Wohnmobil-Test Carthago chic e-line I 50 LE DA

Carthago chic e-line I 50 LE DA: Wohnmobil-Test

Gute Aussichten mit dem Carthago auf Sprinter-Basis

In der Oberklasse von Carthago gibt es neben Fiat Ducato und Iveco Daily nun auch den Mercedes Sprinter als alternatives Basisfahrzeug. Wird dadurch alles noch besser? AUTO BILD REISEMOBIL forscht nach.
Bei Carthago wollen Sie vieles besser machen als die anderen. Dabei haben die fleißigen Oberschwaben kleine Details im Blick, aber auch große und vor allem sicherheitsrelevante Baugruppen. Ein wichtiges Beispiel: der nach dem von Carthago so genannten Fahrerhaussichtkonzept konstruierte Bug. Dabei wird durch das weitmöglichst nach vorn geneigte Armaturenbrett eine besonders große Windschutzscheibe realisiert. Das soll den Blick direkt vor das Reisemobil verbessern. Auch die Scheibenwischer sind daran angepasst und lang genug, um die große Glasfläche zuverlässig trocken und sauber zu halten. Zudem sind die Seitenscheiben teils gerundet, und die Außenspiegel integrieren jeweils einen separaten Weitwinkelspiegel. Carthago garantiert damit optimale Rundumsicht. Wie das in der Praxis aussieht, wollten wir natürlich wissen und sind mit dem neuen chic e-line auf Tour gegangen.

Der Sprinter-Aufschlag lohnt sich

Beste Sicht nach vorn durch die große und weit heruntergezogene Frontscheibe. Das Sprinter-Cockpit ist ergonomisch einwandfrei.

©Sven Krieger / AUTO BILD

Das ist er: Zunächst mal ein ziemlicher Schlag ins Kontor. Bei 127.930 Euro geht die Baureihe mit dem I 51 LE erst los, und der rollt auf dem Fiat Ducato. Unser Testwagen ist ein I 50 LE DA mit Sprinter-Basis, Einstandspreis 141.920 Euro. Auf Ducato kostet der gleiche Grundriss 7030 Euro weniger! Allerdings scheint sich das Aufgeld schon beim nüchternen Blick auf die Sprinter-Ausstattungslisten zu lohnen, denn das modernere Basisfahrzeug passt mit all seinen verfügbaren Sicherheits- und Komfortassistenten einfach besser zu einem Wohnmobil mit erklärt hohem Anspruch. Optisch ist das Cockpit jedenfalls mit passgenauen Formteilen gut in den Aufbau integriert, wenngleich der obenauf stehende moderne Touchscreen nicht so recht mit den drei unterm Hubbett hängenden "Schiffsuhren" harmonieren will.
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Der Raum an Bord ist optimal genutzt

Großzügiges Schlafgemach mit sicherem Aufstieg in die Betten.

©Sven Krieger / AUTO BILD

Das hat er: Ein sehr durchdachtes und gut nutzbares Konzept. Rechts der breiten, satt schließenden Aufbautür ergänzt die L-Sitzgruppe eine Seitenbank, die gleichzeitig den Aufstieg ins mit einem Handgriff tief absenkende Hubbett ermöglicht. Das spart eine zusätzliche Leiter. In der geschwungenen Küche fallen die zahlreichen großen und zentralverriegelten Auszüge auf, aber auch viel Arbeitsfläche – der Raum ist optimal genutzt. So geht es im zweigeteilten Raumbad weiter. Keine Fläche bleibt ungenutzt, sogar eine Toilettenbürste ist an Bord. Da der Bereich auch als Ankleidezimmer fungiert, wenn die WC-Tür nach vorn geschlossen ist und die Schiebetür zum Schlafbereich hin, steht hier auch der raumhohe Kleiderschrank. Zwei weitere große Schränke finden sich unter den Fußenden der Betten – von oben und durch Türen zugänglich. Die Einzelbetten sind tellergefedert und schön groß; perfekt gelöst ist ihr Zustieg über zwei Stufen, die mit nach vorne fahren, wenn per Extrapolster zum Doppelbett umgebaut wird. Der heimelige Stoffbezug von Wänden und Decke zieht sich von vorne bis hier hinten durch. Außen überzeugen vor allem die massiven Klappen mit verdeckten Scharnieren. Auch die großen Wassertanks sowie der gut nutzbare große Stauraum im beheizten Doppelboden mit integrierter Wasserablasszentrale schaffen praktische Vorzüge.

Die Pfosten der Fenster stören den Fahrerblick zur Seite

So fährt er: Für ein so großes Fahrzeug fast leichtfüßig. Die Übersicht nach vorne ist tatsächlich besser als bei anderen Integrierten auf Sprinter-Basis, zur Seite hin stören jedoch ab und zu die recht dicken Pfosten der doppelverglasten Fenster. Mit dem Fahrassistenzpaket (1290 Euro, u.a. Abstandsregeltempomat) und dem MBUX (ab 2430 Euro) kommt Pkw-Komfort auf. Dazu passt die gute Fahrgeräuschdämmung und die Abwesenheit von Geknister aus dem durch Aluminiumholme versteiften holzfreien Aufbau.

Wohnmobil-Test Carthago chic e-line I 50 LE DA

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Fazit von Alex Failing: Der Sprinter als Basis ist auch für Carthago ein Gewinn. Antriebskomfort und Sicherheitssysteme passen zum Anspruch, wollen jedoch teuer bezahlt werden. Immerhin: Fahrer- und Beifahrerairbag sind Serie. Urteil: vier von fünf Punkten.

Technische Daten
Motorisierung 418 CDI
Leistung 130 kW (177 PS) bei 3800 U/min
Hubraum 2143 cm3
Drehmoment 400 Nm bei 1800 U/min
Höchstgeschwindigke 100 km/h (> 3,5 to)
Getriebe/Antrieb Neunstufen-Automatik/Vorderrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 92 l/Diesel + 22 l AdBlue
Länge/Breite/Höhe 8050/2270/3105 mm
Radstand/Bereifung 3920 mm/235/65 R 16 C
Leergew. fahrbereit/Zuladung 3975/1025 kg
Anhängelast (gebremst/ungebremst) 1600/750 kg
Material Wand/Dach/Boden Alu/GFK/GFK
Stärke Wand/Dach/Boden 38/38/38 mm
Isolierung Wand/Dach/Boden RTM/RTM/RTM
Liegefläche Heck L x B 2050/2070 x 850 mm
Liegefläche Hubbett L x B 1950 x 1600 mm
Kühlschrank/inkl. Eisfach AES, 153/29 l
Herd Gas, 3 Flammen
Bordbatterie Gel, 2 x 12 V/80 Ah
Frisch-/Abwassertank 235/185 l
Gasvorrat/Heizung 2x 11 kg/Alde Compact 3020 HE
Grundpreis/Testwagenpreis 141.920 Euro/180.260 Euro

Fotos: Sven Krieger / AUTO BILD

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