BMW verklagt Werkstatt
Pleite wegen Plagiats?

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Weil eine chinesische BMW-Kopie vor ihrer Werkstatt stand, droht einem Familienbetrieb in Niedersachsen die Pleite. Nicht das erste Mal, dass Anwälte von Autobauern keine Gnade zeigen.
Alles will der Anrufer über den Shuanghuan Ceo wissen: Preis, Zustand, Kilometer. Er fragt, was Gebrauchtwagenkäufer eben interessiert. Zum Kauf kommt es allerdings nicht. Kurze Zeit später erfährt Sonja Hansen, warum. Per Post erhält die Inhaberin der Werkstatt Ninis Garage in Bohmte (Niedersachsen) eine gebührenpflichtige Unterlassungserklärung. Ihr ist jetzt klar: Sie hatte keinen echten Kaufinteressenten an der Strippe, sondern einen Abmahnanwalt – ein Trickanruf.
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Die Kopie: der Shuanghuan Ceo. Sein Importeur, China Automobile Deutschland, ging 2009 in die Insolvenz.
Bild: Eleonora Cucina
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Die Kleinunternehmerin bestreitet, das Plagiat ausgestellt oder angeboten zu haben. Der Ceo habe einem Kunden gehört, der ihn reparieren lassen wollte. Währenddessen sei dieser in Zahlungsschwierigkeiten geraten, habe den falschen X5 mitsamt Telefonnummer und Kontaktadresse von Ninis Garage über mobile.de versilbern wollen. "Das geschah ohne mein Wissen", sagt Hansen. Auch dass die China-Kopie auf der Homepage ihrer Firma zu sehen war, sei Zufall. Hansen: "Bei uns wurden neue Fotos für die Homepage gemacht. Und der Wagen stand da nun mal gerade."
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Merkwürdig nur: Der Fake-BMW parkte in Reih und Glied mit anderen Autos in Richtung Straße – wie ein Gebrauchtwagen. Hinter der Windschutzscheibe lag ein weißer Zettel. Ein Preisschild? "Nein, eine Kopie des Fahrzeugscheins", sagt Hansen. Andererseits kann sie den Namen Shuanghuan nicht aussprechen. Kaum vorstellbar, dass sie dann Verkaufsgespräche am Telefon geführt hat.
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Das Original: Der BMW X5 E70 ist seit 2006 auf dem Markt. Ende 2013 folgt die dritte Generation des Münchner Allradlers.
Bild: Sven Krieger
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Auf Befindlichkeiten nehmen Abmahnanwälte kaum Rücksicht. VW-Advokaten überzogen Fans mit Abmahnungen, die Becher, Prospekte oder Fußmatten mit dem Firmenemblem angeboten haben. Auch Ferrari gehen schnell die Pferde durch, wenn jemand das firmeneigene Ross unbefugt springen lässt. BMW zeigte einer bayerischen Kreisligatruppe die Rote Karte, weil der auf dem Trikot werbende Händler nicht mehr existierte. Im Bundesjustizministerium kursiert derzeit ein Gesetzentwurf, der die Anwaltsgebühren für Unterlassungserklärungen den wirtschaftlichen Verhältnissen der Abgemahnten anpassen soll. Für Ninis Garage kommt diese Regelung zu spät.
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