Audi TTS/BMW M235i Performance/Peugeot RCZ R: Test
Das Gelbe vom Ei

Leichter, stärker, greller und mit einem guten Allrad-Gag schickt Audi den TTS in Runde drei. Ein erster Schlagabtausch mit der Konkurrenz aus Bayern und Frankreich.
- Stefan Helmreich
Eigentlich müssten wir jetzt erst mal ein paar Zeilen lang auf dem Design des neuen TT rumreiten, müssten Sätze bilden, in denen Wörter wie "behutsam" und "Ikone" vorkommen und dann noch unsere persönliche Meinung kundtun. Allerdings haben wir für diesen exklusiven Vergleich hier keine drei Stunden Zeit, sodass wir uns zunächst nicht groß mit Oberflächlichkeiten aufhalten können. Spanien, paarunddreißig Grad, auf Herrn Zwaarts Privatanwesen – besser bekannt als Ascari Race Ressort. Drinnen in den Paddocks klauben Hostessen gerade die wenigen Ciabattakrümel zusammen, die der Journalistenschwarm vom mediterranen Buffet übrig gelassen hat, und in der Box bekommt unser dösender TT S noch ein paar Insektenkadaver vom Vegasgelb poliert – als sich BMW und Peugeot – durchbohrt von den kritischen LED-Blicken der Audi-Flotte – aufs Gelände schleichen.

Zwei Liter Hubraum, 310 PS und 380 Newtonmetern – die nackten Daten zum neuen TTS.
Bild: Werk

Als Kompaktcoupé ist der 2er im Vergleich zu TT und RCZ körperlich etwas gehandikapt.
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Weniger Leistung: Aber der Peugeot RCZ R macht fast alles mit Spieltrieb wieder wett.
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Der Peugeot RCZ bleibt zeitlos
Allerdings merkt man ihm stellenweise schon an, dass er sich dafür ganz schön verausgaben muss: Laderwinseln, Wastegateseufzen, Drehzahljaulen. Und zu allem Überfluss hält ihn sein Getriebe auch noch ständig unter Dampf. Statt – wie inzwischen üblich – in den großen Gängen etwas auszuspannen, übersetzt es ihn steil bis zum letzten Zipfel des Drehzahlbands hinaus. Im Klartext: Bei 250 km/h, wo der Sportautomat des BMW noch zwei Schongänge in petto hat, hängt der Drehzahlzeiger des RCZ im tiefroten Bereich. Doch der aufopferungsvolle Motor passt prima zum Rest: zur Vorderachssperre, die wohl eher die Aufhängung aus den Domen brechen würde, als den Asphalt loszulassen; oder auch zum Fahrwerk mit härteren Federn, Sportbremse und 19-Zöllern, das einen per Standleitung mit der Fahrbahn kontaktiert. Ein Verwöhnprogramm gibt es ebenso wenig wie anderes Adaptivgedöns: Zwischen Sport- und Eco-Modi entscheidet das Gaspedal, die Schaltstrategie muss man mit seinem rechten Arm abstimmen, und das ESP kennt nur Ja oder Nein. Von gestern? Ne, zeitlos!
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Fazit
Nicht nur stilistisch konserviert Audi den TT-Charakter, auch das Fahrgefühl kann man sich als Audi-Kenner durchaus ausmalen. Etwas energischer im Schub, etwas filigraner in der Lenkung, aber – jetzt kommt’s – dank des vorausdenkenden Allradantriebs auf Knopfdruck agiler im Heck. Ohne es verschreien zu wollen, doch der stämmige M235i wird sich schwertun gegen diesen TT S, sehr schwer sogar. Er kurvt schwülstiger, motorisiert dafür aber unnachahmlich sechsy und klingt derart herzergreifend, dass er dem wie besessen aufgeigenden RCZ R fast noch die Rolle des Publikumslieblings abgejagt hätte. Wie gesagt: fast.
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