Wohnwagen-Test Bürstner Averso 535 TL

Bürstner Averso 535 TL: Wohnwagen-Test

Schick und vielseitig

Der Averso ist Bürstners Erfolgsmodell. Umfassend überarbeitet startet er in die neue Saison. Der Bürstner Averso 535 TL im Wohnwagen-Test.
So schick kann heute die beliebteste Klasse Deutschlands aussehen: Passat zieht Averso, und beide zeigen sofort, dass Mittelklasse schon lange kein Mittelmaß mehr meint. So klar in der Form und so modern in den Details wie der Volkswagen-Bestseller zeigt sich auch der Erfolgscaravan von Bürstner. Die beiden passen gut zusammen, auch mit ihrem basisdemokratischen Anspruch auf Premium: Wohlfühlatmosphäre erfordert nicht zwingend einen spürbaren Luxuszuschlag im Preis. Das beweist der Averso 535 TL, der in seiner Basisausführung bei 23.690 Euro startet. Mit 6,49 Meter Aufbaulänge (7,85 Meter mit Deichsel) stellt er die mittlere Länge der inzwischen elf Modelle umfassenden Averso-Baureihe dar.
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Der Averso punktet mit lebensfrohem Ambiente

Auf Holzoptik verzichtet Bürstner nicht ganz, setzt sie jedoch sparsam und gezielt als Kontrast ein. Viel zum Ambiente tragen die hellen Bezüge bei.

Das ist er: Außen punktet die 2020er-Auflage des Averso besonders mit ihrer Heckansicht. Hier zeugen die neuen Rückleuchten plus ein chromglänzender Bürstner-Schriftzug vom neuen Anspruch, der eine bewusst klare Sprache wählt: Mit grauen Flächen und Kontrastlinien in Rot und glänzendem Silber schneidet er alle alten Zöpfe ab. Auch der Blick nach innen zeigt, dass Bürstner alles Rustikale gestrichen hat: Licht und hell wirkt der Averso mit seinem Spiel aus glänzenden und matten Oberflächen. Auf Holzoptik verzichtet er nicht ganz, setzt sie jedoch sparsam und gezielt als Kontrast ein. Viel zu diesem lebensfrohen Ambiente tragen die hellen Bezüge bei, die Bürstner gewohnt liebevoll wie aufwendig absteppt. Gegen Aufpreis gibt's ein Lichtpaket, das mit indirekt strahlenden LED-Streifen eine angenehme Stimmung in den Averso zaubert. Neu sind die von Bürstner entwickelten Home-Lights, kompakte und dimmbare Akkuleuchten, die überall eingesetzt werden können. Sie versorgen die Sitzgruppe im Heck und das Bett mit Licht, lassen sich jedoch ebenso nach draußen mitnehmen. Aufgeladen werden sie an cleveren Dockingstationen, wo ein Magnet sie sicher hält.

Der 535 TL will keinen Familiengrundriss bieten

Die Einzelbetten lassen sich verbinden. Auf Wunsch gibt's auch ein Bugfenster.

Das hat er: Der 535 TL folgt einem klassischen Grundrisskonzept. Im Heck befindet sich eine üppige Rundsitzgruppe, die sich zur Vis-à-vis-Lösung umbauen lässt. Damit steigt das Maß des Tischs auf knapp 1,60 Meter Länge – das bietet auch für umfangreiche Menüs mehr als ausreichend Platz. Bei abgesenktem Tisch entsteht hier ein Zusatzbett, das im schmalen Bereich mit 105 Zentimetern für zwei jedoch sehr eng ausfällt. An seiner breitesten Stelle misst es immerhin knapp 130 Zentimeter. Das zeigt, dass der 535 TL keinen Familiengrundriss bieten will, sondern eher komfortablen Raum für zwei Reisende. Für sie stehen vorne Einzelbetten bereit, die mit je 90 Zentimeter Breite und 184 (links) beziehungsweise 199 (rechts) Zentimeter Länge punkten. Schließen lässt sich die Lücke dazwischen auch: Ein auf Wunsch lieferbarer, schnell ausziehbarer Rollrost versteckt sich in einem Kästchen. Auf ihm lässt sich ein schmales Matratzenstück von 30 Zentimeter Breite einlegen.

Das Autarkie-Paket kostet 840 Euro

Die Küche ist schick, bietet jedoch nicht allzu viel Fläche zum Arbeiten.

In der Mitte, also zwischen vorderem Schlafzimmer und dem Ess-Wohn-Raum im Heck, finden sich die Funktionsbereiche. Die Küche steht als kurze Zeile schräg gegenüber der Eingangstür: Sie bietet eine Menge Stauraum, jedoch wenig Arbeitsfläche. Der Dreiflammenherd mit geteilter Abdeckung ist Serie, gegen Aufpreis stattet Bürstner den Averso mit Backofen, Dunstabzug und einem schicken Kapselhalter für Kaffeemaschinenfans aus. Die direkt daneben einhängbaren Miniboards wollen praktisch sein, allerdings zeigte schon eine kurze Fahrt, dass sie leicht herunterfallen – mit der Folge, dass ihr Rahmen bricht. Praktisch, weil bestens zugänglich, fällt dagegen der schmale, hohe Kühlschrank aus, der die Küche zum Schlafzimmer hin abtrennt. Das Bad gegenüber wirkt schick und hell, zudem fällt es ausreichend groß aus. Üppig ausgestattet ist es allerdings nicht: Für das Duschpaket werden 490 Euro Aufpreis fällig. Ebenso extra zahlen Camper, die ihren Averso auch ohne Stromversorgung nutzen wollen: 840 Euro kostet das Autarkie-Paket, das eine 95-Ah-Batterie samt Ladegerät und Elektronik beinhaltet. Das große Winterpaket mit Warmwasserheizung bietet Bürstner für 3790 Euro an, die kleinere Version mit elektrischer Fußbodenheizung kommt auf 1350 Euro extra. Für alle, die sich noch mehr Abstand zur Mitte wünschen, liefert Bürstner wieder die rundum hochwertiger ausgestattete Variante "Harmony Line". Der hierfür geforderte Zuschlag liegt bei 2500 Euro.

Technische Daten
Länge/Breite/Höhe 7850/2320/2580 mm
Aufbaulänge 6490 mm
Material Wand/Dach/Boden Blech/GFK/GFK
Stärke Wand/Dach/Boden 28/28/38 mm
Leergewicht/Zuladung 1600 kg/k.A.
Liegefläche Front L x B 1840/1990 x 900 mm
Kühlschrankvolumen/Eisfach 142/15 l
Herd 3 Flammen
Frisch-/Abwassertank 44/22 l
Gasvorrat/Heizung 2x11 kg/Truma S 3004 + Therme
Basispreis 23.690 Euro
So fährt er: Am Haken läuft der einachsige Averso unauffällig und leichtfüßig dem Passat hinterher. Das Gespann bleibt wendig, dennoch ist mit 2,32 Meter Breite bei engen Passagen Vorsicht gefragt. Gegen Aufpreis erhöht Bürstner das zulässige Gewicht von serienmäßig 1600 Kilogramm auf bis zu zwei Tonnen. Ebenfalls extra kosten ein Ersatzrad und das Trailer Control genannte Antischleudersystem von AL-KO.

Wohnwagen-Test Bürstner Averso 535 TL

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Fazit von Thomas Wirth: Wer den neuen Averso mit seinem Vorgänger vergleicht, spürt den Aufbruch, den Bürstner beschwört: Ein angenehmes Ambiente darf auch modern aussehen. Also weg mit aller Bräsigkeit, licht und leicht wirkt die neue Wohnwelt der Mittelklasse. Damit könnte das Ziel gelingen, neue, jüngere Kunden anzusprechen, die bisher über Wohnwagen nicht nachdenken wollten. Urteil: vier von fünf Punkten.
Weitere Themen: Gaskocher im Vergleich

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