Brabus 800 XL: getunter Mercedes-AMG G 63
Brabus 800 XL kostet mehr als drei normale G 63

Bild: Brabus
Dass sich Brabus in der Automobilbranche einen Namen gemacht hat, steht außer Frage. Ein Laufsteg-Event für Fahrzeuge und Mode, eine eigene Brabus-Insel und eigene Motorboote – schon längst geht das Portfolio des Bottroper Tuners über die reine Fahrzeug-Veredelung hinaus.
Und zwischen Fashion-Show und Luxus-Estate präsentieren die Tuner auch schon das nächste High-End-Gefährt: den Brabus XL 800 auf Basis des Mercedes-AMG G 63 der Baureihe W 465 (seit 2024). Dieser Luxus-Offroader hat es ganz schön in sich – nicht nur unter der Haube, sondern auch beim Thema Fahrwerk, Optik und Innenraum.
G 63 AMG mit Extra-Bodenfreiheit fürs Gelände
Damit sich ein Fahrzeug im Gelände behaupten kann, muss es gewisse Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören unter anderem Antrieb, Steigfähigkeit, Böschungswinkel und nicht zuletzt Bodenfreiheit und Wattiefe. Und da taugt die Gelände-Ikone von Mercedes mit einer Bodenfreiheit von 24 Zentimetern und einer Wattiefe von 70 Zentimetern. Aber viel hilft viel, korrekt? Deshalb setzt Brabus noch einen drauf und verdoppelt die Bodenfreiheit auf fast 47 Zentimeter.
Doch nicht nur das. Die Ingenieure von Brabus entwickelten für den XL 800 spezielle Portalachsen für maximale Verschränkung. An der Vorderachse kommt eine komplett neue Einzelradaufhängung zum Einsatz, die schon auf den ersten Blick zu erkennen ist. Hinten bleibt es bei der Starrachse von Mercedes. Hier haben sich die Bottroper sicherlich vom G 63 4x4² inspirieren lassen, den es nur mittlerweile nicht mehr gibt.
Hinzu kommen noch ein verstärktes Achsgehäuse und Lenker der Aufhängung aus Aluminium. Abgerundet wird das Paket von einem maßgeschneiderten Gewindefahrwerk, das sich über die gängige Fahrwerksverstellung im Cockpit steuern lässt sowie großen 22-Zöllern im Achtspeichendesign mit schwarzer Lackierung.
V8-Motor mit 800 PS
Die Power holt sich der Gelände-Bolide aus einem Vierliter-V8 mit zwei Turboladern. Wer jetzt denkt: "Hat der G 63 nicht ohnehin schon einen V8-Biturbo?", der hat recht. Aber Brabus wäre nicht Brabus, wenn die Tuner den Motor nicht upgraden würden. Der Brabus-Motor kommt mit satten 800 PS und einem maximalen Drehmoment von 1000 Nm. Diese Leistung wird durch die Hochleistungs-Turbolader mit speziellen Rumpfgruppen, verstärkten Axiallagern und größeren Verdichtereinheiten ermöglicht.
Der mittlerweile zum Mildhybrid mutierte G 63 aus Affalterbach leistet hingegen "nur" 585 PS bei einem Drehmoment von 850 Nm. Allerdings beschleunigt der Brabus 800 XL etwas langsamer auf Tempo 100 km/h als der AMG. Hier benötigt er 4,6 statt 4,4 Sekunden, was selbstverständlich Meckern auf hohem Niveau ist und unter anderem auf das neue Fahrwerk und die geländetaugliche Bereifung sowie das Mehrgewicht zurückzuführen ist.

Unter der Haube sitzt ein Vierliter-V8-Biturbo mit 800 PS und 1000 Nm Drehmoment.
Bild: Brabus
Für passenden Sound sorgt die Edelstahl-Sportauspuffanlage, deren Endrohre von Sichtcarbon-Blenden eingerahmt sind. Ein weiteres Highlight sind die darin integrierten roten "Launch Ambience Lights", die durch Aktivierung der Innenraumbeleuchtung ebenfalls aktiviert werden. Die Besonderheit der Abgasanlage ist allerdings nicht das Licht, sondern das aktive Soundmanagement. Je nach Fahrprogramm ertönt der V8 wahlweise im diskreten "Coming Home"-Modus oder produziert im "Sport"-Modus einen kernigen Sound.
Leder, Carbon und Widebody
Brabus wäre nicht Brabus, wenn es nicht auch um das Design ginge. Eine aggressive Optik macht den Brabus XL 800 zum Hingucker – und das sowohl außen als auch innen. Breite Kotflügel vorne und hinten, Radläufe und Stoßfänger aus Sichtcarbon, eine Powerdome-Motorhaube, ein Frontschutzbügel und der Sichtcarbon-Windabweiser über der Frontscheibe mit integrierten LEDs tragen zum Offroad-Look bei. Auch hier dürfte der G 63 4x4² Pate gestanden haben.

Viel Carbon und verbreiterte Kotflügel sorgen für einen bulligen und aggressiven Look des Brabus 800 XL.
Bild: Brabus
Um leichter in den schiefergrauen Innenraum zu gelangen, brachten die Fahrzeugprofis noch spezielle, elektrisch ausfahrende Trittstufen an und ergänzten die hinteren Türen mit Easy-Entry-Scharnieren, damit sie sich in einem Winkel von bis zu 90 Grad öffnen lassen.
Eine aufwendige rautenförmige Steppung an Sitzen, Türverkleidungen und Fußmatten veredelt das Interieur und ist typisch Brabus. Der Dachhimmel ist im Gegensatz zu den Sitzen mit Dinamica-Leder bezogen, aber ebenfalls komplett in Grau gehalten. Neben dem vielen Leder an Sitzen, Türen, Armaturenbrett und Fahrzeugboden gibt es auch einige Carbon-Elemente im Innenraum, die die Optik von Außen widerspiegeln. Dazu gehören Teile des Lenkrads, Handgriffe, Einstiegsleisten, die Instrumententafel der Mittelkonsole, Sonnenblenden und die Pedalauflage.

Der Innenraum wurde mit grauem Leder, einer aufwendigen Steppung und reichlich Carbon veredelt.
Bild: Brabus
Wir stellen fest: Der Brabus XL 800 hat einiges zu bieten. Und das ganz sicher nicht nur für Offroad-Fans, sondern auch für Design- und Lifestyle-Enthusiasten. Was der Luxus-Geländewagen mit Wow-Faktor kostet? Schlappe 765.572 Euro – wobei der G 63 der aktuellen Generation mit 191.233 Euro schon kein Schnäppchen ist. Wer über das entsprechende Budget verfügt, der darf auch schon mal ordentliche Kosten an der Zapfsäule einkalkulieren: Laut Datenblatt schluckt die modifizierte G-Klasse nämlich 20,1 Liter auf 100 Kilometer.
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