Wird der Verkehr zweispurig durch oder an einer Baustelle vorbeigeführt, steht bei der Baustelleneinfahrt am linken Fahrstreifen fast immer das Verkehrszeichen 264. Darauf steht eine Meterangabe, die auf die für eine Nutzung maximal zulässige Fahrzeugbreite hinweist. Meistens sind das maximal zwei Meter. Wer dieses Verbot missachtet, muss mit einem Bußgeld in Höhe von mindestens 30 Euro rechnen.
In der Realität bedeutet das allerdings, dass der linke Fahrstreifen fast nur noch von Motorrädern genutzt werden darf. Denn abgesehen von einigen Kleinstwagen gibt es kaum noch Pkw, die diese Vorgabe erfüllen.

Breite ist nicht gleich Breite

Und wer jetzt eben schnell in seinem Kfz-Schein unter Punkt 19 die Breite seines Autos nachschaut, kann sich dennoch nicht sicher sein. Das Zeichen 264 bezieht sich nämlich auf die Maximalbreite inklusive Außenspiegel – und die steht nicht in den Kfz-Papieren. Da hilft nur Hand anlegen und nachmessen.
Stau auf der A7 an einer Baustelle
In Baustellen haben sicher viele schon mal gegen das Verkehrszeichen 264 verstoßen.
Bild: DPA

Also besser gleich rechts bleiben. Ist auch sicherer, denn nach Angaben des ADAC ist die Kollision nebeneinander fahrender Fahrzeuge die zweithäufigste Unfallursache in Baustellen. Und der Zeitverlust auf der rechten Spur hinter womöglich etwas langsameren Fahrzeugen ist ohnehin marginal. In einer fünf Kilometer langen Baustelle bringen 10 km/h mehr gerade mal 25 Sekunden Zeitgewinn.
Apropos Geschwindigkeit. Die sollte man möglichst schon reduzieren, wenn man das Warnschild vor einer demnächst auftauchenden Baustelle passiert. Denn allzu oft bilden sich vor Baustellen Staus. Erst recht, wenn wegen der Bauarbeiten der Verkehr nur noch einspurig verläuft. Dann ist das Einfädeln nach dem Reißverschlussverfahren angesagt.

So fädelt man richtig ein

Beim Einfädeln sollte man so weit wie möglich zweispurig an das Hindernis heranfahren und erst dann die Spur wechseln. Wer extra dicht auffährt, um ja niemanden vor sich einscheren zu lassen, der muss mit einem Bußgeld in Höhe von 20 Euro rechnen.
Verkehrssender oder Navis im Auto kündigen Verkehrsbehinderungen durch Baustellen oft lange vorher an. Wer keine Lust auf Stau oder das Befahren des Baustellenbereichs hat, der plant am besten gleich eine andere Route.