Mit dem neuen BMW 7er haben die Münchner nicht nur optisch für Aufsehen gesorgt, sie haben auch den elektrischen Luxus mit dem i7 neu definiert. Das betrifft nicht nur die optionale Executive Lounge in der zweiten Reihe, aus der man einen herrlichen Blick auf den ebenfalls buchbaren 80 Zentimeter (31,3 Zoll) großen Theater Screen hat, der auf Wunsch aus dem Dachhimmel ausklappt.
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Doch das war nicht der einzige Aufreger. Auch die üppigen Leistungsdaten ließen aufhorchen. Die Spitzenleistung der zwei E-Motoren im i7 xDrive60 ist mit 544 PS angegeben, das maximale Drehmoment liegt bei 745 Newtonmeter und die Spitzengeschwindigkeit bei 240 km/h. Dem Normalsterblichen sollte das genauso reichen, wie der Preis, der bei 135.900 Euro startet.
Mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,7 Sekunden ist der BMW i7 M70 xDrive das schnellste rein elektrisch angetriebene Modell der Münchner.
Bild: Daniel Kraus / BMW
Aber, wie das so ist im Leben, es geht immer noch was. Das jedenfalls hat sich die M GmbH gesagt, als sie sich aufmachte, den i7 in einen M70 xDrive zu verwandeln und damit in ein, wie sie selbst sagen, "Performance Car". Zum besseren Verständnis hier die schnöden Daten: Zwei Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse leisten gemeinsam 660 PS und feuern bei Benutzung der M Sport Boost Funktion unglaubliche 1100 Newtonmeter bedarfsgerecht an alle vier Räder.

In 3,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h

Das reicht, um die 2,7 Tonnen Leergewicht im Sportmodus und mit gezogener Boost-Schaltwippe in 3,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h zu beschleunigen. Beeindruckend, wenn sich dieses 5,39 Meter, 1,95 Meter breite und 1,54 Meter hohe Ungetüm in blauem Mattlack, mit zusammengekniffenen LED-Scheinwerferaugen derart brachial in Bewegung setzt. Damit die Gummis bei diesem Antritt nicht verbrennen, sorgt die dem Performance-Trumm von M verpasste Launch Control Funktion für einen Vortrieb ohne Traktionsverlust.
Der BMW i7 M70 xDrive lässt sich schneller durch die Kurven führen als sein Bruder der i7 xDrive60.
Bild: Daniel Kraus / BMW

Gekünstelt oder tonlos

Wie das tonal von statten geht, steht dem Fahrer frei. Entweder lässt er sich entsprechend den gewählten, von Hans Zimmer komponierten, Sounds attackieren, oder – und das wäre die Empfehlung des Autors – man erlebt den Katapultstart in der einem E-Auto immanenten Ruhe und genießt so den freien Flug bis auf Tempo 250 in absoluter Stille.
Natürlich hat man bei M darauf geachtet, dass diese schier unbändige Kraft und das doch beachtliche Gewicht durch eine spezifische Applikation der Regelsysteme für den Allradantrieb, die Lenkung, die Stoßdämpfer und die Fahrstabilitätssysteme eingefangen wird.

Mit dem i7 M70 xDrive geht mehr

Insofern war auf dem ersten flotten Kurvenlauf in die nahen Berge bei Lissabon schon zu spüren, dass mit einem M70 xDrive mehr geht als mit einem i7. Vor allem die Luftfedern mit reduziertem Volumen und angepasster Abrollkontur sorgen für eine spürbare Reduzierung der Schwingungen an Vorder- und Hinterachse. Beruhigen die Bewegungen so auch bei schnelleren Lastwechseln. Hinzu kommt eine spezifische Hydraulik der Dämpfer, die sich um Bodenunebenheiten und die ungefederten Massen kümmert.
Sportlich und dennoch kuschelig geht es auf allen Plätzen im BMW i7 M70 xDrive zu.
Bild: Hersteller
Da aber auch ein M70 xDrive der Physik nicht in allen Belangen trotzen kann, sind Beschleunigungsexzesse bei deutlicher Heckauslegung des Antriebs – hier liegen allein 489 PS an – in der Kurve ausgeschlossen. Hier wird die Kraftzufuhr weitgehend gestoppt und erst wenn Sensoren und Regelsysteme sich am Kurvenausgang sicher sind, dass es auf geradem Weg weitergeht, wird erneut mit voller Kraft angeschoben.
Für den Reisenden in der zweiten Reihe ist der schnelle Ritt kaum spürbar, denn neben der Integral-Aktivlenkung für die präzise Kurvenhatz sorgt serienmäßig eine aktive Wankstabilisierung mit aktivem Rollkomfort und eine erhöhte Karosseriesteifigkeit für wenig Neigungsbewegung.

30 Minuten Ladezeit an der richtigen Station

Da nicht nur der kurze Sprint, sondern auch die Langdistanz, die BMW nach WLTP mit maximal 560 Kilometern (Die E-Autos mit der größten Reichweite) angibt, Energie kostet, hat man beim M70 xDrive ebenfalls die Batterie mit 101,7 kWh verbaut. Die kann mit bis zu 195 kW geladen werden, was an der richtigen Ladestation (E-Auto laden: Das sollten Sie wissen) eine Verweildauer von lediglich 30 Minuten verspricht, um die Kapazität von 10 auf 80 Prozent zu steigern.
Luxus pur ist der mächtige Theater Screen im Dachhimmel, der sich über einen Touchscreen in den hinteren Türen steuern lässt, für den Fahrer ist die Mittelkonsole, neben dem Curved-Display die zentrale Steuereinheit für fast alle Belange.
Bild: Hersteller
Und damit im Innenraum niemand vergisst, in welchem Auto er sitzt, verfügt der M70 xDrive über ausreichende Ausstattungsdetails, die die Reisenden daran erinnern. M Einstiegsleiste, M Lederausstattung, M Lederlenkrad und natürlich gibt es im mächtigen Curved-Display eine M spezifische grafische Darstellung, die sich deutlich von der im normalen i7 unterscheidet.

Neues Operating System 8.5

Und wenn wir gerade so nett über die digitale Welt des M70 plaudern, soll auch erwähnt werden, dass die Anzeige- und Bediensysteme jetzt mit dem Operating System 8.5 auf den neuesten Stand gebracht wurden. Dazu gehört ein neuer Einstiegsbildschirm ebenso, wie der Schnellzugriff über das sogenannte "QuickSelect". Gesteuert wird das Ganze über den iDrive-Controller oder per Touch.
Schmale LED-Lichter und eine schwarz eingefasste Konturbeleuchtung der BMW-Niere prägen die Front. Auch die schwarz gerahmten Heckleuchten sind eine M-Beigabe.
Bild: Hersteller
Eine Sache wurde aber auch mit dem neuen System nicht behoben. Nach wie vor öffnen sich gewählte Menüs Bildfüllend und lassen sich nur über einen Druck auf die Home-Taste in der Mittelkonsole oder am Bildschirm wieder entfernen. Besonders leidig ist das, wenn man nach Navi fährt und nicht automatisch zur Routenführung zurückgeführt wird, um wieder den Weg im Blick zu haben.
Das ist dann aber neben dem enormen Preis von 181.800 Euro auch der einzige Punkt, der sich der sonst nicht nur luxuriös-sportlichen, sondern auch bedienerfreundlichen Reise in einem M70 xDrive entgegenstellt.
Das elektrischer Luxus auch in sehr performanter Form zu bewegen ist, hat die M GmbH mit dem BMW i7 M70 xDrive nachdrücklich unter Beweis gestellt. Ob diese Art Luxus jemanden mehr als 180.000 Euro Wert ist, muss am Ende wohl die dicke der Geldbörse entscheiden.