Bugatti Veyron (2005): Kosten, Felge, Reifen, teuer
Sündhaft teure Bugatti Veyron-Felge mutwillig zerstört

Im Namen der Wissenschaft zerstört: In den USA haben Youtuber ein rund 30.000 Euro teures Komplettrad eines Bugatti Veyron aufgeschnitten!
Bild: Youtube/Waterjet Channel
Der legendäre W16 steht vor dem Ruhestand! Mit dem auf 99 Exemplare limitierten Roadster Mistral hat Bugatti das Ende einer Ära angekündigt. Eine Ära, die im Jahr 2005 mit dem Veyron begann. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von unglaublichen 407 km/h war der Veyron 2005 das schnellste Serienauto der Welt und auch knapp 20 Jahre später beeindruckt das Prestige-Projekt noch immer. Nicht nur durch seine schiere Präsenz und die beeindruckenden Leistungsdaten, sondern auch durch die enormen Kosten!
Gebrauchte Bugatti Veyron sind aktuell nicht unter 1,2 Millionen Euro zu haben, während Sondermodelle auch schon mal knapp drei Millionen Euro kosten können. Doch nicht nur der Anschaffungspreis eines Veyron ist enorm, auch die Unterhaltskosten können schnell mehrere Zehntausend Euro pro Jahr betragen. Allein der jährliche Ölwechsel des 8,0-Liter-W16 soll zwischen 20.000 und 23.000 Euro kosten. Gut, dass Bugatti seit kurzem das Servicepaket "Passeport Tranquillité" anbietet. Hierbei können Besitzer, deren Werksgarantie abgelaufen ist, ein Servicepaket für zwei oder vier Jahre abschließen, das alle Wartungskosten abdeckt.
So viel kostet ein Satz Reifen für den Veyron
Auf Wunsch umfasst das Paket auch die Reifen. Ein Punkt, der vor allem beim Veyron sehr kostspielig ist. Als der Hypersportwagen 2005 auf den Markt kam gab es schlicht keine Straßenreifen, die den enormen Belastungen bei über 400 km/h standhalten konnten und so entwickelte Michelin speziell für Bugatti einen Hochleistungsreifen. Ein Satz dieser Reifen kostet, je nach Quelle, zwischen 35.000 und 40.000 Euro. Hinzu kommen noch Felgen, die ebenfalls alles andere als günstig sind.
In den USA wurde kürzlich ein originales Komplettrad eines Bugatti Veyron mutwillig zerstört. Wieso fragen Sie sich? Ganz einfach, um herauszufinden, was das Rad so besonders (teuer) macht – und natürlich für die Klicks. Mit Erfolg: Nach rund einem Monat hat das Video des youtube-Kanals "Waterjet Channel" knapp 700.000 Aufrufe. Darin zu sehen ist, wie Reifen und Felge mit einem Wasserstrahlschneider sauber aufgeschnitten werden.
Zu Beginn wird erklärt, dass das originale Komplettrad neu rund 35.000 Euro kosten würde – zu den genauen Preisen für Reifen und Felgen des Veyron gibt es allerdings unterschiedliche Angaben. Feststeht, Reifen und Felgen sind extrem teuer. Da der 365er-Reifen aus dem Video ein DOT 37/16 (also in der 37. Woche 2016 produziert wurde) hat, ist er praktisch unbrauchbar, denn Bugatti gibt vor, dass die Reifen eines Veyron im Idealfall alle vier, spätestens jedoch alle fünf Jahre, getauscht werden müssen. Außerdem wird empfohlen, dass die Felge bei jedem Radwechsel geröntgt wird, um Haarrisse zu erkennen.
Die Felge wird von OZ hergestellt
Womöglich wies die Felge solche Haarrisse oder eine andere Beschädigung auf. Vielleicht war sie auch einfach zu alt, denn angeblich sollen die Felgen nach nur zwei Reifenwechseln ebenfalls erneuert werden. Das liegt daran, dass die Hochleistungsreifen mit den von OZ hergestellten Rädern verklebt werden. So oder so: Nachdem der Wasserstrahlschneider in rund zehn Minuten ein ordentliches Stück herausgetrennt hat, sind Reifen und Felgen sowieso nicht mehr zu gebrauchen.

Bei seiner Präsentation im Jahr 2005 war der Bugatti Veyron das schnellste Serienauto der Welt.
Bild: Wolfgang Groeger-Meier
Die Erkenntnisse am zerstörten Rad sind überschaubar, denn letztendlich handelt es sich hierbei auch nur um eine (sehr teure) Aluminiumfelge. Interessant ist, dass eine Art Plastikring zwischen Felge und Reifen montiert ist, der den Reifen im Falle eines Schadens unterstützen soll. Kleberückstände sind nur noch am Felgenrind zu erahnen, womöglich hat sich der Kleber im Laufe der Jahre bereits zersetzt.
Aus den Überresten entsteht Schmuck
Auch wenn das Aufschneiden dieses Rads keine grundsätzlich neuen Erkenntnisse gebracht hat, ist es dennoch bemerkenswert, dass sich jemand getraut hat, Felge und Reifen eines Bugatti Veyron aufzuschneiden. Und falls Sie sich fragen, was mit der kaputten Felge geschieht: Sie wird recycelt, denn der Künstler Patrick Air fertigt daraus 50 handgemachte Ringe. Kostenpunkt: ab umgerechnet 2900 Euro.
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