BMW 330e ZF EVplus: Test
ZF bringt den Hybrid-3er weiter

Hipp, hipp, Hybrid: Deutlich mehr Akku macht den BMW 330e von ZF zum idealen Mix aus E-Auto und Verbrenner. Ein erster Test.
- Gerald Czajka
- Manfred Klangwald
Weniger ist mehr – über diese komische Ansicht kann der Zulieferer ZF nur müde lächeln. In Friedrichshafen lautet die Devise: Mehr ist mehr! Den Beweis dafür haben sie auf der IAA 2019 angetreten. Dort feierte ein BMW 330e (Modell 2018, F30) Premiere, dem die schlauen Schrauber vom Bodensee deutlich mehr Akkupower eingepflanzt haben. Wir durften exklusiv schon mal testen.
35,2 statt 7,6 kWh Batteriekapazität fordern ihren Raum
Hätte da nicht jemand ziemlich unübersehbar "ZF EVplus" auf das Auto geklebt, der Unterschied zum normalen 3er würde nicht auffallen. Okay, das BMW-Markenlogo fehlt, ansonsten bleibt der 3er ein echter Bayer. Fast jedenfalls. Während Cockpit und Interieur aussehen wie beim Münchner Original, gibt es im Rückraum doch ein paar notwendige Änderungen. Beim Blick unter die Kofferraummatte strahlt uns ein silbriger Akkublock entgegen, der den vorhandenen Raum nahezu lückenlos ausfüllt. Klar, 35,2 statt 7,6 kWh Batteriekapazität fordern ihren Raum. Auffällig, wie wenig Platz zwischen Stromspeicher und Fahrzeugende bleibt. Beim Crash dürfte das teuer werden. Trotz Straßenzulassung handelt es sich beim ZF-Hybrid aber um ein Einzelstück. Und ein reines Erprobungsfahrzeug. In der Serie wäre der Akku sicher anders verbaut.
ZF macht den Hybrid-BMW wirklich alltagstauglich

Sehr ordentlich: Rein elektrisch haben wir 181 Kilometer auf unserer Testrunde geschafft.
Auf unserer Verbrauchsrunde haben wir 181 Kilometer aus dem Akku geholt – ZF verspricht unter allen Umständen mindestens 100 Kilometer. Der reine E-Betrieb funktioniert dabei bis 120 km/h, darüber muss der Verbrenner per Kickdown zum Leben erweckt werden. Das Zusammenspiel und der Wechsel zwischen den Antrieben erfolgt dabei gewohnt unauffällig. Schaltrucke lassen sich feststellen, störend fallen sie aber nie aus.
Der große Akku macht den Bayern hinten schwer

58 Prozent seiner 1910 Kilo trägt der ZF-3er auf der Hinterachse – das spürt man auch beim Fahren.
Das Fazit von Gerald Czajka: "Das Konzept des ZF-Hybriden überzeugt. Die hohe elektrische Reichweite reicht für Pendler völlig aus, selbst auf Langstrecken sind Elektro-Etappen möglich. BMW, bitte bauen!"
AUTO BILD-Testnote: 2
AUTO BILD-Testnote: 2
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