Neun Metall- und Chrompolituren im Test

Chrompolituren: Test

Nur vier Chrompolituren überzeugen im Test

AUTO BILD KLASSIK hat neun Chrompolituren getestet. Der Testsieger ist ein Alleskönner – doch insgesamt konnten nur vier Produkte auf ganzer Linie überzeugen.
Dieser Chrompolituren-Test beginnt mit einer Überraschung, denn wir testen gar nicht auf Chrom. Warum nicht? Erstens eignen sich die getesteten Chrompolituren nicht nur für verchromte, sondern für alle unlackierten metallischen Oberflächen. Zweitens lässt sich auf gebürstetem, ansonsten unbehandeltem Aluminium optimal herausarbeiten, welche Eigenschaften die Polituren haben. Verchromte Oberflächen sind zu hart, um klar zu erkennen, wie intensiv die Polierwirkung der Metallpolituren ist. Schleifkörper in den Mitteln sorgen für eine abrasive Wirkung. Das bedeutet: Sie tragen die verwitterte, äußere Schicht der Oberfläche ab. (Auch interessant: Autopolituren im Test)

Chrompolituren-Test auf gebürstetem Aluminium

Je abrasiver die Schleifmittel, umso aggressiver wirkt die Politur – und hinterlässt möglicherweise feine Kratzer. Um diese zu erkennen, haben wir etwas Weicheres gewählt: Aluminium mit gebürsteter Oberfläche. Diese imitiert eine verwitterte Oberfläche auf einem Chromteil. Ein perfekt abgestimmtes Produkt trägt die matte, gebürstete Schicht ab und erzeugt nach dem Abpolieren zusätzlich eine hochglänzende, spiegelnde Oberfläche, ohne Kratzer der Schleifmittel zu hinterlassen. Schaffen alle Polituren diesen Spagat? Schon mal vorab: Nein, den meistert nur eine.

Spezialisten für verwitterte Flächen: Nevr-Dull & Autosol

Helles Licht ist nötig, um die Leistung der neun Metallpolituren zu beurteilen.

©Sveinn Baldvinsson / AUTO BILD

Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, sollte man das für die Aufgabe am betsen geeignete Produkt wählen. Beispiel: Auf stark verwitterten, rauen Metalloberflächen kann Nevr-Dull seine Stärken optimal ausspielen. Die lösemittel- und ölgetränkte Watte ist so leicht zu aufzutragen wie kein anderes Produkt und trägt die gebürstete Schicht auf unseren Alu-Testflächen sehr effektiv ab. Zudem erzielt NevrDull den zweitbesten Glanz. Nachteil: Wer die Watte auf neuwertigen Oberflächen mit hohem Anpressdruck anwendet, riskiert feine Kratzer durch den Anteil grober Schleifmittel. Das gilt auch für das Produkt von Autosol, jedoch mit dem Unterschied, dass Nevr-Dull eine glattere Oberfläche mit stärkerem Glanz erzeugt. Nevr-Dull und Autosol sind die Spezialisten für stark verwitterte Flächen.

Schonende Politur mit Sonax und Meguiar's

Wer hingegen eine gut erhaltene, noch recht glatte Oberfläche möglichst schonend pflegen möchte, der liegt mit den Produkten von Sonax und Meguiar's richtig. Ihre Schleifmittel sind mild und schonen die Oberfläche. Sonax erzielt das beste Schleifbild, erzeugt so gut wie keine Hologramme oder Schleifspuren auf dem Testblech. Leicht abgeschwächt gilt das auch für die recht feste Paste von Meguiar's, die etwas schärfer ist. Beide Polituren tragen wenig Material ab. Nachteil: Sie erzeugen auch vergleichsweise wenig Glanz. Das gelingt dem Testsieger von Dr. Wack am besten. Dessen Produkt erzielt den höchsten Glanz. Trotz seiner sehr guten Polierleistung ist das Mittel aber auch oberflächenschonend: Nach Sonax hat die P21S das zweitbeste Schleifbild. Sie ist die einzige Chrompolitur in diesem Testfeld, die sich sowohl für neuwertige als auch für stark verwitterte Oberflächen sehr gut eignet.
# Chrompolituren im Test
1.

Dr. Wack P21S Metall/Alu-Polish

Preis*: 8,48 Euro

Testurteil: sehr empfehlenswert

2.

Sonax Xtreme Metal Polish

Preis*: 11,69 Euro

Testurteil: empfehlenswert

3.

Meguiar's G13005EU NXT All Metal Polish

Preis*: 10,85 Euro

Testurteil: empfehlenswert

4.

Nigrin Performance Metall-Politurpaste

Preis*: 2,91 Euro

Testurteil: empfehlenswert

5.

Nevr Dull Polierwatte für Metalle

Preis*: 7,30 Euro

Testurteil: empfehlenswert

6.

Autosol Edel-Chromglanz

Preis*: 5,64 Euro

Testurteil: bedingt empfehlenswert

7.

Swizöl Metal Polish Chrom- und Metallpflege

Preis*: 29,00 Euro

Testurteil: bedingt empfehlenswert

8.

RS1000 Chrompolitur

Preis*: 11,95 Euro

Testurteil: bedingt empfehlenswert

9.

Liqui Moly Chromglanzcreme

Preis*: 8,76 Euro

Testurteil: bedingt empfehlenswert

*Einkaufspreis des Testprodukts

So haben wir getestet

Auf abgeklebte, 5 mal 8 cm große Flächen tragen wir die Produkte auf – genau 30 Sekunden lang, deshalb die Stoppuhr.

©Sveinn Baldvinsson / AUTO BILD

Der zusammen mit der KÜS durchgeführte Test fand in einem Fachlabor statt – weniger der speziellen Messgeräte wegen, sondern um helles und gleichbleibendes Licht zur Verfügung zu haben. Das ist entscheidend, um die Schleifbilder und den Oberflächenglanz auf den Testblechen möglichst exakt beurteilen zu können. Auf den aufgeklebten, 5 mal 8 cm großen Testflächen haben wir die Produkte in erbsengroßer Menge aufgetragen, genau 30 Sekunden lang. Dazu benutzten wir die Hilfsmittel, die der jeweilige Hersteller empfiehlt: Polierwatte (Dr. Wack), einen weichen Schaumstoffschwamm (Meguiar's), ein feines Poliervlies (Nigrin, Sonax) oder ein weiches Mikrofasertuch (RS 1000, Liqui Moly, Swissvax). Bei Autosol fehlte diese Angabe, hier haben wir ebenfalls ein weiches Mikrofasertuch verwendet. Bei der öligen Nevr-Dull-Watte ist kein Hilfsmittel nötig. Technische Hilfsmittel wie ein Glanzgradmessgerät kamen nicht zum Einsatz, auf den unlackierten Flächen liefert es keine verwertbaren Ergebnisse. Wohl aber die Augen der Tester: Nach dem Polieren werden alle Flächen auf feine Schleifspuren und auf den Glanz hin untersucht.
Weitere Themen: Poliermaschinen im Test
Fazit von Lars Busemann: Vor dem Kauf sollte man wissen, in welchem Zustand das zu polierende Teil ist. Wer gut erhaltene Oberflächen pflegen möchte, ist mit den sanft abgestimmten Polituren von Sonax und Meguiar's gut bedient. Für härtere Fälle greift man zu Nevr-Dull oder Autosol, deren Rezepturen abrasiv sind und eine starke Polierwirkung haben. Aber nur eine Politur ist sanft zum Metall und erzeugt trotzdem eine glatte, nahezu kratzerfreie Oberfläche: die P21S Metall-/Alu-Polish von Dr. Wack.

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Fotos: Sveinn Baldvinsson / AUTO BILD

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