Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse: Fahrbericht
Ein unvergesslicher Trip

1500 Kilometer im Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse – quer durch Deutschland in einem seltenen Traumauto zum Ende seiner Bauzeit.
- Joachim Staat
Eine Plakette auf der Einstiegsleiste weist diesen Bugatti aus: Jawohl, das ist das Weltrekordauto, das mit 408,84 km/h schnellste Cabrio der Welt. Wobei das Wort Cabrio übertrieben ist, denn wie bei Lamborghini lässt sich im Grand Sport Vitesse nur ein gläsernes Dachteil ausbauen, so entsteht eine armlange Lücke zwischen der Frontscheibe und den beiden großen Ansaughutzen hinterm Kopf. Egal, die größte Freude beim Offenfahren ist nicht etwa, sich bei 180 die Haare zerwühlen zu lassen, sondern dem Motor im Rücken zuzuhören.
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Endlose Weiten: 16 Zylinder brauchen Platz und lassen die Straße hinter einem weit entfernt wirken.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Fünf Analoguhren im reduzierten Cockpit
Einsteigen unters tiefe Dach verlangt einen gesunden Rücken, fällt dennoch erstaunlich leicht, weil die Schwelle des Carbon-Monocoque nicht zu breit ausfällt. Der Fahrer landet in Schalensitzen mit dünnem Sitzpolster und einer so perfekten Passform, dass er 1000 Tageskilometer locker und knitterfrei abreitet. Die Einrichtung dieses Bugatti fällt erstaunlich spartanisch aus: Eine aufs Minimum reduzierte Mittelkonsole zeigt vor allem, wie ein guter Designer klug weglässt und Tasten reduziert, während die fünf Analoguhren klassisch klar anzeigen und in einer Zeit überbordender digitaler Gimmicks fast altbacken wirken. Tatsächlich funktionieren sie perfekt. Ein Blick genügt: mittig der Drehzahlmesser mit rotem Bereich ab 6500 Touren, zwei kleinere Anzeigen faszinieren vor allem durch ihre Skala. Links unten die geleisteten PS bis zu 1200, rechts reicht der Tacho bis 430. Damit holt man im Quartett der Superreichen den Stich, und wer von solchen Zahlen keinen trockenen Mund bekommt, muss zur Strafe drei Jahre Dacia fahren.Das Wunderwerk startet mit einem erstaunlich profanen Schlüssel aus dem VW-Regal und einem Druck auf den Startknopf vorm Schalthebel. Der 16-Zylinder brüllt nicht auf, sondern fällt in einen turbinenartigen Leerlauf. Schalthebel auf "D", und los. Überhaupt lässt sich der Bugatti überraschend zickenfrei durch die Stadt lenken, sobald sich der Fahrer an fast zwei Meter Breite und die Empfindlichkeit der tiefen Carbon-Nase gewöhnt hat. Die meisten Karosserieteile bestehen aus dem leichten Werkstoff, dennoch wiegt der Vitesse knapp zwei Tonnen. Man sieht nach vorne gut aus der geräumigen Kabine, nach hinten erwartungsgemäß schlecht. Aber sobald der Vitesse die Stadt verlässt, braucht man den Rückspiegel auch nicht mehr. Es kann ja kein Schnellerer kommen.
In 2,5 Sekunden von 0 auf 100

Lässt man das gläserne Dachteil zuhause, klingt der Motorsound noch satter als sonst.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Der Bugatti übertrifft alle in Leistung und Preis

Auf der kurvigen Landstraße gilt das Tempolimit. Die Kurven machen auch mit 100 km/h Spaß.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD

Bild: Auto Bild
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