BMW M4 CS/Porsche 911 Carrera GTS: Test
Dieser M4 krallt sich fast den 911er

M4 CS und 911 Carrera GTS verkörpern die goldene Mitte ihrer jeweiligen Zunft und streben doch nach weit mehr als nur blankem Mittelmaß.
- Manuel Iglisch
Manchmal hat es wirklich den Anschein, als ob die Herren Produktstrategen von geradezu chronischer Zerfaserungswut befallen wären. Auf der Suche nach immer neuen Kaufgelüsten vermengen sie Ausstattungsmerkmale mit Leistungsstufen, füllen Nischen in der Nische und setzen selbst Oberhäuptern noch klarlacküberzogene Editionsmodelle voran, bis das Modellgefüge irgendwann endgültig aus allen (Leder-)Nähten zu platzen droht. Bestes Beispiel: der Porsche 911, der sich mit all seinen Karosserieformen mittlerweile in nicht weniger als 20 Varianten aufsplitten muss – die kommenden Starlets GT2 RS und Turbo S Exclusive noch gar nicht mitgezählt.
Vom Porsche 911 gibt es mittlerweile unzählige Varianten

Elfer-Derivat: Der GTS ist ein weiteres Elfer-Modell, und es sortiert sich bei den besonders performanten ein.
Bild: Ronald Sassen
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Mit dem CS soll der M4 an den GTS anknüpfen

Zwischen Competition-M4 und einstigem GTS: Der M4 CS findet eine gute Position im Fahrdynamik-Lager.
Bild: Ronald Sassen
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Dem deutlichen Drehmomentsprung von 50 Newtonmetern steht ein eher bescheidener Leistungszuwachs von nur 10 PS gegenüber. Der Reihensechser drückt zur Mitte also deutlich impulsiver, muss sich in den Spitzen dafür aber mehr zurücknehmen, um leistungstechnisch nicht durch die Decke zu schießen. Bis 7600 Touren könnte man ihn drehen, bis maximal 6800 ergibt es einen Sinn. Irgendwie schade, wo Drehzahl im Hause M doch lange als das heiligste aller Motorengüter gehandelt wurde …
Beim Fahren sind die Unterscheide deutlich spürbar

Unterschiedliche Charaktere: Der GTS wirkt insgesamt geschliffener, der CS ist der brachialere Sportler.
Bild: Ronald Sassen
Weitere Details zum Vergleich der beiden Sportler gibt es in der Bildergalerie.
Fazit
Am Ende gleicht es einer kleinen Sensation, dass der M4 CS nur ein Wertungs-Zehntel hinter dem Porsche landet. Schließlich ist er hier nicht gegen irgendeinen, sondern gegen den vielleicht besten Elfer überhaupt gefahren. Der 911 GTS zelebriert auf Sportreifen ein traumwandlerisches Handling auf höchstem Querdynamikniveau, dessen einziger Makel allenfalls die Tatsache ist, dass es ihm fast schon zu leicht von der Sohle geht. Sollten Sie sich daran stören, empfehlen wir den vielleicht besten M4 überhaupt.
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