Besonders im Winter muss die Autobatterie leiden. Nicht nur die kühlen Temperaturen, sondern auch viele elektrische Verbraucher wie die Sitzheizung, die Heckscheibenheizung oder das Gebläse kosten der Batterie Kraft. Besonders kurze Strecken können der Autobatterie den Rest geben. Auf Kurzstrecken kann die Batterie nämlich nicht vollständig geladen werden und sie entlädt sich mit der Zeit. Doch eine leere Batterie muss nicht gleich ausgetauscht werden, sie lässt sich mit einem Ladegerät meist wieder aufladen. AUTO BILD erklärt, wie das Aufladen funktioniert und warum es wichtig ist, die Batterie regelmäßig aufzuladen.

Autobatterie aufladen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Genaue Anweisungen zum Vorgehen beim Laden finden sich in den Herstellerangaben zur Batterie und in der Anleitung des Ladegeräts. Zündung, Motor und sonstige Stromquellen müssen während des gesamten Ladevorgangs der Batterie ausgeschaltet sein. Wichtig: Vor dem Ladevorgang prüfen, ob alle Belüftungsschlitze der Batterie frei sind, damit sich eventuell freigesetzte Gase nicht stauen.
Schritt 1: Wenn nötig, den Akku vom Stromkreis trennen (Anleitung des Fahrzeugherstellers beachten). Dazu zuerst die Verbindung am Minuspol (schwarz) und dann am Pluspol (rot) abklemmen.
Schritt 2: Ausgeschaltetes Ladegerät anschließen. Zuerst das rote Kabel am Pluspol, dann das schwarze Kabel am Massepunkt des Autos (bei eingebauter Batterie) bzw. am Minuspol der Batterie (bei ausgebautem Akku).
Schritt 3: Ladegerät einschalten. Achtung: Erst wenn alle Verbindungen hergestellt sind, darf das Ladegerät eingeschaltet werden, andernfalls drohen Schäden an der Starterbatterie.
Schritt 4: Ladevorgang beenden. Moderne Ladegeräte schalten bei vollem Akku automatisch ab bzw. gehen in der Ladungs-Erhaltungsmodus.
 

Ladegeräte im Test

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
1.
Testsieger
CTEK CT5 Time To Go
1,2 (sehr gut)
2.
NOCO Genius 5
1,5 (gut)
3.
Preis-Leistungs-Sieger
Bosch C3
1,5 (gut)
4.
Gysflash 6.12
1,8 (gut)
5.
Optimate 6
1,8 (gut)
6.
Eufab 16616
2,3 (gut)
7.
Norauto Essential
2,6 (befriedigend)
8.
Einhell CE-BC 6M
3,6 (ausreichend)

Autobatterie mit einem Ladegerät laden: Das ist zu beachten

So gut wie alle Autobatterien sind heutzutage wartungsfrei, sodass vor dem Ladevorgang keine Überprüfung des Säurestands nötig ist. Bei älteren Batterien (erkennbar an aufschraubbaren Zellverschlüssen an der Oberseite) sollte zuvor der Säurestand gecheckt werden. Wichtig: Vor Beginn des Aufladens sicherstellen, dass das Ladegerät für den Batterietyp (z. B. Blei-Säure-Batterien oder Gel-Batterien) geeignet ist. Es empfiehlt sich, auf ein Autobatterie-Ladegerät zurückzugreifen, das über einen automatischen Abschaltmechanismus (Delta-Peak-Abschaltung) verfügt und den Vorgang beendet, sobald die Starterbatterie vollgeladen ist. Am besten geeignet sind Ladegeräte mit einer sogenannten Mikroprozessorsteuerung. Sie erkennen beim Anschließen automatisch Batterietyp und -spannung und laden den Akku optimal auf.
14 Erhaltungs-Ladegeräte im Test - CTEK CT5 TIME TO GO
Mit Ladegeräten wie dem AUTO BILD-Testsieger CTEK CT5 Time To Go lassen sich Autobatterien nachladen.

Ansonsten müssen am Ladegerät noch Einstellungen vorgenommen werden. Dabei wird das Aufladen am besten mit einer geringen Laderate begonnen, die langsam angehoben wird, bis die gewünschte Stromstärke erreicht ist. Grundsätzlich sollte für eine gute Belüftung der Batterie gesorgt sein, da sie sich während des Ladens erwärmt. Der Akku sollte dabei im Auge behalten werden: Kommt es zu einer starken Wärmeentwicklung, heftigen Ausgasungen oder sogar dem Austreten des Elektrolyts, muss der Ladevorgang beendet werden. Moderne, hochwertige Ladegeräte verfügen über eine Schutzfunktion, die das Gerät bei Erreichen der Gasungsspannung ausschaltet. Im Zweifelsfall ist unbedingt eine Fachwerkstatt aufzusuchen.

Warum muss die Batterie regelmäßig geladen werden?

Idealerweise hat die Autobatterie immer eine Spannung von (über) 12,6 Volt und ist voll aufgeladen. Denn sobald die Spannung für längere Zeit darunter fällt, beginnt die sogenannte Sulfatierung. Das heißt, es lagern sich kleine Sulfatkristalle an den Bleiplatten ab. Dadurch sinkt mit der Zeit die Leistungsfähigkeit der Batterie – ergo: Sie geht kaputt. Damit das nicht passiert, sollte man die Autobatterie regelmäßig laden. Auf Langstrecken passiert das automatisch durch die Lichtmaschine. Wird jedoch viel Kurzstrecke gefahren, kann die Lichtmaschine die Batterie oft nicht vollständig nachladen. Deswegen sollte man regelmäßig ein Ladegerät anschließen. Alternativ kann mit einem Batterietester die Spannung überprüft werden und dann reagiert werden, wenn sie sich dem kritischen Bereich nähert. Weitere Tipps zur Batteriepflege, gibt es hier

Batterie nur entladen oder kaputt?

Tritt die Entladung aufgrund eines Defektes oder Altersschwäche auf, bringt auch das Aufladen keine Besserung. Eine altersschwache Autobatterie ist daran zu erkennen, dass sie selbst nach langer Überlandfahrt oder einem Ladevorgang noch Startschwierigkeiten hat. In modernen Autos halten Batterien meist nur noch vier bis fünf Jahre, was vor allem auf die gesteigerten Anforderungen durch Klimaanlage, Sitzheizung etc. zurückzuführen ist. Das genaue Alter der Autobatterie ist am aufgedruckten Frischedatum abzulesen. Eine letzte Möglichkeit vor dem Austausch des Akkus, ist das Anschließen eine sogenannten Batteriepulsers. Mit Spannungsspitzen soll das Gerät Sulfatkristalle, die das Laden der Batterie verhindern, zerstören. Den Prozess nennt man Desulfatierung. Auch viele moderne Ladegeräte verfügen über eine Desulfatierungsfunktion. Bringt auch das keine Besserung, hilft nur noch der Einbau einer neuen Autobatterie.