Audis neue Elektromarke in China heißt "AUDI" – in Großbuchstaben und ohne die vier Ringe. Das hatte bei uns Ende 2024 für Aufsehen gesorgt.

Premiere auf der Auto Shanghai

Jetzt ist klar, wann wir den ersten Serien-AUDI zu Gesicht bekommen. Das Auto wird am 23. April 2025 auf der Auto Shanghai vorgestellt. Ab September geht er in China in den Verkauf, wie Vertriebschef Marco Schubert im Interview mit der "Automobilwoche" verraten hat.

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Das Fahrzeug ist übrigens kein reines Produkt aus Ingolstadt. Bei AUDI arbeiten die Ingolstädter mit dem chinesischen Autokonzern SAIC zusammen.
AUTO BILD geht davon aus, dass es sich um die Serienversion der zeitgleich unter dem neuen Namen "E concept" vorgestellten Studie handelt. Anders als die Designrichtung steht eines aber noch nicht fest: Welches Segment AUDI zuerst bedienen möchte. Der elektrische Sportback soll ein Ausblick auf gleich drei Modelle für die Mittel- und Oberklasse sein.

Typische Audi-Merkmale fehlen

Und wie sieht so ein AUDI aus? Typische Audi-Merkmale wie den Singleframe-Grill sucht man vergebens. Ohne den beleuchteten AUDI-Schriftzug auf einem schwarzen Streifen zwischen den Scheinwerfern könnte man das Showcar auch bei Lucid verorten. Für Fans der vier Ringe dürfte das Design zu beliebig sein.
AUDI E concept
Die leicht abfallende Dachlinie mündet beim Showcar in einen großen Spoiler.
Bild: AUDI AG
Der E concept ist 4870 Millimeter lang, 1990 mm breit, 1460 mm hoch und hat einen Radstand von 2950 mm. Zwei schmale, viereckige Lichtblöcke pro Seite dienen als Scheinwerfer – dabei scheint es sich um Matrix-LEDs zu handeln. Komplettiert wird die Lichtsignatur von einem viereckigen Rahmen zwischen Scheinwerfern und Schürze, der sich aus vielen filigranen LED-Punkten zusammensetzt. Im selben Stil, wenn auch leicht abgewandelt und mit extrem schmalen Rücklichtern, ist das Lichtdesign am Heck gestaltet.

Riesen-Bildschirm und KI-Avatar

Der Innenraum ist übersichtlich und luftig gestaltet. Bildschirmtechnisch wird geklotzt: Ein 4K-Display erstreckt sich über die gesamte Breite des Armaturenbretts. Auf den zweiten Blick fällt ein schwarzes Element auf, das mittig in das Armaturenbrett integriert ist. Es handelt sich um den AUDI Assistant, einen KI-Avatar. Über den lassen sich per Touch und Sprache Fahrzeugfunktionen steuern. Ebenfalls neu ist die Touchleiste mit zwei Walzen in der Mittelkonsole. Neben Sprachsteuerung, Touchbedienung und einigen wenigen Knöpfen arbeitet das Infotainmentsystem auch mit Gesichtserkennung.

AUDI E concept Innenraum
Das schwarze Element mittig im Armaturenbrett nennt sich AUDI Assistant und ist ein KI-Avatar.
Bild: AUDI AG

Die Studie ist 775 PS stark

Das Antriebslayout wirkt ziemlich serienreif. Das Showcar ist mit Allrad ausgerüstet (ein Elektromotor pro Achse). Die Systemleistung ist beachtlich, 570 kW (775 PS) stehen auf dem Datenblatt. Entsprechend soll der Sprint auf Tempo 100 in nur 3,6 Sekunden erledigt sein.
Damit trotz der hohen Leistung eine vernünftige Reichweite drin ist, hat man sich für einen 100-kWh-Akku entschieden. Da die chinesische Reichweitenmessung allerdings extrem optimistisch ist, dürfte die Werksangabe von über 700 Kilometern eher unrealistisch sein.
Dank 800-Volt-Architektur fallen die Ladestopps wenigstens nicht allzu lange aus. Wie schnell der Akku sich am Schnellader befüllen lässt, wird allerdings noch nicht verraten. Aber: Zehn Minuten soll es dauern, 370 Kilometer (nach dem chinesischen Reichweitenzyklus) nachzuladen.
Ob AUDI ohne die vier Ringe neue Käufer in China erschließt, wird sich zeigen. Mit der beliebigen Designsprache läuft man dazu Gefahr, einer unter vielen zu sein. Denn die Konkurrenz starker Mittel- und Oberklasseautos mit schneller Ladetechnik ist groß.