Alpina hat sich Ende der 80er daran gemacht, den BMW 535i der Baureihe E34 mehr Leistung und mehr Luxus zu verpassen. Dabei heraus kam der BMW Alpina B10 Biturbo, der ab 1989 für ein paar Jahre die schnellste Serienlimousine der Welt war. Und mit 291 km/h Spitze bis heute auf der linken Spur für Erstaunen sorgt. Vor allem bei Porsche-Fahrern, die sich wundern, warum der olle 5er im Rückspiegel nicht kleiner werden will. Dass von 1989 bis 92 bloß 507 Alpina B10 Biturbo gebaut wurden, macht das alles nur noch außergewöhnlicher.
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BMW ALPINA B10 BITURBO
Den Heckspoiler und die Bugschürze gab es, um den cw-Wert dem hohen Maximaltempo anzupassen.

Der Alpina wirkt weniger leichtfüßig als der BMW E34

Auf den ersten Metern fühlt sich der Alpina etwas bleiern an. Zwar federt er nicht unbekömm­lich, liegt aber schwerer in der Hand als ein E34 von der Stange. Kein Wunder: Mit 1695 Kilo wiegt er 170 mehr als ein gewöhnlicher 535i. Die macht der von zwei Garrett­-Ladern auf 360 PS ge­brachte Sechszylinder allerdings schnell ungeschehen.
BMW ALPINA B10 BITURBO
Die fahrerorientierte Cockpit-Nische begeistert mit Ulmenholz und einem handgenähten Lederlenkrad.

Im Gegen­satz zu vielen anderen alten Turbos muss er sich nicht erst aus einem tiefen Tal hochrappeln. Schon ab 2000 U/min ist ordentlich Dampf drauf, und ab 3000 fliegt einem der Horizont entgegen. Die Kraftentfaltung wirkt dabei nicht spitz und aggressiv wie in einem M5, sondern erinnert mit ihrer Grundgewalt an einen rollenden Tsunami.
BMW ALPINA B10 BITURBO
Die beiden Turbolader des B10 Biturbo ducken sich rechts unter den Abgaskrümmer weg.

Ferrari­-Fahrleistungen in einer unscheinbaren Limousine, deren Alter nur die trutschige Lenkung und die nach heutigen Maßstäben unterdimensionierten Bremsen verraten: Auch ferne Ziele sind mit dem Alpina schnell er­reicht. Klar, die Benzin­gespräche im Cockpit müssen wegen des ab 180 km/h stark anschwellenden Grundrau­schens ein wenig lauter ausfallen. Es ist trotzdem faszinierend, mit einem Fast­schon-Oldie heute noch so souverän über die Bahn zu fliegen.

BMW Alpina B10 Biturbo: technische Daten

Technische Daten BMW Alpina B10 Biturbo

Pfeil

Motor: Reihensechszylinder (Basis: BMW M30B35), vorn längs, zwei Turbolader (Garrett T25) in Parallelanordnung, oben liegende Nockenwelle, über Kette angetrieben, elektronische Benzineinspritzung (Bosch Motronic M 1.2); Hubraum: 3430 cm3; Bohrung x Hub 92,0 x 86,0 mm; Leistung: 265 kW (360 PS) bei 6000/min; max. Drehmoment: 520 Nm bei 4000 U/min; Beschleunigung: 0-100 km/h: 5,6 s; Höchst­geschwindigkeit: 291 km/h; Antrieb: Fünfgang-Schaltgetriebe (Getrag Typ 290), Hinterrad, Differenzial mit 25 Prozent Sperrwirkung;
Fahrwerk: Einzelradaufhängung; vorn Doppelgelenk-Federbeinachse und Stabilisator, hinten Präzisionslenkerachse mit Schräglenkern, Stabilisator, automatische Niveauregulierung (Fichtel & Sachs), rundum Teleskopstoßdämpfer (Bilstein); Bremsen: Scheiben (innenbelüftet); Reifen: 235/45 ZR 17 vorn, 265/40 ZR 17 hinten; Abmessungen: L/B/H 4720/1751/1392 mm; Radstand: 2761 mm; Verbrauch: 12,5 l SP/100 km (Drittelmix); Tank: 110 l; Neupreis (1992): 158.000 Mark.


BMW ALPINA B10 BITURBO
In den Tank passen 110 Liter Kraftstoff, die Tachoskala des Alpina B10 geht bis 320 km/h.

Feine Autos und feine Weine aus dem Hause Bovensiepen

BMW-Modelle schneller zu machen, war in den 60ern die Triebfeder von Burkard Bovensiepen. Am Anfang stand die "Neue Klasse", später machte sich sein 1965 gegründetes Unternehmen einen Namen mit dem Tuning des 02. Grundlage für den Erfolg war von Anfang an die enge Partnerschaft mit BMW. Sie blieb auch bestehen, als Alpina 1983 offiziell zum Hersteller wurde.
In den 70ern fungierte die Bovensiepen-Truppe als eine Art externe Rennsportabteilung für den Münchner Autobauer, entwickelte zum Beispiel das Homologationsmodell 3.0 CSL. Bald bot die in Buchloe (Allgäu) ansässige Firma ein breites Portfolio an: Von praktisch allen BMW-Baureihen gab es veredelte Alpina-Versionen. Die ersten Turbos entstanden bereits Ende 1978; als B7 brachten es 5er (E12) und 6er (E24) auf 300 PS und über 250 km/h Spitze. In den 80ern stellte Alpina ein eigenes Werksteam für die DTM. Heute zählt das Unternehmen 270 Mitarbeiter und liefert nicht nur Delikatessen für Auto-Gourmets: Ein zweites Standbein bildet der Handel mit erlesenen Weinen.

Fazit

Es ist vermutlich nicht leicht, aus einem exzellenten Auto ein noch besseres zu machen. Mancher zeitgenössische Konkurrent beeindruckt mehr als der Bayer, weil er in getunter Form einfach mehr "mehr" bietet.