Zehn Autowachse im Test

Zehn Autowachse im Test

Autowachse: Test

Mehr Schein als Sein

Zehn Hartwachse im AUTO BILD-Test: Von zehn getesteten Produkten bieten nur fünf einen wäschebeständigen Langzeitschutz.
Flüssigwachs gilt seit Jahrzehnten als Nonplusultra bei Autofahrern, die ihr Fahrzeug pflegen möchten. Die meisten Autowachse sind leicht zu verarbeiten und sollen für einen möglichst langen Schutz des Lacks sorgen – so zumindest die Theorie. Wir wollen wissen, wie gut sie wirklich sind, testen zehn flüssige Hartwachse von neun Herstellern.

Drei Produkte steigern nicht mal den wasserabweisenden Effekt

Schwächen lassen sich hier nicht verstecken: Per 1,5- Kilo-Gewicht werden die Bleche bis zu zehnmal gewaschen.

Das Ergebnis: Wer von einem Wachs vor allem Langzeitschutz erwartet und dass er Fahrzeugwäschen und Witterung trotzt, wird von der Hälfte der getesteten Produkte enttäuscht! Drei (Amor All, Rotweiss, Nigrin) schaffen es nicht einmal, den wasserabweisenden Effekt auf der Lackoberfläche direkt nach Produktanwendung zu steigern. Prüft man nun noch die Beständigkeit nach Fahrzeugwäschen, versagen nicht nur die drei genannten, sondern auch zwei weitere Wachse: Autosol und Liqui Moly. Diese fünf Produkte bieten weder auf einer leicht verwitterten Fläche noch auf Neulack einen wirksamen, wasserabweisenden Schutzfilm. Liqui Moly, Rotweiss und Nigrin neigen zudem beim Auspolieren zu Staubbildung, sodass sich krümelartige Klumpen auf der Lackoberfläche bilden. Das ist vor allem auf dunklen Lacken ärgerlich.

Wer häufig pflegt, sollte zum Preis-­Leistungs­sieger greifen

Wer einen lang anhaltenden, wasserabweisenden Schutz erzielen möchte, greift zum Testsieger A1 Speed Wax Plus 3. Hier ist selbst nach dem zehnten Waschgang ein deutlicher Abperleffekt mess­- und sichtbar. Das Produkt der Firma Dr. Wack ist nicht nur bei der Hydrophobie (Wasserabweisung) ganz vorn, sondern auch bei der Farbauffrischung. Da Auftragen und Abpolieren ebenfalls mühelos klappen, gewinnt Dr. Wack. Der Preis-­Leistungs­sieger, das Glanz­-Wachs von RS 1000, kann bei der Anfangshydrophobie mithalten. Nach dem ersten Auftragen, noch ohne Wäsche, hat es einen fast ebenso hohen Wasserabperleffekt wie das Wachs von Dr. Wack. Wer sein Auto regelmäßig und häufig pflegt, erhält mit dem nur 4,61 Euro teuren Produkt einen hervorragenden Lackschutz. Bei Farbauffrischung, Glanzwerterhöhung und Langzeitbeständigkeit erzielt das Glanz­-Wachs aber nur durchschnittliche Resultate.
Fazit von Lars Busemann: Wer Glanz, Farbauffrischung und echten Langzeitschutz haben möchte, greift zum Speed Wax Plus 3 von Dr. Wack. Vor allem bei der Beständigkeit nach Fahrzeugwäschen hält kein anderes Produkt mit. Der Preis-Leistungssieger von RS 1000 bietet einen sehr guten Schutz nach dem Auftragen, jedoch nur mäßige Langzeitbeständigkeit. Wer sein Auto aber regelmäßig behandelt, erhält für nur 4,61 Euro einen starken wasserabweisenden Schutzfilm. Enttäuschend ist hingegen, dass die Hälfte der getesteten Produkte überhaupt keinen Langzeitschutz bietet!
# Auto-Hartwachse im Test
1.

DR. WACK A1 Speed Wax Plus 3

Preis*: 19,99 Euro

Testurteil: sehr empfehlenswert

2.

SONAX Xtreme Brilliant Wax 1

Preis*: 19,69 Euro

Testurteil: empfehlenswert

3.

SONAX Auto Hartwax

Preis*: 12,79 Euro

Testurteil: empfehlenswert

4.

RS 1000 Glanz-Wachs

Preis*: 4,61 Euro

Testurteil: empfehlenswert

5.

MEGUIAR’S Ultimate Liquid Wax

Preis*: 32,83 Euro

Testurteil: bedingt empfehlenswert

6.

AUTOSOL Nano Protection Hartwachs

Preis*: 8,46 Euro

Testurteil: bedingt empfehlenswert

7.

LIQUI MOLY Hartwachs

Preis*: 7,87 Euro

Testurteil: bedingt empfehlenswert

8.

AMOR ALL Speed Hard Wax

Preis*: 7,32 Euro

Testurteil: bedingt empfehlenswert

9.

ROTWEISS Lackversiegelung

Preis*: 11,11 Euro

Testurteil: nicht empfehlenswert

10.

NIGRIN Performance Hartwachs Lackschutz Turbo

Preis*: 14,95 Euro

Testurteil: nicht empfehlenswert

*Preise der Testprodukte

So haben AUTO BILD und KÜS getestet

Die flüssigen Hartwachse wurden in einem chemischen Fachlabor in Zusammenarbeit mit der Kfz-Prüforganisation KÜS getestet. Auch beim Wachstest kommen mit unischwarzem Wasserbasislack lackierte Bleche zum Einsatz. Drei Viertel der Lackfläche werden mit einer Mattierungspaste verwittert, sodass 80 GE* erreicht werden. Der Glanzgrad wird mit einem Glanzgradmessgerät ermittelt. Die untere Fläche des Blechs bleibt unbehandelt und hat einen Glanzgrad von 90 GE. Dies entspricht einer Neulackierung und ist weder durch Wachse noch Polituren steigerbar. Auf der verwitterten Fläche wird nach Auftragen und Abpolieren der Produkte die Farbauffrischung im Vergleich zur neuwertigen Fläche mit einem Graumaßstab ermittelt, zusätzlich wird die Steigerung des Glanzgrads gemessen.
Wasser soll auch nach Monaten und diversen Wäschen fein vom Lack abperlen. Kern dieses Tests ist somit die Ermittlung der Langzeitwirkung. Dies geschieht bei der Prüfung der Hydrophobie – der Eigenschaft, Wasser zu verdrängen. Auch hierfür gibt es ein spezielles Prüfgerät: den Randwinkelmesser. Gemessen wird der Kontaktwinkel, den ein vom Gerät abgegebener Wassertropfen auf der Lackoberfläche einnimmt. Je höher der Winkelwert, desto hydrophober, also wasserabweisender, ist die Wirkung des Wachses. Die Ausgangswerte beim Kontaktwinkel liegen im Bereich von rund 80 Grad. Dies entspricht einem gepflegten Lack, der nicht mehr perlt. Jedes Testblech wird nach dem Produktauftrag von Hand mit einem Normshampoo gewaschen. Nach jedem der zehn Waschvorgänge wird der Kontaktwinkel gemessen. Die Kunststoffverträglichkeit haben wir an Polycarbonat-Teststreifen im Ofen überprüft.

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