Autonomes Fahren

Autonomes Fahren: Kommunikation

Die Zeichensprache der Selbstfahrer

Wie sieht die Kommunikation im autonomen Straßenverkehr aus, wenn der Blick zum Fahrer entfällt? Audi, Jaguar und Mercedes haben die Antwort!
Eine wichtige Frage für die Automobilentwickler, die am autonomen Fahren tüfteln, lautet: Wie machen sich die Fahrzeuge im Straßenverkehr bemerkbar, und wie kommunizieren sie ihre Absichten für jeden verständlich? Schließlich entfällt bei einem selbstfahrenden Auto der menschliche Blickkontakt zu anderen Verkehrsteilnehmern. Mercedes hat sich darüber Gedanken gemacht und ein "kooperatives Fahrzeug" konzipiert. Die Technik steckt in einer S-Klasse.

Einleuchtend: Mercedes setzt zur Kommunikation auf ein umlaufendes Band aus türkisfarbenen LEDs.

In erster Linie macht der Sternenkreuzer durch Lichtsignale seine Intention klar. Dabei verzichtet die S-Klasse auf eine große Show, sondern sendet mit Hilfe von Lichtpunkten auf dem Dach sowie Lichtbändern rings ums Auto klare Zeichen. Ein permanent leuchtendes Licht zeigt: Das Fahrzeug ist im autonomen Fahrmodus, unabhängig davon, ob es fährt oder steht. Langsames Blinken bedeutet: Das Fahrzeug bremst ab. Schnelles Blinken: Das Fahrzeug fährt in Kürze los. Forscher haben herausgefunden, dass eine 360-Grad-Anzeige am sinnvollsten ist, bei der die gesamte Außenhülle zum Kommunikationsmedium wird. So wird aus jedem Blickwinkel die Absicht des Fahrzeugs klar.

So funktioniert das autonome Fahren

Der e-tron Sportback setzt auf Projektionen

Deutliche Signale: Der Audi e-tron verdeutlicht seine Absichten mit Projektionen auf die Fahrbahn.

Als "Konversations-Farbe" hat sich bei internen Versuchen der Mercedes-Ingenieure Türkis als ideal herauskristallisiert. Ein bisschen Transformer kann die Roboter-S-Klasse auch. Bevor das Auto losfährt, leuchten die Lichtbänder auf, die Außenspiegel klappen nach außen. Danach hebt sich erst das Heck und schließlich die Front an, wie bei einem Gepard, der bereit ist, loszustürmen. Mehr als Mercedes setzt Audi bei seinen selbstfahrenden Autos auf den "Lichtorgel"-Effekt. Mit Hilfe von Laser-Scheinwerfern und sogenannten Matrix-Feldern projiziert der e-tron Sportback Concept Linien auf die Straße, die die Fahrtrichtung auch für Verkehrsteilnehmer anzeigen, die den Kopf gesenkt haben – weil sie als Fußgänger etwa gerade aufs Smartphone schauen. Biegt das Fahrzeug ab, erscheinen blinkende Pfeile auf dem Boden. So bekommt das Vehikel die Aufmerksamkeit der Generation Handy. Selbst die Audi-typischen vier Ringe erfüllen einen Zweck, denn sie leuchten entweder sehr hell oder dienen als dritte Bremsleuchte.

Beim Zero Pod werden Lichtsymbole auf die Fahrbahn geworfen

Es werde Licht: Auch Jaguar Land Rover setzt beim Zero Pod auf leuchtende Hinweise am Boden.

Mit Hilfe der beiden LED-Lichtfelder unter den Scheinwerfern (jeweils rund 250 LEDs) kommuniziert der Audi mit den anderen Verkehrsteilnehmern. Mit Hilfe der Lichter wird auch angezeigt, ob der Akku des e-tron noch lädt oder ob die Batterien bereits voll sind. "Bei diesem Auto verschmelzen Design, Technik und Funktion", erklärt Audi-Designer Marc Lichte. Ähnlich agiert auch ein Konzeptfahrzeug von Jaguar Land Rover – es wirft Lichtsymbole auf die Fahrbahn. Allerdings beschränkt sich die britische Studie auf Balken, die Fahrmanöver und Richtungsänderungen ankündigen. Bremst das autonom fahrende Automobil ab, verringert sich der Abstand zwischen den virtuellen Balken. Das System wird bereits auf einer Straße in Coventry getestet, um die Reaktion der Menschen auf die Anzeigen zu erforschen.

Autonomes Fahren

Autor: Wolfgang Gomoll

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