BMW M3 Touring (2011): Eigenbau
Krasses Einzelstück: M3 Touring mit Maserati-V8

Bild: Instagram.com/andyautowerks
Es hat Jahrzehnte gedauert, bis BMW die Gebete der Fans erhört hat und im Jahr 2022 mit dem G81 endlich einen M3 Touring präsentiert hat. Zu lang für viele BMW-Jünger, weshalb sie sich den Traum vom M3-Kombi einfach selbst erfüllt haben. Weltweit gibt es unzählige solcher M3-Touring-Eigenbauten verschiedenster Generationen – aber vermutlich keinen wie diesen E91!
Auf Instagram und Youtube hat ein findiger Tüftler und Tuner einen mutmaßlich einmaligen M3-Touring-Umbau präsentiert. Das Highlight steckt unter der Haube: ein 4,7 Liter großer Maserati-V8.
Aber fangen wir vorne an. AndysAutowerks ist auf Social Media relativ unbekannt, auf Instagram folgen dem US-Amerikaner knapp 3500 und bei YouTube gerade mal 1400 Leute. Dabei hat der Do-it-yourself-Tuner bereits mehrere spektakuläre Projekte in seiner Garage im Bundesstaat Massachusetts realisiert. 2021 war er mit seinem Erstlingswerk, einem Toyota MR2 mit Sechszylinder-Turbo-Umbau, sogar auf der weltgrößen Tuningmesse SEMA vertreten. Doch sein neuestes Projekt ist mindestens genauso spektakulär.
Die Geschichte begann mit einem Inserat auf der Auktionsseite bringatrailer.com. Hier stolperte Andy über einen BMW 328i der Generation E91, der zum M3 Touring umgebaut wurde – und zwar mitsamt originaler Karosserieteile. Unter der Powerdome-Haube steckte bei diesem Exemplar der passende hochdrehende V8-Sauger mit dem Kürzel S65, den BMW offiziell im Coupé, im Cabrio und in der Limousine anbot – nicht jedoch im Touring.
Dieses Auto, das 2023 für 42.000 Dollar verkauft wurde, brachte Andy auf eine Idee: Warum nicht "einfach" den M3 Touring seiner Träume selber bauen? Immerhin hatte er zuvor bereits einen beschädigten 3er Touring derselben Generation wieder aufgebaut.
Spenderfahrzeug war ein BMW 328xi
Gesagt, getan – und so machte er sich auf die Suche nach einem passenden Spenderfahrzeug. Fündig wurde er bei copart, wo ein 2011er BMW 328xi Touring mit etwa 161.000 Meilen (rund 259.000 Kilometer) und Frontschaden angeboten wurde. Für 4500 Dollar ersteigerte Andy den Touring, der offiziell zwar als wirtschaftlicher Totalschaden deklariert war, sich jedoch als guter Kauf herausstellen sollte.
Der Kombi stammte aus Erstbesitz, und der Schaden war überschaubar. Wie Andy in einem frühen Video erklärte, konnte er den beschädigten vorderen Kotflügel, den Scheinwerfer und die Schürze für gerade mal 500 Dollar ersetzen bzw. reparieren. Somit war der 328xi wieder fahrbereit und wurde zunächst als Alltagsauto genutzt.
Doch im Hinterkopf schlummerte weiterhin die Idee eines M3 Touring, die Andy schließlich Stück für Stück verwirklichen sollte. Zuerst wurde die gesamte Front auf M3 umgebaut. Klingt einfach, war es aber nicht: Nicht nur mussten die Originalteile, Kotflügel, Motorhaube, Schürze und Frontmaske mitsamt Scheinwerfern (BMW bot den M3 zwar als LCI-Modell, jedoch nie mit den Scheinwerfern des Faceliftmodells an) besorgt werden, Andy musste sie auch teilweise aufwendig an die Front des 328xi anpassen.
Als das geschafft war, mussten aufgrund der breiten Backen an der Vorderachse natürlich auch neue Felgen her, bei denen er sich für 18-Zoll-Nachbauräder im TE37-Look entschied.
Im nächsten Schritt verbaute Andy an der Vorderachse die Bremsanlage eines 335i mit goldenen Bremssätteln und einen neuen Endschalldämpfer. Da das Spenderfahrzeug ohne Navi daherkam, wurde kurzerhand ein Bildschirm im Stil der F-Baureihe mitsamt Apple CarPlay und Android Auto nachgerüstet.
Anschließend wurde es auf Social Media ruhig um den Umbau, doch Andy war alles andere als tatenlos. In den folgenden Monaten sollte das Projekt richtig Fahrt aufnehmen.
BMW mit Maserati-Herz
Damit der Kombi nicht nur nach M3 aussieht, sondern auch entsprechende Fahrleistungen bietet, wurde der Reihensechszylinder rausgeworfen. Anstatt sich für den originalen hochdrehenden Vierliter-V8-Sauger aus dem M3 E90/E92/E93 zu entscheiden, wählte Andy einen anderen, deutlich aufwendigeren Weg: In seinem M3 Touring schlägt ein italienisches Herz und zwar ein 4,7 Liter großer V8-Sauger aus einem Maserati GranTurismo.
Stolz spricht Andy stets von einem Ferrari-Motor (Motorcode F136), was – streng genommen – jedoch nur halb korrekt ist. Ferrari-Fans werden wissen, dass der angesprochene V8-Sauger in keinem Ferrari-Modell mit 4,7 Litern angeboten wurde. Die Maserati-Motoren wurden jedoch in Maranello für Maserati gefertigt, womit es sich mehr oder weniger doch um einen Ferrari-Motor handelt, der in dieser Form jedoch nie in einem Ferrari zum Einsatz kam.
Der größte Unterschied zwischen dem 4,7-Liter-V8 und dem beispielsweise im Ferrari F430 verbauten 4,3-Liter-V8, der ebenfalls zur Motorenfamilie F136 gehört: Der 4,3-Liter besitzt immer eine Trockensumpfschmierung.
Der V8-Sauger soll 460 PS leisten
Dass sich Andy für den Maserati-/Ferrari-Motor entschieden hat, hat aber nicht nur Prestige-Gründe. Seiner Meinung nach ist der Italo-V8 deutlich weniger anfällig als der S65-Motor, der gerne Probleme mit den Pleuellagerschalen oder auch den Vanos hat.
Leistungstechnisch nehmen sich die beiden Motoren wenig, wobei der V8 in Andys M3 rund 460 PS und somit plus/minus 40 PS mehr haben soll als der BMW-Motor (der im Serienzustand in puncto Leistung gerne mal unterliefert). Aber der Motorentausch lief natürlich nicht ganz so reibungslos ab, wie es hier den Anschein macht. Streng genommen musste Andy ziemlich viele Hürden überwinden und einiges in Eigenregie herstellen, doch letztendlich ist der Umbau geglückt – und der M3 Touring läuft.

Auch den Innenraum hat Andy komplett auf links gekrempelt. Das Highlight sind die Recaro-Schalensitze.
Bild: Instagram.com/andyautowerks
Da das Spenderfahrzeug bereits ein Handschalter war, war die einzig logische Konsequenz, dass auch der M3 Touring ein manuelles Getriebe erhalten sollte. Leider gibt es zu den weiteren Details des Umbaus nicht allzu viele Informationen. Bereits im September 2024 veröffentlichte Andy einen kurzen Clip, in dem der Touring vermeintlich fertig zu sein scheint – und er versprach, dass ein ausführliches Video folgt.
Zu erkennen ist zudem, dass der gesamte Innenraum noch mal umgebaut wurde. Statt der Lederausstattung in "Sattelbraun" bekam der E91 eine grau/schwarze Lederaussttattung und ein Paar Recaro-Sportster-CS-Schalensitze verpasst. Auch die Felgen wurden mittlerweile gegen originale Volk TE37 SL getauscht.
So klingt der BMW 347i
Erst vor wenigen Tagen gab es ein erneutes Lebenszeichen von Andy und seinem M3 Touring: Auf Instagram hat er ein kurzes Video veröffentlicht, auf dem er einen kleinen Soundcheck des Maserati-V8 zum Besten gibt. Was wir da hören, klingt jedenfalls sehr vielversprechend. Hoffen wir, dass Andy seinen M3 Touring oder 347i Touring bald in einem detaillierten Video ausführlich vorstellt.
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