Ein Sturm sorgte im australischen Queensland für einen mehrtägigen großflächigen Stromausfall. Und der hätte für den kleinen Levi tödlich enden können. Denn der Elfjährige benötigt regelmäßig eine Dialyse (Blutwäsche) – und das Dialyse-Gerät Strom. Doch der kleine Junge hatte Glück: Seine Mutter Kristy Holmes hatte die rettende Idee. Sie schloss das Gerät kurzerhand an ihr E-Auto Atto 3 des chinesischen Herstellers BYD an, berichtet der "Guardian".
Mit der Notstromfunktion des Elektroautos kann die Fahrbatterie zur Versorgung von Haushaltsgeräten genutzt werden. Neben dem Dialyse-Gerät hatte der Wagen auch die Kühlschränke der Familie mit Strom versorgt.

Wie funktioniert das?

Fahrakkus von E-Autos können Strom speichern. Aber immer mehr Modelle können den Strom auch wieder abgeben – etwa zur Versorgung von Haushaltsgeräten im Notfall, oder um weit ab vom Stromnetz elektrische Werkzeuge zu betreiben. Diese Funktion nennt sich "Vehicle-to-load" (V2L), zu Beginn des E-Auto-Zeitalters vor allem bei japanischen Modellen wie dem Nissan Leaf zu finden. Wegen des hohen Erdbeben-Risikos fällt auf dem Inselstaat häufiger der Strom aus, ein Durchschnitts-Haushalt lässt sich per E-Auto rund zwei Tage mit Energie versorgen.
BYD Atto 3 als Lebensretter
So ein BYD Atto 3 wurde in Australien in der Not zum Lebensretter.
Bild: BYD Cars
BYD-Modelle wie der Atto 3 können V2L, die Koreaner (Hyundai, Kia, Genesis) mischen mit und mittlerweile können beispielsweise auch einige ID-Modelle von Volkswagen zur Notversorgung dienen. Abgezapft wird entweder über eine Steckdose im Fahrzeug oder einen Adapter-Stecker für die Ladebuchse.
Die 42-jährige Mutter erzählte dem "Guardian", sie habe zwar gewusst, dass sie das Auto für vieles nutzen könne, aber: "Jetzt, wo es meinen Sohn gerettet hat, glaube ich nicht, dass ich jemals wieder zu einem Benziner zurückkehren werde." Ohne die Notstrom-Dialyse hätte Levi während des Stromausfalls ins weit entfernte Brisbane reisen müssen, um die lebensrettende Behandlung zu bekommen.
Von Raphael Schuderer und Sandra Simonsen