BMW R 1200 GS: gebraucht, kaufen, Preis, Probleme

Worauf Sie beim Kauf einer gebrauchten BMW R 1200 GS achten sollten

Die BMW R 1200 GS ist eine Legende, beliebt noch dazu. Was genau macht die große Reise-Enduro so besonders? Welche Stärken hat die große BMW, welche Schwächen hat eine gebrauchte GS? Eine Kaufberatung.
Die BMW GS ist das beliebteste Motorrad auf dem deutschen Markt. 9417 BMW R 1250 GS wurden im Jahr 2019 zugelassen. Das sind fast dreimal so viele Exemplare, wie Yamaha von der MT-07 absetzen konnte. Und das trotz Preisen, die bei rund 16.000 Euro starten, die viele Extras leicht nach oben treiben. Die große Reise-Enduro der Münchner hat eine herausragende Geschichte: 1980 rollte die erste GS vom Band. Seitdem übergab BMW mehr als 1,2 Millionen Fahrzeuge an Kunden. Imposant: Rund 80 Prozent der in Deutschland zugelassenen Bikes fahren noch!
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Der legendäre Ruf der BMW-GS-Baureihe ist kein Wunder, es gibt kaum ein zweites Motorrad mit so viel Allroundtalent. Die Bayerin ist auf der Autobahn ebenso zu Hause wie auf einer afrikanischen Schotterpiste. Fürs gemütliche Zuckeln über gewundene Landstraßen eignet sie sich sowieso. Der kraftvolle Boxer schiebt aus jeder Lebenslage an.

So fährt sich eine BMW GS im Alltag

BMW hat zu zahlreichen Anlässen bewiesen, dass die R 1200 GS Adventure hartes Gelände verkraftet.

Das clever abgestimmte Fahrwerk zeigt seine BMW-Gene: Der Fahrer kann die schwere Enduro in Kurven legen, bis der Motor am Asphalt schleift. Gefühlt zumindest! Die Sitzposition ist bequem und herrlich schonend für den Rücken. Wer im Sattel Platz nimmt, weiß sofort, dass er (oder sie) hier mehrere Hundert Kilometer aushalten könnte. Die auf Wunsch zahlreichen elektronischen Assistenten erleichtern die Fahrt, das passende Gepäcksystem die Weltumrundung. Klar, es gibt Hardcore-Offroader, die der Bayerin abseits des Asphalts ihre Grenzen aufzeigen können. Mit einer BMW GS bei einem Rennen wie dem Erzbergrodeo antreten zu wollen, wäre Wahnsinn. Doch das will die Maschine auch gar nicht. Sie will ihren Eignern die Möglichkeit bieten, heute ins Büro und morgen nach Indien zu fahren. Und das beherrscht sie nicht zuletzt dank ihrer grundsätzlich robusten Technik wie keine zweite.

Deshalb ist eine scheckheftgepflegte BMW GS die beste Wahl

Die Federn müssen gecheckt werden. Sie werden mit bis zu 450 Kilogramm Gesamtgewicht belastet.

Wer nach einer gebrauchten GS sucht, landet vermutlich schnell bei einer R 1200 (gebaut in zwei Serien von 2004 bis 2018). Trotz aller Begeisterung sollten potenzielle Interessenten auf dem Zettel haben, dass sich die schöne Bayerin ein paar Schwächen leistet. Vor allem kommt es darauf an, bei der Besichtigung eines gebrauchten Bikes den Pflegezustand zu überprüfen. Der Vorbesitzer sollte darüber Auskunft geben können, ob die Maschine im Gelände oder in fernen Ländern unterwegs war. Gelände bedeutet Belastung fürs Fahrwerk, das Tanken in exotischen Ländern möglicherweise schlechten Kraftstoff. Am besten ist die BMW R 1200 GS der Wahl scheckheftgepflegt. Das stellt sicher, dass die regelmäßig fälligen Wartungen durchgeführt wurden, also das Ventilspiel gecheckt sowie die Drosselklappen synchronisiert wurden. Außerdem sollte das Bike so alle Software-Updates bekommen haben. Kenner wissen, dass BMW Motorrad technische Probleme gerne still und leise im Rahmen fälliger Werkstattaufenthalte aus dem Weg räumt. Das ist ein weiterer Grund, warum ein Motorrad mit belegbarer Historie zu bevorzugen ist. Außerdem sollten damit die offiziellen Rückrufe erledigt sein. Abgesehen davon, dass man manchen Fehler nur mithilfe von BMW-Spezialwerkzeugen erkennt.

Das sollte die Probefahrt einer BMW R 1200 GS ergeben

Wer eine ordentliche R 1200 GS haben will, der sollte bereit sein, mindestens 9000 Euro anzulegen.

Eine Probefahrt ist zwingend nötig. Dabei stellt sich heraus, ob sich das Getriebe sauber schalten lässt und es nicht zu sogenannten "Gangspringern" kommt. Der Hinterradantrieb sollte dicht sein. Austretende Flüssigkeit ist ebenso kritisch wie eindringende Feuchtigkeit. Das Gleiche gilt für die Gummiteile. Darüber hinaus kommt es auf den Zustand der Felgen, Bremsscheiben und Federn bzw. auf ihren Verschleiß an. Sämtliche elektronischen Komponenten an Bord sollten störungsfrei funktionieren. 2013 hat sich die Ergonomie im Sattel verbessert. Das spielt für Großgewachsene eine Rolle. Preislich sollte man von mindestens 9000 Euro ausgehen.

Die Geschichte: die Buchstaben GS stehen für Gelände und Straße

Rückblick: Für den 40. Geburtstag ließ BMW Motorrad 2020 die aktuelle GS 1250 auf ihre Ahnen treffen.

Bleibt noch die Frage, welcher clevere Stratege sich den Bestseller BMW GS ausgedacht hat. Die Antwort: gar keiner! Die Geschichte der Baureihe begann da, wo Fachwissen, Leidenschaft und eine Notlage aufeinandertrafen. In der zweiten Hälfte der 70er-Jahre gingen auf verschiedenen Märkten die Verkaufszahlen für BMWs Straßenmotorräder zurück, und die Bayern brauchten dringend eine frische, neue Idee. Einige BMW-Ingenieure und -Mechaniker waren zu diesem Zeitpunkt im Enduro-Sport aktiv und hatten sich für ihre Zwecke einen zulassungsfähigen Prototypen aufgebaut, der zusätzlich zum Gelände auch auf der Straße überzeugen konnte. Die Chefetage von BMW Motorrad gab grünes Licht, und 21 Monate später rollte die erste BMW GS vom Band: die R 80 G/S. "G" steht für Gelände, "S" für Straße. Die Maschine bot gute Geländeeigenschaften, ohne dass der Fahrer im Alltag Abstriche machen musste. Die Reise-Enduro war geboren. Mehrere Siege bei der Rallye Dakar und eine aufwendige technische Weiterentwicklung in vielen Schritten führten dazu: Von Zweiventiler und Tele-Lever über Wasserboxer und Dynamic-Esa-Fahrwerk wurde aus der BMW GS das Hightech-Bike, das heute beim BMW-Partner auf Käufer wartet. Flankiert wird sie von ihren GS-Schwestern aus der Mittelklasse F 750 GS und F 850 GS sowie der kleinen GS 310. Klar: Abenteuer kann die große Bayerin immer noch!

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