Audi S8 gegen BMW M760Li: Test, Motor, Preis, V8, V12
Hier heizen die Chefwagen! M760Li vs. S8
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Zwei der mächtigsten Limos kommen von Audi und BMW: Wir lassen es mit S8 und M760Li und insgesamt über 1100 PS so richtig krachen.
Platz 1 mit 538 von 800 Punkten: Audi S8 TFSI quattro. Das lebendigere Auto hier im Test. Fahraktiv, sicher, schnell, zudem viel "günstiger" als der BMW.
Platz 2 mit 516 von 800 Punkten: BMW M760Li xDrive. Enormes Platzangebot, hohes Komfortniveau, souveräner und kultivierter Motor. Verbrauch und Kosten hoch.
In Zeiten von SUV-Coupés, Crossover-Typen und anderen neumodischen Blechburgen wirkt der Typus glasklare Cheflimousine, wie ihn Audi S8 und BMW 7er als M760Li geradezu angestaubt. Hinten rechts winkt der spießige Generaldirektor, oder was? Nee, einmal über das Datenblatt wedeln, dann offenbart sich die ganze Business-Pracht: Im AudiS8 steckt ein 571 PS starker Biturbo-V8, der Überflieger aus Ingolstadt strotzt zudem vor Multimedia und Assistenz-Hightech und wartet bereits serienmäßig mit feinster Fahrwerkspracht auf (sogar ein kamerabasiertes Federungssystem achtet auf fiese Buckel in der Straße).
Einen Zwölfzylinder wie im BMW gibt's nur noch selten
Zwölf Zylinder, 6,6 Liter Hubraum, 585 PS, 850 Nm: Unter der BMW-Haube steckt ein mächtiger Muskel.
Auch der BMW M760Li haut mit 585 PS aus einem 6,6-Liter-Zwölfzylinder (!) in diese hochmoderne Vollausstattungs-Kerbe. Die lange Limousine mit 14 Zentimetern zusätzlichem Radstand kann sogar im Fond zwei unverschämt bequeme – weil elektrisch in Relax-Position flutschende und per Massagefunktion geadelte – Sitzplätze anbieten. BMW M760Li und Audi S8 verknüpfen somit Tempo, Luxus und Exklusivität zu einer Art Überdosis Chefauto. So viel gleich vorab: Zwei der stärksten und allerbesten deutschen Autos überhaupt gibt es nicht zum Schnäppchenpreis. Der Audi kostet ab 140.600 Euro (Ersparnis bei carwow.de bis zu 22.117 Euro). Das lässt sich zudem strecken. Akustikverglasung (dann sind alle vorderen Scheiben doppelt und dicker, das sperrt weiteren profanen Umgebungslärm aus), 21-Zoll-Räder und monströse Keramikbremsen schubsen den Kaufpreis des S8 auf rund 152.000 Euro.
In Sachen Fahrleistungen liegt der Audi S8 vorne
Sprintsieger: Obwohl der S8 etwas schwächer ist, hängt er den BMW bis 100 und 200 km/h ab.
Aua? Nö, der BMW toppt das. Mindestens 175.800 Euro möchte der Händler haben (Ersparnis bei carwow.de bis zu 31.644 Euro). Dazu wären 2450 Euro für das M Driver's Package fällig. Braucht man das? Wenn man über 300 fahren will, unbedingt! So stehen also 178.250 Euro auf der Rechnung. Hoher Preis, gigantischer Gegenwert. Allein die Fahrleistungen! Im BMW lassen sich nicht nur 2,3 Tonnen Material auf über 300 Sachen beschleunigen – das fast 5,30 Meter lange Schiff schafft die 100er-Marke sogar in unter vier Sekunden. Mühelos waltende 850 Newtonmeter Drehmoment aus noch müheloseren 1600 Touren des extremst lässigen V12 helfen dabei. Nach Zahlen wirkt der Audi dagegen beinahe mickrig. "Nur" vier Liter Hubraum, "gerade einmal" 800 Newtonmeter, die "erst" bei 2000 Touren anliegen. Doch: Nix da, der S8 hängt den 760 sogar ab, sprintet ihm selbst von 0-200 km/h voraus.
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* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist (www.dat.de).
Die beiden Luxus-Limos unterscheiden sich im Charakter
Geschmacksache: Der Audi ist dynamischer, der BMW komfortabler – großartige Autos sind beide.
Ohnehin wirkt der V8 im Audi lebendiger, wacher und schneller. Falls es in dieser Liga von Belang sein sollte: Das Triebwerk im S8 malocht sogar sparsamer, trinkt auf 100 Kilometern fast zwei Liter weniger. Beide Autos genehmigen sich übrigens Super plus. Auch in die andere Richtung in Sachen Tempo punktet Audi. Der S8 bremst innerhalb von 33,6 Metern von 100 km/h bis zum Stillstand. Das schaffen selbst manche Sportler nicht. BMW ankert ähnlich zuverlässig und souverän. Trittfeste 21-Zoll-Räder helfen dem Audi dabei, allerdings verhageln die flachen Gummis auch dessen Komfortbilanz. Er rumpelt spröde über Frostaufbrüche. Lohn der dynamischen Auslegung: fein dirigierbar, verbindlich in Kurven. Der BMW federt erstklassig, läuft ungenauer. Für beide Autos gilt: absolut fahrsicher, volle Lotte durch Assistenten geschützt, erstklassige Sitze. Da möchte man mal Generaldirektor sein. Oder noch besser: sein Chauffeur.
Das Fazit: Beide Limousinen schöpfen aus dem Vollen. Leistung? Volles Rohr! Assistenz? Auf dem Posten! Luxus und Komfort? Jawoll, Herr Direktor! Doch: Im Audi kommen auch Selbstfahrer auf ihre Kosten. Daneben steht der kleinere Preis. Im S8 geht der Chef besser steil.