Pssst, war da was? Bislang gab es in den Autos von BYD zumindest in Europa allenfalls ein leises Summen der neuen Zeit zu hören. Doch wer zum ersten Mal mit der neuen Einstiegsvariante des Seal-U unterwegs ist, dem dringt nun mitunter auch mal ein vertrautes Brummen aus der alten Welt ans Ohr. Denn die Chinesen haben begriffen, dass unsere Begeisterung fürs Elektroauto Grenzen hat und dass unsere Reichweitenangst tief verwurzelt ist. Deshalb schieben sie nun nach der vollelektrischen Version des VW ID.4-Konkurrenten als DM-i ihren ersten Plug-in-Hybriden hinterher.
Mit diesem intelligenten Dual Mode-Konzept und einer gar nicht mal so sehr abgespeckten Einstiegsvariante sinkt nicht nur der Preis um 3000 auf 38.900 Euro, sondern zugleich wächst der Aktionsradius. Und zwar gewaltig. Wo bei der E-Version auch im besten Fall nach 500 Kilometern Schluss ist, kommt schon die Einstiegsversion des Teilzeitstromers mit 60-Liter-Tank und 18,3-kWh-Pufferakku auf eine normreichweite von 1080 Kilometern.
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Und wenn zum Jahresende auch der 26,6 kWh große Akku nachgereicht wird, sollten deutlich mehr als 1100 Kilometer drin sein. Da werden dann selbst Diesel-Fahrer neidisch. Nur beim Laden kleckern die Chinesen eher, als dass sie klotzen: Denn mehr als 11 kW an drei Phasen und 18 kW am Gleichstrom sind nicht drin.
Passable Sitze in Reihe eins und eine neigbare Rückbanklehne gibt es im Fond des BYD Seal U DM-i.
Bild: Hersteller

Auch beim Plug-in-Hybrid spielt die erste Geige elektrisch

Und keine Angst, so ganz geben die Chinesen ihre Ideale nicht auf. Auch beim Plug-in-Hybrid spielt die erste Geige elektrisch. Und zwar im Grundmodell mit einem Motor mit 145 kW und in der Top-Versionen mit zwei Motoren und 270 kW. Der vergleichsweise neue und moderne 1,5-Liter-Vierzylinder-Direkteinspritzer-Turbo hat dagegen mit seinen 98 oder 130 PS an der Systemleistung von 218 oder 324 PS nur einen bescheidenen Anteil und macht sich entsprechend selten bemerkbar.
Zum Beispiel, wenn etwa beim Überholen oder bei der Autobahnauffahrt deutlich mehr Leistung abgerufen wird und der Seal U seine Sprintstärke unter Beweis stellen soll. Dann schafft er es mit vereinten Kräften im besten Fall in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 und bei Vollgas auf immerhin 180 km/h.
Das Zentraldisplay auf Wunsch vertikal oder horizontal, Schalten, wie man es gewohnt ist und eine passable Lenkradbedienung bietet der BYD Seal U DM-i.
Bild: Hersteller
Allerdings darf man sich von diesen Zahlen nicht täuschen lassen: Der Seal U ist trotz der stolzen Performance kein Sportler und will auch keiner sein. Mit softer Lenkung, gutmütigem Fahrwerk und gemütlichen Sitzen gibt er eher den großen Gleiter und die brave Familienkutsche als den ambitionierten Kurvenräuber.
Der Vierzylinder im BYD Seal U DM-i ist nur nominal ein Kraftpaket, der Akku lädt mit bis zu 18 kW, LED-Scheinwerfer und Rückscheinwerfer, die auch von BMW stammen könnten.
Bild: Hersteller

Akku reicht für höchstens 125 Kilometer

Weil der Akku allein keine großen Sprünge erlaubt, sondern selbst im besten Fall nur für 125 Kilometer reicht, ist der Benziner natürlich sehr viel öfter im Boot. Doch hält er sich bei moderatem Gasfuß merklich zurück und arbeitet mit niedrigerer Drehzahl vor allem als Generator, der den Akku nachlädt und so den Strom für die E-Maschine produziert. Das ist zwar nicht die effizienteste aller Lösungen, passt aber zum chinesischen Faible fürs elektrische Fahren.
Der Kofferraum des BYD Seal U DM-i fasst zwischen 570 und 1440 Litern.
Bild: Hersteller
Weil es den Seal U auch vollelektrisch gibt, ändert sich durch den Pufferakku nichts an den Platzverhältnissen. Auch mit Batterie und Benzintank macht das 4,78 Meter lange SUV dem U für "Utility" im Namen alle Ehre und bietet bei 2,75 Metern Radstand auch in der zweiten Reihe noch genügend Platz und mit neigbaren Rückenlehnen obendrein viel Komfort für die Hinterbänkler.
Der Kofferraum hinter der elektrischen Klappe fasst samt des Souterrains 570 Liter und kann auf bis zu 1440 Liter erweitert werden – und ist damit spürbar größer als bei der Seal Limousine.
Ob der BYD Seal U DM-i gefällt, ist wie so vieles Geschmackssache. Hier könnte aber für viele der Preis der entscheidende Vorteil sein.
Bild: Hersteller

Keine Abstriche beim Ambiente

Auch beim Ambiente machen die Chinesen keine Abstriche. Selbst wenn das Premium-Geschwurbel vielleicht ein bisschen übertrieben ist und Mercedes GLE & Co dann doch in einer anderen Liga fahren, fühlt sich der Seehund für die Familie überall fein und vornehm an und leistet sich – zum Beispiel um den Wählhebel fürs Getriebe – den gleichen Zierrat aus Bleikristall-Imitat wie BMW bei Siebener & Co.
Dazu gibt es eine großflächige Ambientebeleuchtung in den Türen sowie im teilweise transparenten Cockpit und ein wie so oft bei den Chinesen ziemlich verspieltes Infotainment mit einem drehbaren XXL-Tablet vor der Mittelkonsole samt Selfie-Kamera und Karaoke-Mikrofon. Und natürlich gibt es auch ein solides Soundsystem, das jetzt plötzlich auch einen Sinn ergibt. Denn selbst wenn nun bisweilen mal ein Motor brummt, hört man die Musik damit glasklar und ungetrübt.

Technische Daten BYD Seal U DM-i

Länge/Breite/Höhe 4775 mm/1890 mm/1670 mm • Radstand 2765 mm • Kofferraumvolumen 570 bis 1440 Liter • Leergewicht 2100 kg • Zuladung 410 kg. • Motor Dual-Elektromotor + 18,3-kWH-Akku + 1,5-Liter-R4-Turbobenziner • Getriebe Automatik • Antrieb Allrad • Systemleistung 238 kW (324 PS) • Drehmoment 550 Newtonmeter • Beschleunigung 0 - 100 km/h in 5,9 Sekunden • Höchstgeschwindigkeit 180 km/h • Grundpreis 38.900 Euro.
Natürlich passt ein PHEV nicht ganz so gut zum Image des elektrischen Giganten. Doch zeugt die Entscheidung einmal mehr von Pragmatismus der Chinesen und von ihrer Reaktionsschnelle. Denn während sie in Wolfsburg oder Paris noch überlegen, wie sie ihren Hybrid-Angebot erweitern können, parkt BYD schon an der Tanksäule ein. Und nein, auch wenn sie noch so laut von Premium phrasieren, wird der Seal U nicht zur Gefahr für einen Mercedes GLE oder einen BMW X5. Aber wer bislang mit einem VW Tiguan oder einem Ford Kuga geliebäugelt hat, der sollte sich den China-Plug-in mal genau anschauen.