AUTO BILD 30/2026
Die neue AUTO BILD ist da – mit diesen Themen!

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Bild: AUTO BILD Montage / Jennifer Ehlers
Editorial
VW sucht den Ausweg
Schlanker, robuster, effizienter, schneller. So klingt der Zukunftsplan von VW. Und mal ehrlich: Das würde jeder sofort unterschreiben. Und zwar wirklich jeder. Genau das ist das Problem. Denn was gut klingt, bleibt erstaunlich unkonkret. Während in den Medien über Werksschließungen und den Abbau von bis zu 100.000 Stellen spekuliert wird, fehlen im Zukunftsplan die harten Antworten. Klar ist nur: VW will die Modellpalette deutlich verschlanken. Bis 2030 könnte die Zahl der angebotenen Modelle und Varianten um bis zu 50 Prozent sinken.
Aber was heißt das konkret? Touran und Touareg laufen bereits aus, für das T-Roc Cabrio ist das Ende im kommenden Jahr beschlossen. Weitere Modelle, Varianten und Ausstattungen könnten folgen. Eine konkrete Streichliste gibt es bislang nicht.
Der Fall VW zeigt ziemlich deutlich, wo die Branche gerade steht: Industrie und Markt laufen nicht im gleichen Takt. Die Hersteller brauchen eine klare Richtung, doch der Markt liefert sie nicht.

Lena Trautermann, stellvertretende Chefredakteurin AUTO BILD.
Bild: Lena Trautermann
Das Ergebnis ist ein Stochern im Nebel. VW spart und streicht. BMW und Mercedes kämpfen mit schwächeren Zahlen, Ford baut in Köln Stellen ab, Opel verliert Entwicklungsjobs in Rüsselsheim. Und bei den Zulieferern brennt es längst ebenfalls. Es geht also nicht nur um VW. Es geht um einen ganzen Standort. Während wir in Deutschland um Arbeitsplätze, Tradition und Renommee ringen, schaltet China auf Angriff. Neue Produkte drängen in immer kürzeren Abständen auf den Markt. BYD arbeitet daran, die Produktzyklen auf 12 bis 24 Monate zu verkürzen. Der Druck steigt also weiter.
Arbeitsplätze zu sichern ist wichtig. Keine Frage. Es geht um Menschen, Familien, Werke und ganze Regionen, die von der Autoindustrie leben. Aber sichern heißt nicht, an alten Strukturen einfach festzuhalten. Wer die deutsche Industrie wieder stärken will, muss sie umbauen: schneller entscheiden, einfacher produzieren, konsequenter investieren. In Software, Batterietechnik, Werke, Menschen und Modelle, die auch morgen noch gefragt sind.
Denn am Ende geht es nicht darum, die Vergangenheit zu bewahren. Sondern darum, Deutschlands wichtigste Industrie so aufzustellen, dass sie auch in Zukunft noch eine ist.
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Bild: AUTO BILD Montage / Jennifer Ehlers
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