Sie sind die Krönung, die Topmodelle ihrer Reihe, der Inbegriff von Luxus und Fahrkomfort; sie sind Platzriesen, Statussymbole und flotte Reisebegleiter. Große Luxuslimousinen können viel, kosten viel, bieten dafür aber auch eine Menge Prestige, technische Perfektion und jede Menge Gimmicks. Was man bei diesen Prachtexemplaren mit um die zwei Tonnen Lebendgewicht weniger vermutet – und in der Regel wohl auch gar nicht sucht –, ist Sportlichkeit. Klar geht es angesichts des Gewichts und der Größe hier eher um Längsdynamik. Doch ist schon erstaunlich, was manche Limo abseits ihres natürlichen Lebensraums, der Autobahn, zu leisten imstande ist.

Überblick: Alle News und Tests zu Alpina und Jaguar

Alpina Mercedes Jaguar Porsche Vergleich
Alpina und Mercedes setzen auf die klassische Limousinenform, Jaguar und Porsche wagen sich ins Coupéhafte.
Zum Schlagabtausch haben wir vier der mächtigsten, meist in gedeckten Farben auftretenden Straßenwale gebeten, um ihnen auch querdynamisch auf dem vertrauten Terrain der anspruchsvollen Berg-und-Tal-Bahn des Sachsenrings gründlich auf den Zahn zu fühlen. Die Protagonisten in alphabetischer Reihenfolge: BMW-Speziallist Alpina erfüllt so ein bisschen die Nachfrage, der BMW mit einem "M7" nicht entspricht. Mit V8-Biturbo, durch verschiedene Optimierungen und der Verwendung größerer Ladeluftkühler auf 507 PS erstarkt, mit einem Alpina-Fahrwerk (Tieferlegung, neu abgestimmte Federn) angereichert und Allradantrieb gesegnet, ist der B7 Biturbo Allrad die preisgünstigste Eintrittskarte (129.600 Euro) in den Club der sportlichen Reiselimos. Mit fast identischer Leistung (510 PS) und etwas preisintensiver (135.800 Euro), optisch eher an einem Coupé orientiert, stellt Jaguar mit dem kompressorbewehrten XJ Supersport 5.0 den einzigen Teilnehmer dieses Vergleichs, der die Zwei-Tonnen-Marke unterschreitet – und das um fast 50 Kilogramm. Was sich zwar auf die Querdynamik positiv auswirkt, leider aber nicht auf den Spritkonsum.

Überblick: Alle News und Tests zu Mercedes und Porsche

Mit 571 PS markiert der S 63 AMG die Leistungsspitze dieses Vergleichs. Auch er wird von zwei Turboladern zwangsbeatmet und ist mit dem leistungssteigernden Performance Package (9460 Euro) ausgestattet, das neben der Leistungssteigerung (+ 20 kW/27 PS und 100 Nm) auch ein Fahrertraining umfasst und die Höchstgeschwindigkeit erst bei 300 km/h begrenzt. Sein Preis: 153.927 Euro, inklusive Performance-Package. Auch Porsche ist nicht wirklich für günstige Autos bekannt und nimmt für den Panamera Turbo inklusive einer Werksleistungssteigerung auf 540 PS 154.594 Euro. Wie der Alpina bringt auch der Panamera seine Kraft über einen Allradantrieb auf die Straße, ist der Kürzeste dieses Vergleichs und hat auch den kürzesten Radstand. Kürzerer Radstand ist die eine Sache, wer aber im Verglich der vier Luxus-Sportler den kürzeren zieht, erfahren Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Vergleich mit allen Tabellen lesen Sie in AUTO BILD SPORTSCARS 4/2011, oder als Download im Heftarchiv.

Fazit

Ein klarer Sieger, dahinter geht es sehr eng zu: Mit Höchstpunktzahl bei Quer- und Längsdynamik setzt sich der Panamera Turbo mit 4,2 Sternen an die Spitze. Dahinter heftet sich der S 63 AMG mit 3,9 Sternen, dicht gefolgt von Alpina (3,8) und Jaguar (3,7). Zur Alltagswertung: Die Höchstpunktzahl erhält der Mercedes, weil er am übersichtlichsten und am einfachsten zu bedienen ist. Das Schlusslicht bildet der Jaguar wegen der nicht optimalen Benutzerführung. Emotional liegen Jaguar und S 63 AMG vorn; zum einen, weil sie über den besten Sound verfügen, zum anderen sind die beiden Allradler Alpina und Panamera so perfekt, dass darunter paradoxerweise das Gefühl etwas leidet. Der Jaguar punktet wiederum mit seiner schönen Linienführung und der Liebe zum Detail.