Viel hilft viel – in der SUV-Klasse hat diese simple Weisheit noch Gewicht. Entsprechend protzig stellt der über fünf Meter lange Audi Q7 sein Platzangebot zur Verfügung. Vor allem der Kofferraum schluckt mächtig viel, bei umgeklappter Rückbank passen 2035 Liter Gepäck hinein. Oder – bei aufgestellter dritter Sitzreihe – zwei weitere Erwachsene. So können bis zu sieben Raumfahrer den geschmeidigen Vorwärtsdrang des XL-Audi genießen. Im BMW dagegen kosten zusätzliche Sitze in Reihe drei 1980 Euro extra – außerdem müssen sich erwachsene Mitfahrer hier ziemlich kleinmachen.

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Audi Q7 3.0 TDI
Bild: Conrad Piepenburg
In puncto Federungskomfort muss sich der Q7 jedoch dem feiner federnden X5 unterwerfen. Der BMW überrollt fiese Fahrbahnabsätze, ohne dass wie im Audi ein stetiges und unangenehmes Zittern zu spüren ist. Schade: Der Agilität nämlich nützt die strammere Führung des Fahrwerks nichts – denn in Kurven fühlt sich der dicke Q7 deutlich unwohler als der viel handlicher wirkende BMW. Früh schiebt der Audi-SUV über die Vorderreifen nach außen, dann muss das ESP rettend eingreifen. An gleicher Stelle tänzelt der X5 lässig um die Ecke, sein Fahrer hat den wuchtigen Wagen über die aufmerksamer ansprechende Lenkung gefühlt um Welten besser im Griff.

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Das hohe Gewicht (der Q7 bringt fast 2,4 Tonnen auf die Waage) beschert dem Audi auch den schlechteren Antritt. Immerhin verhilft ihm die geschmeidige Achtstufenautomatik zu ebenbürtigen Durchzugswerten. Und zu einem günstigen Verbrauch. Im Schnitt kommt der 240 PS starke Turbodiesel mit 8,7 Liter Diesel aus – wahrlich nicht schlecht für so einen Trumm von SUV. Der fünf PS stärkere X5 – ebenfalls mit einer feinen Achtstufenautomatik ausgerüstet – genehmigt sich einen halben Liter mehr Diesel. Dem ansonsten souveränen Auftritt des X5 schadet das allerdings nicht – so gewinnt dieses Dickschiff-Duell mit Vorsprung der BMW.

Fazit

von

AUTO BILD
BMW hat gut daran getan, den erneuerten X5 nicht zu dick werden zu lassen. So bleibt er ein handlich zu fahrendes SUV. Auch der Q7 fährt sich für seine Größe agil. Allerdings wirkt er mehr wie ein Dinosaurier, der trotz sparsamen Dieselmotors nicht mehr in die Zeit passen will und in Deutschland zu wenig Platz findet.