VW: Stellenabbau bei Volkswagen

Audi und VW: Pläne zum Stellenabbau

Audi-Chef krempelt VW-Tochter um

Nicht nur bei der Kernmarke VW, auch bei Tochter Audi stehen massive Veränderungen an – samt Stellenabbau. Den kündigte der neue Chef Bram Schot an!
(dpa/Reuters/cj) Der neue Vorstandschef Bram Schot will die Volkswagen-Tochter Audi nach dem Skandal um manipulierte Dieselmotoren und die holprige Umstellung auf den neuen Abgas-Standard WLTP umkrempeln. "Wir haben eine doppelte Transformation zu meistern", sagte der Niederländer am 14. März 2019 in Ingolstadt. Die Produktpalette solle neu strukturiert werden: "Es wird Dinge geben, die wir in Zukunft nicht mehr machen." Audi müsse die Produktivität deutlich erhöhen und sich stärker auf seine "unternehmerische Kerneigenleistung" konzentrieren.

15 Milliarden Euro bis 2022 sparen

Audi-Chef Bram Schot kündigte für die kommenden Jahre massive Veränderungen bei der VW-Tochter an.

Allerdings werde 2019 "ein Übergangsjahr" mit vermutlich nur moderater Steigerung bei Verkauf und Umsatz. Um profitabler zu werden, will Schot Stellen abbauen, die Aufgaben zwischen den Werken neu verteilen, gemeinsame Plattformen mit VW und Porsche stärker nutzen und bis 2022 insgesamt 15 Milliarden Euro einsparen. Zudem will Schot das Angebot margenstarker Autos ausbauen und bis 2025 in der Oberklasse und oberen Mittelklasse 15 Modelle anbieten und nicht nur 20, sondern 30 Elektro- und Hybrid-Modelle. Im vergangenen Jahr hatte Audi wie andere Hersteller massive Probleme mit WLTP und vor allem deshalb nur noch 1,8 Millionen Autos verkauft. Der Umsatz sank auf 59,2 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn brach um 24 Prozent ein auf 3,53 Milliarden Euro.

Bis zu 7000 Stellen weniger bei VW

Bei seiner Kernmarke VW Pkw will der Volkswagen-Konzern in den nächsten fünf Jahren zusätzlich 5000 bis 7000 Stellen streichen. Wie das Unternehmen am 13. März 2019 in Wolfsburg weiter mitteilte, will VW Routineaufgaben automatisieren und unter anderem auch damit ab 2023 eine Gewinnverbesserung von 5,9 Milliarden Euro jährlich erzielen. Stellen sollen beim altersbedingten Ausscheiden von Mitarbeitern nicht neu besetzt werden. Die bis 2025 geltende Beschäftigungssicherung bekräftigte der Autobauer.

Investitionen in Elektroautos

Hintergrund ist, dass VW derzeit viel Geld in moderne IT-Systeme investiert. Das eröffnet Spielraum für das Management, über Stellenstreichungen Kosten zu sparen. Bereits seit einigen Tagen steht der Personalabbau bei der Marke VW im Raum. Zudem will Volkswagen die Modellvielfalt reduzieren und Materialkosten senken. Mit dem eingesparten Geld will VW-Chef Herbert Diess die anstehenden Investitionen für den Schwenk zu Elektromodellen stemmen und die Digitalisierung des Unternehmens vorantreiben. Allein die Digitalisierung der Verwaltung und neue IT-Systeme kosten VW 4,6 Milliarden Euro. Die Ausgaben für Zukunftsthemen steigen bis 2023 auf 19 Milliarden Euro, acht Milliarden mehr als ursprünglich geplant.

Stellenabbau in der VW-Verwaltung

Die Stellen sollen in der Verwaltung wegfallen. Inklusive der technischen Entwicklung beschäftigt VW in indirekten Bereichen rund 54.000 Mitarbeiter. Mit den bisherigen Sparprogrammen habe VW bereits viel erreicht, sagte der bei der Marke VW für das Tagesgeschäft zuständige Manager Ralf Brandstätter: "Aber wir müssen noch deutlich mehr tun, um die anstehenden Herausforderungen auch in der Zeit nach 2020 zu bewältigen."

Weltweiter Abbau von 30.000 Stellen

Im Herbst 2016 hatte das Unternehmen mit der Arbeitnehmerseite bereits ein großes Sparprogramm verabredet, das bis Ende 2020 läuft. Es sieht den weltweiten Abbau von 30.000 Stellen vor, 23.000 davon in Deutschland. Im Gegenzug sollen 9000 Arbeitsplätze in Zukunftsbereichen wie der Softwareentwicklung neu entstehen, betriebsbedingte Kündigungen sind bis 2025 ausgeschlossen. Das Programm sollte eine Ergebnisverbesserung von 3,7 Milliarden Euro ab 2020 bringen und die Produktivität der Werke deutlich erhöhen.

Renditeziele verfehlt

Die Marke VW verfehlte im vergangenen Jahr ihre Renditeziele, vor allem weil die Probleme rund um den neuen Abgas- und Verbrauchstest WLTP viel Geld kosteten. Weil Zulassungen nach dem neuen Prüftest fehlten, konnte lange Zeit nur ein eingeschränktes Modellangebot verkauft werden.
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