Der neue Mercedes-AMG EQE 53 muss für Schwindelanfälle nicht einmal fahren – hier bringen schon die Eckdaten das Gehirn ins Trudeln. 687 PS! 240 Spitze! 1000 Newtonmeter Drehmoment. Tausend! Das sind die Eckdaten eines Supersportlers im Mantel eines Ökomobils.

Elektrosportler im Vergleich

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Vom Format des AMG gibt es noch ähnliche Kandidaten – aus Ingolstadt und Zuffenhausen. Wir haben die drei spannendsten Super-Elektroautos für einen Vergleich zusammengetrommelt. Gegen den neuen Mercedes-AMG treten an: der Audi RS e-tron GT mit 646 Overboost-PS sowie der (ebenfalls mithilfe einer kurzzeitig aktivierten Leistungsspitze) 680 PS starke Porsche Taycan Turbo.
Audi RS e-tron GT Mercedes-AMG EQE 53 4Matic+ Porsche Taycan Turbo
Krasses Trio: Mercedes-AMG EQE, Audi RS e-tron GT und Porsche Taycan zeigen, was in Sachen Elektroauto und Sport so geht.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Der Schwächste hat hier 646 PS

Alle drei Boliden packen mächtig pralle Akkupakete in den Wagenboden. Im Mercedes spenden Zellen mit nutzbaren 90,56 kWh Kapazität die Energie, bei Audi und Porsche versorgen Batterien mit 83,7 kWh (ebenfalls netto) die Elektromaschinen. Abzüglich der "Netto-Puffer" und vorausgesetzt, die Autos werden mit Verbräuchen rund um die WLTP-Werte bewegt, soll der Mercedes in der Folge eine Reichweite von rund 478 Kilometer schaffen.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart vorn/hinten
Synchronelektromotor
Synchronelektromotor
Synchronelektromotor
Einbaulage
je ein Motor vorn und hinten
je ein Motor vorn und hinten
je ein Motor vorn und hinten
Spitzenleistung
440 kW (598 PS)
460 kW (625 PS)
460 kW (625 PS)
Dauerleistung
142 kW (193 PS)
185 kW (252 PS)
142 kW (193 PS)
maximale Spitzenleistung
475 kW (646 PS) – Boost-Modus
505 kW (687 PS) – AMG-Dynamik-Plus
500 kW (680 PS) – Boost-Modus
maximales Drehmoment
830 Nm
1000 Nm
850 Nm
Vmax
250 km/h
240 km/h
260 km/h
Getriebe
v. Einganggetriebe, h. Zweiganggetriebe
Einganggetriebe
v. Einganggetriebe, h. Zweiganggetriebe
Antrieb
Allradantrieb
Allradantrieb
Allradantrieb
Bremsen vorn/hinten
Scheiben/Scheiben, gelocht, innenbel.
Scheiben/Scheiben, gelocht, innenbel.
Scheiben/Scheiben, gelocht, innenbel.
Testwagenbereifung
265/35–305/30 R 21 Y
265/35–295/30 R 21 Y
265/35–305/30 R 21 Y
Reifentyp
Goodyear Eagle F1 Asymmetric 3
Michelin Pilot Sport EV
Pirelli P Zero
Radgröße
9,5–11,5 x 21"
9,5–10,5 x 21"
9,5–11,5 x 21"
Reichweite*
481 km
478 km
466 km
Verbrauch*
20,5 kWh/100 km
21,9 kWh/100 km
22,2 kWh/100 km
Batterieart
Lithium-Ionen
Lithium-Ionen
Lithium-Ionen
Batteriekapazität nutzbar
83,7 kWh
90,6 kWh
83,7 kWh
Ladeleistung AC/DC
bis 22/270 kW
bis 22/170 kW
bis 22/270 kW
Ladeanschluss
vorn im Kotflügel links und rechts (CCS)
hinten rechts (CCS)
vorn im Kotflügel links und rechts (CCS)
Vorbeifahrgeräusch
68 dB(A)
71 dB(A)
67 dB(A)
Anhängelast gebremst/ungebremst
750/750 kg
Stützlast
75 kg
Kofferraumvolumen
hinten 350 l, vorn 85 l
430 l
hinten 366 l, vorn 84 l
Länge/Breite/Höhe
4989/1964–2158**/1414 mm
4964/1900–2104**/1495 mm
4963/1966–2144**/1381 mm
Radstand
2900 mm
3120 mm
2900 mm
Grundpreis
142.500 Euro
109.920 Euro
156.348 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
157.680 Euro
138.242 Euro
175.270 Euro

Porsches theoretischer Wirkungskreis beträgt demnach 466 Kilometer, Audi (der sich ja das Technikgerüst mit dem Taycan teilt) schafft nach dieser Formel angeblich 481 Kilometer. Allerdings: Wir haben andere Verbrauchszahlen ermittelt.
Mercedes-AMG EQE 53 4Matic+
Versprechen gebrochen: Statt 478 Kilometer nach WLTP schafft der AMG EQE 53 im Test nur 288 Kilometer.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Auf unserer Praxisrunde mit schneller gefahrenem Autobahnanteil vernichtet zum Beispiel der AMG fast doppelt so viel Energie auf 100 Kilometer, wie von Mercedes versprochen. Am Ende schmilzt der Aktionsradius des EQE auf rund 290 Kilometer. Audi und Porsche kommen im realen Leben auch nur 320 Kilometer weit.

Im EQE reisen die Passagiere am bequemsten

In seinen Dimensionen ist Mercedes ehrlicher. Das stattlichste Auto hier im Feld bietet auch am meisten Raum. Fahrer, Beifahrer und Passagiere sitzen bequem und fühlen sich wohl, sogar das Gepäck hat am meisten Platz.
Gleichzeitig ist Mercedes der einzige Hersteller, der seinem XL-Stromer eine Anhängerkupplung zugesteht – auch wenn hier lieber nur Fahrradträger beziehungsweise knappe 750 Kilogramm Maximalgewicht an den Haken dürfen.
Außerdem lässt sich der übersichtlichere Mercedes beim Rangieren besser abschätzen – für den Fahrer bedeutet das weniger Stress in engen Passagen. Schade: Der deutlich größere Wendekreis des EQE frisst ein dickes Stück dieses Vorteils gleich wieder auf. 
Die bequemsten Vordersitze bietet unserer subjektiven Einschätzung nach ebenfalls der EQE. Die dicken Sessel fangen bequem auf und führen dennoch stramm genug bei kurviger Fahrt.

Kurven sind das Revier des Taycan

Apropos kurvige Fahrt: Das ist klar der große Spaß im Taycan. Die genaue Lenkung mit viel Gefühl (sogar noch sensibler als im sehr ähnlich konzipierten Audi) lässt herrlich präzise Fahrmanöver zu.
Porsche Taycan Turbo
Der Porsche ist natürlich in der Spitze das schnellste Elektroauto (schafft 260!), sprintet den Konkurrenten aus dem Stand heraus davon.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Dazu passt das lebendige, aktive Wesen des Porsche. Trotz satter Grundhaltung hat der austarierte Stuttgarter noch etwas Leichtfüßiges, beim Anlenken sehr Folgsames.

RS e-tron ist zackig wie der Porsche

Der Audi läuft ähnlich, auch er lässt sich gerne zackig dirigieren. Allerdings bremst er – wie der Mercedes – deutlich verhaltener, wenn es um die Prüfung von 100 km/h auf 0 geht. 
Hier zeigt Porsche, was fahrdynamisch möglich ist. Der Fahrer kann den immerhin 2,3 Tonnen schweren Gleiter innerhalb von 33 Metern zum Stillstand bringen – Respekt!
Audi RS e-tron GT
Der RS e-tron GT fährt sich ähnlich wie der Porsche, bremst aber ein wenig schlechter und sprintet zwei Zehntelsekunden langsamer.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Der Mercedes liegt besonders massig auf der Straße (fast 200 Kilogramm deftiger als Porsche und Audi), kann das jedoch über seine Allradlenkung kaschieren und gleichzeitig in den gediegeneren Fahrkomfort ummünzen. Klasse: Dicke Bodenwellen pariert er mit einem sanften Wiegen beim Ausfedern, schnell und kantige Anregungen glättet der Viertürer dabei ebenso souverän. 
Auch läuft er besonders leise, lässt sich hervorragend über das Gaspedal dosieren und reagiert intelligent oder intuitiv adaptierbar rekuperierend auf Wechsel in den Schiebebetrieb.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
1,4 s
1,4 s
1,3 s
0–100 km/h
3,3 s
3,2 s
3,1 s
0–130 km/h
4,9 s
5,0 s
4,7 s
0–160 km/h
7,1 s
7,6 s
6,8 s
0–180 km/h
8,9 s
10,0 s
8,4 s
0–200 km/h
11,1 s
13,0 s
10,4 s
0–230 km/h
15,0 s
19,7 s
14,2 s
Zwischenspurt
60–100 km/h
1,6 s
1,5 s
1,5 s
80–120 km/h
1,8 s
1,9 s
1,8 s
Leergewicht/Zuladung
2365/495 kg
2559/536 kg
2337/543 kg
Gewichtsverteilung vorn/hinten
49/51 %
49/51 %
49/51 %
Wendekreis links/rechts
11,2/11,4 m
12,3/12,3 m
11,3/11,3 m
Sitzhöhe
505 mm
575 mm
500 mm
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
34,9 m
35,7 m
33,2 m
aus 100 km/h warm
34,5 m
34,9 m
33,0 m
Innengeräusch
bei 50 km/h
57 dB(A)
53 dB(A)
56 dB(A)
bei 100 km/h
63 dB(A)
61 dB(A)
64 dB(A)
bei 130 km/h
67/71 dB(A)
63/68 dB(A)
67/70 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch
18,5 kWh/100 km
25,5 kWh/100 km
20,7 kWh/100 km
Testverbrauch
Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe)
28,8 kWh/100 km
(+40 %)
35,6 kWh/100 km
(+63 %)
29,1 kWh/100 km
(+31 %)
Sportverbrauch
38,6 kWh/100 km
42,4 kWh/100 km
38,2 kWh/100 km
CO2 (lokal)
0 g/km
0 g/km
0 g/km
Reichweite
324 km
288 km
318 km

Der Vollständigkeit halber: Der Porsche ist natürlich in der Spitze das schnellste Elektroauto (schafft 260!), sprintet den Konkurrenten aus dem Stand heraus davon und zieht am Mercedes auch beim Beschleunigen aus mittleren Geschwindigkeiten heraus vorbei.
Dass der Mercedes – als Einziger hier mit nur einem Gang am Start – subjektiv gelassener in Richtung Horizont stürmt, ist sowohl dem fehlenden kleinen Schaltruck bei circa 90 km/h als auch der murmelnden Geräuschkulisse geschuldet. Weitere Details zum Vergleichstest gibt es in der Bildergalerie.

Bildergalerie

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Drei Elektrosportler im Vergleich

Platz 1 mit 610 von 800 Punkten: Mercedes-AMG EQE 53 4Matic+. Als bärenstarker AMG der beste Begleiter in diesem Trio. Komfortabler und größer zudem.
Platz 2 mit 585 von 800 Punkten: Audi RS e-tron GT. Sehr universell, sehr schnell, wirkt modern – der elegante Sportler in diesem Vergleich.
Platz 3 mit 570 von 800 Punkten: Porsche Taycan Turbo. Spezialist in typischen Disziplinen: Handling, Bremsen, Fahrgefühl. Dabei allerdings teuer.

Fazit

von

AUTO BILD
Abartige Fahrleistungen sind das eine. Ein hohes Technikniveau mit Luxus-und Komfortanstrich das andere. Alle drei Kandidaten beherrschen es aus dem Effeff. Der AMG einen Tick mehr.