Bilder Fahrbericht Cadillac XT6 (2019)

Cadillac XT6 (2019): Test, Fahrbericht, Motor, Technik

So fÀhrt Cadillacs SUV-Herausforderer!

Mit dem XT6 greift Cadillac die Premium-SUVs Audi Q7 und Mercedes GLE an. AUTO BILD ist den amerikanischen Herausforderer bereits gefahren!
Mit dem neuen Cadillac XT6 haben die Amerikaner vor allem deutsche Premium-SUVs wie Audi Q7 oder Mercedes GLE im Visier. Mit einer LĂ€nge von 5,05 Metern, bis zu sieben SitzplĂ€tzen und seinem selbstbewussten Design trifft er ins Herz des Segments. Allerdings haben die Cadillac-Interessenten beim Antrieb keine Wahl. Aktuell ist der Luxusoffroader allein mit einem 3,6 Liter großen V6-Motor verfĂŒgbar.

Im unteren Drehzahlbereich wirkt der Sechszylinder etwas schlapp.

Der direkteinspritzende Saugmotor ist souverĂ€n, laufruhig und mit 310 PS allemal ausreichend kraftvoll. Doch ohne Aufladung liegt das maximale Drehmoment von 373 Nm erst bei ĂŒppigen 5000 U/min an, weshalb sich der 2,1 Tonnen schwere Allradler aus niedrigen Drehzahlbereichen etwas schwertut. Wenn die Drehzahl-Nadel ĂŒber die 3000er-Marke wandert, sieht es schon besser aus und es geht kraftvoll voran. Reifenbedingt liegt die Höchstgeschwindigkeit in den USA beim 180 km/h. Der 3,6-Liter-V6 sollte an sich jedoch Höchstgeschwindigkeiten jenseits der 220 km/h ermöglichen. Ein Sparwunder ist der Cadillac mit einem Realverbrauch von 12,5 Litern Super auf 100 Kilometern nicht. Ein SĂ€ufer beim besten Willen aber auch nicht.

Die Abstimmung ist typisch amerikanisch

Im Zweirad-Modus fÀhrt das SUV etwas unharmonisch.

Das Fahrwerk des XT6 ist mit Fokus auf den Heimatmarkt USA betont komfortabel, aber nicht zu schwammig ausgelegt. Das gilt auch fĂŒr die Servolenkung, wobei die Bremsen gerade bei höheren Geschwindigkeiten bissiger zupacken könnten. Nicht ĂŒberspielen kann der Allradler jedoch seine spĂŒrbaren Nick- und Wankbewegungen, die sich trotz McPherson-Federbeinen vorn und Mehrlenkerachse hinten gerade bei höherem Kurventempo bemerkbar machen. Wer ambitionierter unterwegs ist, sollte auch bei den vier anwĂ€hlbaren Fahrprogrammen eine gewisse Vorausschau walten lassen. Der Zweiradmodus bedient ausschließlich die Vorderachse mit Motorleistung und das Fahrverhalten wird aufgrund mangelhafter Traktion unharmonisch. Deutlich besser, weil ausgewogener, sieht es im Allradmodus oder in den Allrad-Fahrprogrammen Sport und Offroad aus. Die KraftĂŒbertragung ĂŒbernimmt eine dezent im Hintergrund arbeitende Neungang-Automatik, die auch bei engagierten Leistungsabfragen nicht ĂŒberfordert ist. Angenehm bei Nachtfahrten sind die lichtstarken LED-Scheinwerfer, deren Fernlicht sich bei Gegenverkehr jedoch komplett ausschaltet und nicht zeitgemĂ€ĂŸ ausrastert, wie das die Matrixmodule der Konkurrenz durchgĂ€ngig können.

Das Platzangebot kann sich sehen lassen

Der Kofferraum fasst zwischen 356 und 2.228 Liter.

Überzeugen kann das SUV mit seinem variablen Platzangebot. Vorne wie hinten sind die PlatzverhĂ€ltnisse mehr als großzĂŒgig und wenn es tatsĂ€chlich sein muss, lassen sich im Laderaum elektrisch auf Knopfdruck zwei zusĂ€tzliche Notsitze aus dem Boden herausfahren. Das Ladevolumen liegt zwischen 356 und 2228 Litern. Der Ein- wie Ausstieg in die Reihe drei ist fĂŒr alle beschwerlich und bereiten allenfalls kleinen Kindern bei der kurzen Wochenendpartie eine gewisse Freude. In der Reihe zwei können dagegen auch groß gewachsene Personen bequem sitzen und zugleich die Sitze beheizen lassen oder die Lufttemperatur nach Gusto variieren. FĂŒr MobilgerĂ€te aller Art gibt es im Innenraum eine Vielzahl praktischer Ablagen und Lademöglichkeiten; zwischen den Vordersitzen sogar eine induktive Ladeschale. Der XT6 bietet serienmĂ€ĂŸig ein vernetztes Navigationssystem, dessen Touchscreen mit acht Zoll jedoch deutlich grĂ¶ĂŸer sein dĂŒrfte.
Fazit von Stefan Grundhoff: Letztlich bleiben bei dem neuen Amerikaner keine WĂŒnsche offen und bei der Kombination aus Preis, Design, Platzangebot, VariabilitĂ€t und Ausstattung kann man nur hoffen, dass der Cadillac XT6 bald auch den Sprung ĂŒber den Atlantik nach Europa schafft. Hierzulande brĂ€uchte er jedoch mindestens eine zweite Motorvariante, um eine Alternative zur etablierten Premium-Konkurrenz zu werden. Da an einen Diesel wohl nicht zu denken ist, könnte ein Plug-in-Hybrid den einen oder anderen Kunden locken.
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