Audi RS 6 Avant, RS 7 Sportback Performance: Fahrbericht
Mehr Dynamik: So fahren RS 6 und RS 7 als Performance-Modelle
Plus 30 PS, weniger Gewicht, neues Differenzial, neuer Reifen – so werden Audi RS 6 und RS 7 zu Performance-Modellen. AUTO BILD ist beide gefahren.
Bild: AUTO BILD
Es gibt wieder einen Sonderling vom RS 6. Wie sein Urahn von 2002 ist das brandneue Performance-Modell wieder 30 PS stärker als das Basismodell, hat wieder speziellere Ausstattungen, und wieder erkennt man ihn an mattsilbernen Akzenten. Über die mehr als 20 Jahre hat sich allerdings einiges getan beim RS 6.
Es gibt ihn heute nur noch als Avant, statt fünf hat die Automatik inzwischen acht Stufen, früher waren 19-Zöller die ultimativen Schuhe, heute trägt die jüngste Ausbaustufe mindestens 21, als Performance nun auch 22 Zoll. Nur eins ist geblieben, das kann man jetzt positiv und negativ sehen. Mit 2075 Kilo wiegt der Neue nur knapp 200 mehr als das 2002er Modell.
RS 6 Performance wiegt über zwei Tonnen
Genug der Historie, wir sind in Kalifornien, die Sonne strahlt, 20 Grad, vor uns steht eine Horde neuer RS 6 und RS 7 Performance – in ganz ungewöhnlichen Farben.

Etwas schwer: Der RS 6 Avant Performance bringt stolze 2075 Kilo auf die Waage. Sein Bruder, der RS 7 Sportback, ist 10 Kilo leichter.
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Vor allem Tausilber und Ascari Blau matt machen echt was her, lassen den RS 6 schon optisch ein paar Jahre jünger wirken. Doch auch in Sachen Technik hat sich mehr getan, als wir von vornherein dachten. Nicht nur ein bisschen Kosmetik und neue Elektronik. Hier wurde dann doch grundlegender feingetunt.
Satte 630 PS und 850 Nm dank neuer Turbolader
So zum Beispiel beim Vierliter-Biturbo-V8: Die 30 PS und 50 Newtonmeter mehr im Vergleich zum bisherigen Modell riechen nach neuer Software. Doch nichts da, das Performance-Modell erhält neue Turbolader mit um drei Millimeter vergrößerten Verdichterrädern, dazu wurde der Ladedruck angehoben.

Der V8 wurde nicht elektronisch gepimpt, hier sind wirklich zwei neue Turbolader verbaut. Ergebnis: 630 PS und 850 Nm Drehmoment.
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Zudem wurden die Turbos nun im 90-Grad-Innen-V der Zylinderbänke platziert, statt, wie sonst üblich, außen seitlich am Motor. Das Verdichtungsverhältnis sinkt von 10,1 auf 9,7:1.
Fahrleistungen werden minimal besser
Der Sprint auf 100 km/h soll nun in 3,4 statt bisher 3,6 Sekunden gelingen. Daran Anteil dürften auch die schnelleren Schaltzeiten der Achtstufen-Automatik und die verlorenen Kilos haben. Die speziellen Schmiederäder in 22 Zoll sind alleine 20 Kilo leichter (5 kg pro Rad) als die Gussversion. Weitere acht Kilo verliert der RS 6 dank reduzierter Dämmung zwischen Motor- und Innenraum und im hinteren Teil des Fahrzeugs. Alles für den besseren Sound, checken wir gleich.

Geht sehr ordentlich: In schlanken 3,2 Sekunden ist der RS 6 Performance auf Tempo 100. 305 km/h Spitze kosten 8500 Euro extra.
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Was ist sonst noch anders? Beim Fahrwerk wurde nur minimal feingeschliffen, dagegen wurde beim Antrieb direkt ein neues, kleineres Mittendifferenzial entwickelt. Rein mechanisch, selbstsperrend, verteilt die Antriebskräfte im Verhältnis 40:60 auf die Hinterachse. Ach ja, neue Reifen. Bisher gab es den RS 6/RS 7 nur mit Hankook (21") und Pirelli (22"), nun hat man zusammen mit Conti deren Sport Contact 7 für noch besseres Trockenhandling an die Powerlimos angepasst.
RS 6 Performance macht ein lässiges Gefühl
Preise? Mit 135.000 Euro ist der Performance 7000 Euro teurer als die Basis. RS Dynamikpaket bis 280 km/h ist Serie, für 8500 Euro gibt es den Plus-Koffer mit 305 km/h und Keramikbremse. Ab auf den Highway, herrlich dieses lässige Gefühl im RS 6.

Das passt: Die neu gesteppten Sportsitze betten den Fahrer wunderbar ein, Lenkrad und Schaltwippen liegen gut zur Hand.
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In den neu gesteppten Sportstühlen fühlt man sich gut eingebettet, genug tief positioniert, Volant und Schaltpaddles liegen wunderbar zur Hand. Das Getriebe arbeitet im Komfortprogramm quasi geräuschlos, das adaptive Fahrwerk schluckt jedes Loch einfach weg. So zart war der RS 6 aber schon immer. Programm- und Streckenwechsel, ab in die Berge hinter San Francisco, Dynamic-Mode.
Und siehe da, der RS 6 klingt doch tatsächlich viel präsenter. Was so ein paar Dämmmatten weniger ausmachen. Bei engagierter Fahrweise sind seine rund fünf Meter Außenlänge und die zwei Tonnen wie vergessen. Die Progressivlenkung variiert die Übersetzung abhängig vom Lenkwinkel. Mit zunehmendem Einschlag wird die Übersetzung kleiner und die Lenkung direkter. Selbst in Kehren ist Kurbelei Geschichte, was den Eindruck großer Handlichkeit enorm verstärkt.
Fahrzeugdaten
Modell | Audi RS 6 Avant Performance |
|---|---|
Motor | V8, Biturbo, vorn längs |
Hubraum | 3996 cm³ |
Leistung | 463 kW (630 PS) bei 6000/min |
Maximales Drehmoment | 850 Nm bei 2300-4500/min |
Anatrieb | Allrad, 8-Stufen-Automatik |
Länge/Breite/Höhe | 4995/2110/1487 mm |
Leergewicht | 2075 kg (DIN) |
0–100 km/h | 3,4s |
Vmax | 305 km/h |
Preis | ab 135.000 Euro |
Auch die Contis zeigen sich auf der Bergtour äußerst gripreich, den Unterschied zu den Pirellis können wir allerdings erst im richtigen Test am Sachsenring herausfahren. Ebenso, ob die 30 PS wirklich schneller machen. Hier und heute können wir RS 6 und RS 7 nicht per Launch Control abfeuern oder generell richtig auspressen. Die Sheriffs stehen einfach an jeder Ecke.
Keine Unterscheide zwischen Kombi und Coupé
Fakt ist aber, untenrum ist der Achtzylinder spürbar munterer als bisher. Die neuen Turbos vernichten das bisherige Luftholen zwischen Gasgeben und Losstürmen fast vollständig.

Auf den ersten Blick ein normaler RS 7 mit neuer Lackierung. Auch das Coupé erhält seinen Performance-Feinschliff unterm Blech.
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Schnellere Schaltzeiten? Daumen hoch, das ist jetzt richtig flott, das Flippern macht Laune. Unterschiede zum RS 7? Wenig bis gar keine. Nach einer kurzen Runde im Sportback ist klar, ob Kombi oder viertüriges Coupé, beide neuen Performance-Modelle zeigen sich putzmunter und frischer denn je. Wir sind gespannt, was die beiden auf deutschem Boden leisten.
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