Autokunst im Karlsruher Museum ZKM
Kunstwerk Auto

–
Anlässlich der der 125-Jahr-Feier des Autos zeigt das Karlsruher Museum ZKM einen etwas anderen Autosalon. Die Ausstellung "Car Culture. Medien der Mobilität" ist eher ein Abgesang als eine Liebeserklärung.
(dpa) Ein verfetteter roter Porsche empfängt die Besucher. Die stromförmigen Linien hat der Wiener Künstler Erwin Wurm zu Speckringen umgeformt. Eine Karikatur auf die immer dicker werdenden Autofahrer oder eine Metapher für eine aufgeblähte Autoindustrie? Mit mehr als 80 Kunstwerken rund um das Thema Auto will das Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie ab diesem Freitag (17. Juni 2011) den Blick auf des Deutschen liebstes Spielzeug schärfen. Die Schau ist – im Gegensatz zu anderen Autosalons – eher ein Abgesang als eine Liebeserklärung. Die Ausstellung "Car Culture. Medien der Mobilität" ist Teil der 125-Jahr-Feier des Autos. Der "Selbstläufer" wurde 1886 von Carl Benz zum Patent angemeldet und ist seitdem seinem Namen gerecht geworden. "Keine Erfindung hat dem Menschen so viel Freiheit gegeben und soviel Unfreiheit gleichermaßen", sagte der Kölner Künstler HA Schult bei der Vorstellung der Schau. Er hat gleich drei Werke beigesteuert.
125 Jahre Auto: Die peinlichsten Autos aller Zeiten

Krawumms: Der Wiener Architekt Hans Hollein lässt vor dem Gebäude einige Käfer vom Himmel auf die Erde fallen.
125 Jahre Auto: Die wichtigsten Allradler aller Zeiten

Viele haben es schon immer gewusst: Der Mercedes-Stern taugt auch als Fadenkreuz.
"Die Sicht der Künstler auf das Auto ist nicht so optimistisch wie die der Autobauer", fasst ZKM-Leiter Peter Weibel zusammen. Er selbst hält die Zukunft des Autos auch für eine Illusion. Das Zeitalter einer neuen Mobilität habe längst begonnen. Mit der Funktechnologie könnten Botschaften ohne Materialeinsatz große Wege zurücklegen. Die Ausstellung zeigt deshalb in einer Sonderschau die Entwicklung der Telekommunikation, die mit den Forschungen von Heinrich Hertz auch in Karlsruhe ihren Anfang nahm. Sie hat für Weibel in einigen Lebensbereichen das Auto bereits überflüssig gemacht. Als Beispiel nennt er die sozialen Netzwerke: "Viele Menschen fahren heute nicht mehr zu einem gemeinsamen Treffen mit Freunden, sondern sie treffen sich im Internet."
Service-Links