Es gibt Dinge, bei denen sollte man nicht lange warten. Ein roter Aufkleber auf dem Auto gehört dazu.
Der sogenannte "Rote Punkt" wird in der Regel an Fahrzeugen angebracht, die nicht mehr zugelassen oder offensichtlich nicht mehr verkehrstüchtig sind und trotzdem im öffentlichen Raum stehen. Mit dem Aufkleber fordern die Behörden den Halter auf, das Fahrzeug innerhalb einer festgelegten Frist zu entfernen.
Wer die Frist verstreichen lässt, riskiert das Abschleppen des Fahrzeugs. Hinzu kommen Bearbeitungsgebühren, Kosten für Transport und Verwahrung sowie mögliche Gebühren für die unerlaubte Nutzung öffentlicher Flächen. Wird das Fahrzeug nicht abgeholt, kann es versteigert oder verschrottet werden. Reicht der Erlös nicht aus, um die entstandenen Kosten zu decken, muss der Halter die Differenz zahlen.
Die Gründe für das Anbringen des Aufklebers können vielfältig sein.
Bild: dpa
Es ist übrigens dabei nicht ratsam, einfach das Kennzeichen zu entfernen, um Sanktionen zu entgehen. Selbst ohne Kennzeichen kann die Polizei weiterhin Maßnahmen zur Halterfeststellung einleiten. Das kann zusätzliche Konsequenzen nach sich ziehen. Deshalb sollten Betroffene den roten Aufkleber keinesfalls ignorieren, sondern die angegebene Frist genau beachten und sich bei Unklarheiten an die zuständige Behörde wenden.

Hohe Kosten drohen

Die oft genannte Höchststrafe von bis zu 100.000 Euro betrifft allerdings Ausnahmefälle, etwa wenn ein abgestelltes Fahrzeug als Abfall eingestuft wird und Verstöße gegen abfallrechtliche Vorschriften hinzukommen. Deutlich häufiger müssen Halter mit Abschleppkosten, Verwaltungsgebühren und Verwahrentgelten rechnen, die je nach Kommune schnell mehrere Hundert bis einige Tausend Euro betragen können.