Autobatterie aufladen: So geht's

Autobatterie laden: Anleitung und Tipps

So laden Sie eine schwache Autobatterie wieder auf

Wenn die Autobatterie schwächelt, muss sie nicht immer gleich gewechselt werden. Oft hilft es, sie mit einem Ladegerät wieder aufzuladen. AUTO BILD erklärt, wie's geht!
Gerade im Winter streikt die Autobatterie häufig. Der Grund sind die kühlen Temperaturen, die den Akku Leistung kosten und gleichzeitig viele aktive Verbraucher, wie zum Beispiel die Sitzheizung, die von der Autobatterie versorgt werden müssen. Wer dann häufig nur kürzere Strecken fährt, gibt der Autobatterie den Rest. Denn auf Kurzstrecken kann die Batterie nicht vollständig nachgeladen werden, sie entlädt sich also mit der Zeit. Wenn die Autobatterie leer ist, hilft nur eins: Sie mit einem Ladegerät wieder aufladen. Wer clever ist, beugt vor, indem der Akku regelmäßig nachgeladen wird. Wie das geht, und warum es so wichtig ist, die Batterie regelmäßig aufzuladen, erklärt AUTO BILD.

Autobatterie aufladen: So geht's

Genaue Anweisungen zum Vorgehen beim Laden finden sich in den Herstellerangaben zur Batterie und in der Anleitung des Ladegeräts. Zündung, Motor und sonstige Stromquellen müssen während des gesamten Ladevorgangs der Batterie ausgeschaltet sein. Wichtig: Vor dem Ladevorgang prüfen, ob alle Belüftungsschlitze der Batterie frei sind, damit sich eventuell freigesetzte Gase nicht stauen.
Schritt 1: Wenn nötig, den Akku vom Stromkreis trennen (Anleitung des Fahrzeugherstellers beachten). Dazu zuerst die Verbindung am Minuspol (schwarz) und dann am Pluspol (rot) abklemmen.
Schritt 2: Ausgeschaltetes Ladegerät anschließen. Zuerst das rote Kabel am Pluspol, dann das schwarze Kabel am Massepunkt des Autos (bei eingebauter Batterie) bzw. am Minuspol der Batterie (bei ausgebautem Akku).
Schritt 3: Ladegerät einschalten. Achtung: Erst wenn alle Verbindungen hergestellt sind, darf das Ladegerät eingeschaltet werden, andernfalls drohen Schäden an der Starterbatterie.
Schritt 4: Ladevorgang beenden. Moderne Ladegeräte schalten bei vollem Akku automatisch ab bzw. gehen in der Ladungs-Erhaltungsmodus.
Equipment zur Batteriepflege

Novitec Megapulse Batteriepulser

CTEK MXS 5.0

Bosch C3 Batterieladegerät

CTEK CT5 Time To Go

Starthilfekabel

Batterietester

Autobatterien

Autobatterie mit einem Ladegerät laden: Das ist zu beachten

Mit Ladegeräten wie dem AUTO BILD-Testsieger CTEK CT5 Time To Go lassen sich Autobatterien nachladen.

©GTÜ

So gut wie alle Autobatterien sind heutzutage wartungsfrei, sodass vor dem Ladevorgang keine Überprüfung des Säurestands nötig ist. Bei älteren Batterien (erkennbar an aufschraubbaren Zellverschlüssen an der Oberseite) sollte zuvor der Säurestand gecheckt werden. Wichtig: Vor Beginn des Aufladens sicherstellen, dass das Ladegerät für den Batterietyp (z. B. Blei-Säure-Batterien oder Gel-Batterien) geeignet ist. Es empfiehlt sich, auf ein Autobatterie-Ladegerät zurückzugreifen, das über einen automatischen Abschaltmechanismus (Delta-Peak-Abschaltung) verfügt und den Vorgang beendet, sobald die Starterbatterie vollgeladen ist. Am besten geeignet sind Ladegeräte mit einer sogenannten Mikroprozessorsteuerung. Sie erkennen beim Anschließen automatisch Batterietyp und -spannung und laden den Akku optimal auf.
Ansonsten müssen am Ladegerät noch Einstellungen vorgenommen werden. Dabei wird das Aufladen am besten mit einer geringen Laderate begonnen, die langsam angehoben wird, bis die gewünschte Stromstärke erreicht ist. Grundsätzlich sollte für eine gute Belüftung der Batterie gesorgt sein, da sie sich während des Ladens erwärmt. Der Akku sollte dabei im Auge behalten werden: Kommt es zu einer starken Wärmeentwicklung, heftigen Ausgasungen oder sogar dem Austreten des Elektrolyts, muss der Ladevorgang beendet werden. Moderne, hochwertige Ladegeräte verfügen über eine Schutzfunktion, die das Gerät bei Erreichen der Gasungsspannung ausschaltet. Im Zweifelsfall ist unbedingt eine Fachwerkstatt aufzusuchen.

Warum muss die Batterie regelmäßig geladen werden?

Idealerweise hat die Autobatterie immer eine Spannung von (über) 12,6 Volt und ist voll aufgeladen. Denn sobald die Spannung für längere Zeit darunter fällt, beginnt die sogenannte Sulfatierung. Das heißt, es lagern sich kleine Sulfatkristalle an den Bleiplatten ab. Dadurch sinkt mit der Zeit die Leistungsfähigkeit der Batterie – ergo: Sie geht kaputt. Damit das nicht passiert, sollte man die Autobatterie regelmäßig laden. Auf Langstrecken passiert das automatisch durch die Lichtmaschine. Wird jedoch viel Kurzstrecke gefahren, kann die Lichtmaschine die Batterie oft nicht vollständig nachladen. Deswegen sollte man regelmäßig ein Ladegerät anschließen. Alternativ kann mit einem Batterietester die Spannung überprüft werden und dann reagiert werden, wenn sie sich dem kritischen Bereich nähert. Weitere Tipps zur Batteriepflege, gibt es hier

Batterie nur entladen oder kaputt?

Tritt die Entladung aufgrund eines Defektes oder Altersschwäche auf, bringt auch das Aufladen keine Besserung. Eine altersschwache Autobatterie ist daran zu erkennen, dass sie selbst nach langer Überlandfahrt oder einem Ladevorgang noch Startschwierigkeiten hat. In modernen Autos halten Batterien meist nur noch vier bis fünf Jahre, was vor allem auf die gesteigerten Anforderungen durch Klimaanlage, Sitzheizung etc. zurückzuführen ist. Das genaue Alter der Autobatterie ist am aufgedruckten Frischedatum abzulesen. Eine letzte Möglichkeit vor dem Austausch des Akkus, ist das Anschließen eine sogenannten Batteriepulsers. Mit Spannungsspitzen soll das Gerät Sulfatkristalle, die das Laden der Batterie verhindern, zerstören. Den Prozess nennt man Desulfatierung. Auch viele moderne Ladegeräte verfügen über eine Desulfatierungsfunktion. Bringt auch das keine Besserung, hilft nur noch der Einbau einer neuen Autobatterie.

Fotos: Thomas Ruddies

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