Bugatti traut sich was! Im Oktober 2020 wurde mit dem nicht straßenzugelassenen Bolide der extremste und schnellste Bugatti der jüngeren Firmengeschichte präsentiert und die Autowelt staunte angesichts der Leistungsdaten! Der 8,0-Liter-W16 leistet mit 110 Oktan Rennbenzin unglaubliche 1850 PS, die gerade mal 1240 Kilo bewegen müssen. Macht ein Leistungsgewicht von nur 0,67 Kilo/PS. 300 km/h sollen aus dem Stand nach nur 7,37 Sekunden anliegen und die Nordschleife soll der Bolide in einer Fabelzeit von nur 5:23,1 Minuten umrunden – zumindest theoretisch, denn ursprünglich war er als reines Experimentalfahrzeug gedacht, sollte zeigen wie ein Rennwagen der Marke Bugatti aussehen könnte.
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Wir spulen zehn Monate vor. Der Bolide hat in der Zwischenzeit auf kleineren Veranstaltungen wie der Milano Monza Motor Show für reichlich Aufsehen und Gesprächsstoff gesorgt. Aufgabe erfüllt, könnte man meinen. Doch jetzt der Hammer: Bugatti wird tatsächlich eine Kleinserie des Bolide auflegen! Das wurde auf dem prestigeträchtigen Event "The Quail – A Motorsports Gathering" im Rahmen der Carweek in Pebble Beach verkündet. Zwar wurde eine Serienfertigung von Beginn an nicht ausgeschlossen, doch hätten wohl die wenigsten, uns eingeschlossen, damit gerechnet, dass Bugatti den Bolide tatsächlich bauen wird.
● Bugatti baut eine Kleinserie des Bolide
● 40 Stück sind geplant
● Serienversion mit 1600 PS und 1600 Nm
● keine Straßenzulassung
● nach internationalen FIA-Sicherheitsstandards entwickelt
● Bolide soll das ultimative Tracktool sein
● Stückpreis: 4 Millionen Euro netto (4,76 Millionen Euro brutto)
● die ersten Kundenfahrzeuge sollen ab 2024 ausgeliefert werden

"Mit dem Bolide haben wir vergangenes Jahr enorme Begeisterung ausgelöst. Nach der Präsentation baten uns viele unserer Kunden, ein Serienfahrzeug des Experimentalfahrzeugs zu entwickeln. (...) Daher haben wir uns entschlossen eine Kleinserie des Bolide aufzulegen, um 40 Kunden die Chance zu geben, dieses unglaubliche Fahrzeug erleben zu können", erklärt Bugatti-Präsident die Entscheidung. Glaubt man Bugatti, so soll der Bolide die ultimative Fahrmaschine für die Rennstrecke sein. Die oberste Prämisse bei der Entwicklung des Testfahrzeugs war es die kleinstmögliche Hülle zu konzipieren, in die der W16-Motor ohne Einschränkungen hineinpasst.
Bugatti Bolide
In der Heckansicht noch brutaler: Die 18-Zoll-Hinterreifen messen 400 Millimeter.

W16 auf Super Plus Benzin abgestimmt

Dass der Bolide ein kompromissloser Rennwagen ist, dürfte auf den ersten Blick klar sein und geht es nach Bugatti, wird bis zur Serienversion so wenig wie möglich verändert. Statt auf 110 Oktan Rennbenzin wird der W16 der Serienversion auf normales Super Plus Benzin mit 98 Oktan abgestimmt, um sicherzustellen, dass der Bolide weltweit problemlos eingesetzt werden kann. Dadurch sinkt die Leistung marginal von 1850 auf 1600 PS. Das maximale Drehmoment von 1600 Nm liegt bereits bei niedrigen 2250 U/min an und der Motor wird für die Rennstrecke auf höhere Drehzahlen ausgelegt. Da es sich um ein reines Rennfahrzeug ohne Straßenzulassung handelt, können zudem Ansaug- und Abgasanlage entdrosselt werden, so Bugatti.
Bei der brutalen Leistung steht Sicherheit an erster Stelle und so wird der Bolide nach internationalen FIA-Sicherheitsstandards entwickelt. Zur serienmäßigen Sicherheitsausstattung gehören eine automatische Löschanlage, ein HANS-System, Sechspunktgurte sowie Räder mit Zentralverschluss und die Möglichkeit einer Druckbetankung mit Benzinblase. Diese Features bringen allerdings Gewicht mit sich und so soll der fahrfertige Bolide mit 1450 Kilo rund 210 Kilo mehr wiegen als das Experimentalfahrzeug. Zusammen mit der wegen des Sprits auf 1600 PS gesunkenen Leistung ergibt sich so ein Leistungsgewicht von 0,9 Kilo/PS. Bedenkt man, dass ein gewaltiger 8,0-Liter-W16 verbaut ist, ist dieses Gewicht immer noch bemerkenswert, zumal der Bolide rund eine halbe Tonne leichter ist, als ein Chiron.
Bugatti Bolide
Damit die Kunden ihren Bolide auch ausfahren können, plant Bugatti ab 2024 exklusive Trackdays.

Basispreis von 4,76 Millionen Euro brutto

Um den 40 glücklichen Besitzern die Chance zu geben, das volle Potenzial des Bolide ausschöpfen zu können, will Bugatti in Zukunft exklusive Trackdays veranstalten. Bis es soweit ist, wird es allerdings noch eine Weile dauern, denn die Entwicklung wird noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Bugatti geht davon aus, dass die ersten Kundenfahrzeuge ab 2024 ausgeliefert werden. Der Preis, für Bugatti-Besitzer eher zweitrangig, liegt bei vier Millionen Euro nettomacht in Deutschland 4,76 Millionen Euro brutto. Bugatti traut sich was!