrauch* 
8,8 l 
8,2 l 
7,9 l 
Tankinhalt 
70 l 
65 l 
62 l 
Kraftstoffsorte 
Super 
Super 
Super 
Ottopartikelfilter 
Serie 
Serie 
Serie 
Vorbeifahrgeräusch 
68 dB(A) 
67 dB(A) 
68 dB(A) 
Anhängelast gebremst/ungebremst 
2400/750 kg 
2000/750 kg 
2400/750 kg 
Stützlast 
100 kg 
100 kg 
100 kg 
Kofferraumvolumen 
510–1480 l 
525–1430 l 
545–1490 l 
Länge/Breite/Höhe 
4689/1893–2140**/1662 mm 
4751/1918–2138**/1621 mm 
4764/1890–2075**/1605 mm 
Radstand 
2819 mm 
2864 mm 
2888 mm 
Grundpreis
60.600 Euro
67.100 Euro
72.947 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
74.110 Euro
75.900 Euro
82.921 Euro
Beim Losfahren brummelt der Zweiliter zunächst (ein Quermotor aus dem Konzernregal, hier auf Längseinbau umgestrickt), gelegentlich begleitet vom leichten Zupfen des Doppelkupplungsgetriebes, um dann im Teillastbereich fast zu verstummen, der fehlenden Dämmmatte unter der Motorhaube zum Trotz. Willig dreht er hoch, stemmt auch schon unter 2000 Touren viel Drehmoment auf die Kurbelwelle.

Audi setzt auf Zwölf-Volt-Hybrid

Ihr Alter zeigt die Konstruktion auch mit der minimalistischen Zwölf-Volt-Mildhybridisierung, die andern betreiben mit 48-Volt-Systemen mehr Aufwand. Der Startergenerator liefert beim Audi keine Boostleistung, kann nur Energie wieder auffangen und das Start-Stopp-Verhalten ansoften.

Luftfederung des Sportback überzeugt

Audi verbirgt die Herkunft des Q5 nicht; auf vielen Aggregaten steht "Made in Mexico". Es fällt beim Blick unter die Haube auch auf, dass Audi den Motor relativ weit vorn eingebaut hat. Dennoch wirkt der Q5 in der Kurve neutral, fast schon nichtssagend. Die Frontlastigkeit macht sich bei einem schweren SUV weniger stark bemerkbar als etwa bei einem A4. Eine Rolle dürfte auch die Audi-typische Lenkung spielen, leichtgängig und stark entkoppelt.
Audi Q5 Sportback 45 TFSI quattro
Ingolstädter Sänfte: Die 2000 Euro teure Luftfederung erweist sich auf unebener Fahrbahn als angehmes Extra – der Q5 federt kommod.
Bild: Michael Nehrmann / AUTO BILD
Auf unebener Fahrbahn erweist sich die Luftfederung (ein 2000-Euro-Extra) als derart angenehm, dass sie sogar die übertriebenen 21-Zoll-Räder mit ihren ungefederten Massen vergessen lässt. Das Fahrwerk wirkt klar kommoder als das des BMW, aber dazu später. Lenkung, Federung und Fahrwerksabstimmung ergeben im Audi ein stimmiges Ganzes. Das Auto wirkt wach, aber nie hektisch.
Leider geht die Fahrt über unsere Rumpelstrecke aber nicht ohne Geknarze und Geschepper aus der Mittelkonsole über die Bühne, da sind die anderen schweigsamer. Trotz kompletter Entkoppelung des Allradantriebs bei Nichtgebrauch erweist sich der Audi nicht als Sparwunder: 9,4 Liter/100 km; etwas durstiger als die anderen.

Bedienung im GLC ist selbsterklärend

Das Mercedes GLC 300 4Matic Coupé, gebaut in Bremen, ist der einzige Testkandidat mit Allradlenkung (im Technik-Paket, 3320 Euro), die Hinterräder lassen sich so um 4,5 Grad einschlagen. Das typische Cockpit mit hinterleuchteten Lüftungsdüsen setzt ganz auf Bildschirmbedienung, wobei der Touchscreen aber gut zur Hand liegt und mit selbsterklärender Bedienung überzeugt. Der GLC bietet eine besonders umfangreiche Kartendarstellung und Augmented Reality, Abbiegehinweise im Echtbild, Stauführung abschnittsweise mit Verzögerungsprognosen – fast schon zu viel des Guten, aber man muss ja nicht alles mitbestellen.
Mercedes GLC 300 4Matic Coupé
Im GLC gibt es keine Drehregler und kaum Tasten, die Bedienung erfolgt über Touchscreen, Slider im Lenkrad oder per Sprachbefehl.
Bild: Michael Nehrmann / AUTO BILD
Nicht Mercedes-typisch: Die Sitze sind im Schulterbereich schmaler als die Sportsitze der Wettbewerber, aber Testfahrer unterschiedlichster Körpergröße heben den Daumen. Coupé-übliche Abstriche verlangt der Mercedes den Fondpassagieren ab mit engem Türausschnitt hinten und dem sinnarmen Trittbrett, das man aber nicht ordern muss. Dank Mulden im Dachhimmel – angenehmerweise kam unser Exemplar ohne ein zusätzlich Höhe raubendes Glasdach – reicht die Kopffreiheit hinten für fast jeden.
Die Heckgestaltung lässt hinten leider nur einen Sehschlitz; für den Fahrer ist der Blick nach schräg hinten derart zugebaut, dass er beim Rechtsabbiegen einen Radfahrer übersehen kann – riskant. Die Ladekante fällt zwar sportlich aus mit 84 Zentimetern, lässt sich dank Luftfederung aber auf Tastendruck um fünf Zentimeter absenken.

Mercedes ist der schwerste Wagen im Test

Der Mercedes bietet als Einziger einen integrierten Startergenerator, der im Getriebe sitzt. Und das Benz-Triebwerk ist akustisch präsenter als die beiden anderen, trotz gedämmter Motorhaube.
Mercedes GLC 300 4Matic Coupé
Schwer, aber sparsam: Das GLC Coupé wiegt rund 100 Kilo mehr als X4 und Q5. Trotzdem liegt es beim Verbrauch mit 8,7 Litern vorne.
Bild: Michael Nehrmann / AUTO BILD
Etwas unangenehm sind auf unebener Fahrbahn die kräftigen Bewegungen um die Längsachse, die Fahrer und Beifahrer im Sitz hin und her schütteln. Das Wanken hört erst in der Kurve auf. Die aktive Luftfederung braucht offenbar den Lenkimpuls, um sich wirksam seitlich abzustützen. Dass der GLC der schwerste Wagen im Vergleich ist (1950 kg, die anderen wiegen um 1840 kg), ist ihm beim Fahren nicht anzumerken. Das ESP legt ihn so narrensicher an die Leine, dass nur mit Vorsatz ein leichtes Untersteuern spürbar wird. Zudem erweist er sich mit 8,7 Liter Testverbrauch als der Sparsamste.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
2,4 s 
2,4 s 
2,2 s 
0–100 km/h 
6,3 s 
6,7 s 
6,3 s 
0–130 km/h 
10,3 s 
10,9 s 
10,2 s 
0–160 km/h 
15,8 s 
16,8 s 
15,9 s 
0–200 km/h 
29,4 s 
30,8 s 
28,2 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
3,4 s 
3,7 s 
3,5 s 
80–120 km/h 
4,4 s 
4,6 s 
4,3 s 
Leergewicht/Zuladung 
1837/608 kg 
1836/564 kg 
1950/552 kg 
Gewichtsverteilung vorn/hinten 
54/46 % 
49/51 % 
53/47 % 
Wendekreis links/rechts 
11,7/11,8 m 
12,1/12,0 m 
11,0/10,9 m 
Sitzhöhe 
675 mm 
700 mm 
690 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
34,5 m 
35,5 m 
33,9 m 
aus 100 km/h warm 
33,4 m 
33,6 m 
34,0 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
52 dB(A) 
54 dB(A) 
53 dB(A) 
bei 100 km/h 
60 dB(A) 
60 dB(A) 
62 dB(A) 
bei 130 km/h 
64 dB(A) 
64 dB(A) 
66 dB(A) 
Verbrauch
Sparverbrauch 
8,0 l S/100 km 
7,7 l S/100 km 
7,4 l S/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
9,4 l S/100 km
(+7 %)
9,2 l S/100 km
(+12 %)
8,7 l S/100 km
(+10 %)
Sportverbrauch 
11,8 l S/100 km 
11,7 l S/100 km 
11,2 l S/100 km 
CO2 (Testverbrauch) 
223 g/km 
217 g/km 
206 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
740 km 
700 km 
710 km 
Mit den im Testwagen verbauten Assistenten wird das Tempolimit automatisch beachtet, im Stau selbsttätig gefolgt, die zeitliche Verzögerung in Segmenten angezeigt und selbst gelenkt – und er lenkt nicht etwa eckig wie ein Fahranfänger, sondern gefühlvoll. Sie lenken lieber selbst? Wir auch. Vor allem, wenn sich ein Auto aus der Mitte heraus so direkt, sanft und zielgenau zirkeln lässt wie dieses. Dafür ist nicht zuletzt die lenkbare Hinterachse verantwortlich – ein heftiges Mehr an Komplexität, aber auch ein echtes Fahrerlebnis.

Im X4 steckt die meiste Sportlichkeit

Der BMW X4 xDrive30i, gebaut in South Carolina, ist ein alter Bekannter von 2018, geliftet 2021. Gegenüber dem X3 fällt er 55 Millimeter flacher aus, was naturgemäß auf die Kopffreiheit durchschlägt. Der X4 ist klar der sportwagenhafteste Kandidat hier: Man sitzt viel mehr in ihm als obenauf. Sportfahrer mögen das, aber es geht auf Kosten der Übersichtlichkeit.
BMW X4 xDrive30i
Freude am Fahren: Der X4 ist klar der sportwagenhafteste Kandidat hier. Man sitzt viel mehr in ihm als obenauf. Das kostet aber Übersicht.
Bild: Michael Nehrmann / AUTO BILD
Die Materialwahl wirkt hochwertiger als etwa im Audi. Unser Exemplar scheint noch aus der Phase des Halbleitermangels kurz nach Corona zu stammen: Klassenübliches wie Head-up-Display und Verkehrszeichenübernahme fehlen ihm ebenso wie die aufpreispflichtige Lendenwirbelstütze im Fahrersitz. Vorn sitzt man ähnlich luftig wie in einem X3, hinten zeigt der X4 ein altes BMW-Leiden: Fondpassagiere sitzen zu tief, bei zu steiler Lehne. Auf der Habenseite hingegen steht der besonders ebene Laderaum mit Verzurrösen.

Sprachbedienung im X4 agiert hellwach

Gleiches Problem wie im Mercedes: Die Sicht nach schräg hinten ist bescheiden, die an sich genialen verstellbaren Kopfstützen verbauen die Sicht zusätzlich. Für die Stadt ist der BMW ohnehin nicht das ideale Auto: Sein Wendekreis von zwölf Metern ist der größte im Vergleich.
BMW X4 xDrive30i
Die Sprachbedienung hilft, wenn's mit dem Drehdrücksteller nicht schnell genug geht – im BMW muss man auf dem Schirm nie viel herumtippen.
Bild: Michael Nehrmann / AUTO BILD
Der X4 ist noch ein BMW mit iDrive-Drehdrücksteller und festen Tasten für die Klimabedienung. Dieser Wagen lässt sich auf nicht weniger als fünf Wegen bedienen: Drehdrücksteller, Sprachbedienung, Touchscreen, Touchpad und Gestensteuerung. Der iDrive-Controller gefällt mit seiner schlüssigen Aufteilung von analoger und digitaler Bedienung für Fahrmodi, Klima und Assistenten. Da erfordert der Mercedes mit seinem völligen Verzicht auf Schalter mehr Gewöhnung. Physische Schalter sind während der Fahrt treffsicherer, Punkt.
Hinweis
BMW X4 bei carwow.de
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Auch das BMW-Navi zeigt Verzögerungszeiten der Staus an, ist nahezu gleichauf mit dem des Mercedes. Beim Fahren gibt der BMW ganz den Sportler: Mit gleichmäßig verteiltem Gewicht (vorn:hinten 49:51 Prozent), gripstark und jedem Lenkimpuls präzise folgend, verbeißt er sich regelrecht in den Asphalt und stützt sich in der Kurve wirkungsvoll ab.

BMW reicht viel von der Fahrbahn durch

Die Mischbereifung baut bei schnellen Richtungswechseln auf griffiger Fahrbahn so viel Grip auf, dass sie viel ESP-Unterstützung braucht. Diese (optionale) Mischbereifung lässt sich von zwei Seiten betrachten: Einerseits produziert sie fast schon mehr Grip als sicherheitstechnisch wünschenswert, andererseits verkürzt sie die Bremswege auf unter 34 Meter und schafft mehr Querführung.
BMW X4 xDrive30i
Freude am Fahren: Der X4 ist klar der sportwagenhafteste Kandidat hier. Man sitzt viel mehr in ihm als obenauf. Das kostet aber Übersicht.
Bild: Michael Nehrmann / AUTO BILD
Der X4 federt straff und verbindlich. Von kurzen Anregungen reicht er viel an die Insassen durch, und die Federwege der konventionellen Stahlfederung sind vergleichsweise kurz, die 20-Zoll-Räder sind trotzdem zu vertreten. Die Lenkung wirkt nicht mehr so übernervös wie bei älteren BMW. Relativ schwergängig, erfordert sie viel Handkraft. Sportfahrer mögen es so bissfest. Ein paar Fahrbahneinflüsse kommen allerdings durch im dick gepolsterten, kleinen Lenkrad.
Der 2,0-Liter dreht so willig hoch wie von einem BMW erwartet, dazu serviert die ZF-Automatik diskret wie ein guter Butler stets die richtige Übersetzung. Die komplett lackierte und gedämmte Motorhaube zaubert Qualitätsfanatikern ein Lächeln ins Gesicht. Rechner lächeln eher nicht: BMW bietet nur drei Jahre Gewährleistung. Und die Kaskoeinstufung des X4 ist hoch.
Audi Q5 Sportback 45 TFSI quattro BMW X4 xDrive30i Mercedes GLC 300 4Matic Coupé
Teuer: Mit einem Testwagenpreis von 82.921 Euro kostet der GLC deutlich mehr als X4 (75.900 Euro) und Q5 Sportback (74.110 Euro).
Bild: Michael Nehrmann / AUTO BILD
Dass er auf dem dritten Platz landet, ändert aber nichts an seinen Qualitäten. Leider ist sein Grundpreis seit 2021 um 15 Prozent oder 8600 Euro gestiegen. Der Audi wurde 4200 Euro teurer – inflationäre Zeiten. Was den Mercedes am Ende den Sieg kostet, sind dennoch die Kosten: Der Grundpreis liegt 12 000 Euro höher als der des Audi und 6000 Euro über dem des BMW. Immerhin sagt Schwacke dem Benz die beste Wertkonstanz voraus.

Bildergalerie

Audi Q5 Sportback 45 TFSI quattro BMW X4 xDrive30i Mercedes GLC 300 4Matic Coupé
Audi Q5 Sportback 45 TFSI quattro
BMW X4 xDrive30i
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Drei SUV-Coupés im Vergleichstest

Fazit

Der Mercedes gewinnt die Eigenschaftswertung, aber Kaufpreis und laufende Kosten werfen ihn zurück. Erstaunlich, dass der Audi trotz seines Alters derart viele Punkte sammelt – er fordert halt nicht so viele Coupé-typische Zugeständnisse. Auch der BMW bleibt, obwohl fünf Jahre alt, ein schlüssiges, harmonisches Auto.