Hundert autonom fahrende Volvo XC90 sollen ab 2017 testweise im Stadtverkehr von Göteborg eingesetzt werden. Die Mitglieder der vierköpfigen Familie Hain sind die ersten Alltagsnutzer, die das SUV im Auftrag von Volvo dort fahren werden. Auf der Detroit Auto Show 2017 haben die Schweden ihren XC90 von Volvo-Chef Håkan Samuelsson übergeben bekommen. Mit möglichst frühzeitigen Tests im täglichen Einsatz will Volvo die autonome Technik an den Anforderungen der Nutzer entlang entwickeln. Mit den gewonnenen Erkenntnissen hoffen die Schweden, 2021 die ersten vollkommen autonomen Fahrzeuge auf den Markt bringen zu können.
So funktioniert Volvos Autopilot
Vor allem auf dem täglichen Weg zu Arbeit soll der Autopilot den Fahrer unterstützen.
Bild: Werk
Die Handlungsanweisung fürs autonome System, den "IntelliSafe" genannten Autopilot von Volvo, ist einfach: Zunächst an den beiden rechts und links vom Steuer angebrachten Paddeln ziehen. Anschließend warten, bis der Wagen das Einschalten des Autopiloten meldet. Dann die Hände vom Lenkrad nehmen. Und dann das wichtige Memo vom Chef lesen. Ein paar Kilometer später verläuft das Ganze in umgekehrter Reihenfolge.
Volvo stellt sich die Bedienung des Autopiloten an Bord seiner Fahrzeuge vor allem unkompliziert vor.
Bild: Werk
Volvo stellt sich das autonome Fahren vor allem einfach und täglich einsetzbar vor. Der IntelliSafe-Autopilot meldet dem Fahrer, sobald der Wagen beispielsweise über die Stadtautobahn fährt und autonom fahren könnte. Um das zu tun, zieht der Fahrer an den beiden zwei Paddeln hinter dem Lenkrad, bis diese grün leuchten, dann steuert der Wagen den Rest des Weges selbstständig, inklusive Beschleunigen, Bremsen und Überholen. Sobald der Wagen sich einer Strecke nähert, auf der autonomes Fahren nicht mehr möglich ist, informiert das Auto den Fahrer, damit der wieder die Kontrolle übernehmen kann. Tut er das nicht innerhalb kurzer Zeit, stoppt das Auto bei der nächsten Haltemöglichkeit.
Hundert autonome XC90 werden im Rahmen des Feldversuchs "Drive Me" unterwegs sein.
Bild: Werk
So soll der Weg ins Büro nicht nur weniger unfallträchtig, sondern vor allem produktiver werden. Im "Drive Me" getauften Feldversuch in Göteborg, der Heimatstadt des Herstellers, muss der autonome XC90 2017 sein Können unter Beweis stellen. Im Rahmen dies Projekts werden hundert vernetzte XC90 in der Stadt an der schwedischen Ostküste unterwegs sein und Familien wie die Hains sowie Pendler auf ihren täglichen Wegen transportieren. Insgesamt 50 Kilometer Autobahn in und um Göteborg sind dafür gemeinsam mit den Behörden als Teststrecken ausgewählt worden. Die Fähigkeit der hundert XC90 zum autonomen Fahren wird auf den bereits serienmäßig erhältlichen Sensorsystemen aufbauen. Besonderheit des Projekts ist dabei offenbar nicht nur, dass die Systeme an Bord der Fahrzeuge redundant, also doppelt ausgelegt sind wie im Flugzeug. Die Stadt Göteborg kann das autonome Fahren jederzeit aus der Ferne unterbinden – zum Beispiel bei schlechtem Wetter.
Volvo XC90 T6 im Test
1/15
Großer Wagen, kleiner Motor: Als T6 tritt der neue Volvo XC90 mit einem Zweiliter-Vierzylinder an. Ob der für das Dickschiff reicht, klärt unser Test.
Bild: Toni Bader
2/15
Ein flüchtiger Blick recht: Stattlich steht der neue XC90 da, dank klarer Grill-Kontur und fein gezeichneten Scheinwerfern gibt er einen charakterstarken Burschen ab.
Bild: Toni Bader
3/15
Reichlich Raum sowie das nordisch klare Image eines Volvo verleihen dem riesigen SUV etwas Würdevolles.
Bild: Toni Bader
4/15
Dazu passen die Eckdaten: 320 PS, 230 km/h Spitze, Kompressoraufladung inklusive Turbo-Nachbrenner – so geht XL-SUV.
Bild: Toni Bader
5/15
Leider schlägt der gute Eindruck in eine eher unrühmliche Attitüde um, sobald sich der Motor ins Zeug legen muss. Denn dann wirkt der Vierzylinder-Benziner angestrengt. Sobald der Fahrer satte Beschleunigung abruft, ...
Bild: Toni Bader
6/15
... muss sich der Zweiliter unter Drehzahlen abmühen. Volles Autobahntempo schafft der XC zudem nur im vorvorletzten Gang. Entsprechend hoch steigt der Verbrauch. Eine Zehn vor dem Komma muss nicht sein.
Bild: Toni Bader
7/15
Den subjektiven Eindruck bestätigt unser Messblatt: Seinem Versprechen, in 6,5 Sekunden auf Tempo 100 zu stürmen, hängt der große Volvo um über eine halbe Sekunde hinterher.
Bild: Toni Bader
8/15
Sonst aber macht dieses Nordkap auf Rädern alles sehr ordentlich. Die zwei Tonnen (ein Leichtgewicht in dieser Liga) spürt man beim Einlenken kaum, ...
Bild: Toni Bader
9/15
... die Bremse arbeitet wie in einem Sportwagen: 34 Meter aus Tempo 100. Der Federungskomfort stimmt ebenfalls, ...
Bild: Toni Bader
10/15
... bis auf kleine Stöße über die knüppelharten 20-Zoll-Riesenräder nimmt der XC Unebenheiten in der Straßenoberfläche geschmeidig.
Bild: Toni Bader
11/15
Top-Sitze, das niedrige Geräuschniveau und natürlich die himmlische Bowers- &-Wilkins-Audioanlage (3280 Euro) machen ihn zum Reise-Riesen.
Bild: Toni Bader
12/15
Im Innenraum gibt es reichlich Platz und Ablagen. Schade, dass das große Bedienfeld des Multimediasystems im Umgang nervt.
Bild: Toni Bader
13/15
Zu viele Menüschritte müssen richtiggehend erlernt sein, zudem erschweren fettige Fingerabdrücke auf dem Touchpad das Ablesen der Funktionen bei Sonne.
Bild: Toni Bader
14/15
Ab 57.700 Euro fährt der große Schwede vor. Lange nicht das Ende der Preisliste. Mit reichlich Extras an Bord wie bei unserem Testwagen lässt sich der Preis auf fast 90.000 Euro steigern.
Bild: Toni Bader
15/15
Das Fazit: "Riesig, luxuriös, dennoch nicht vollkommen souverän. Hier täte ein wuchtigerer Motor gut. Bei Assistenz und Connectivity steht der XC90 tadellos da." Wertung: vier Sterne.