Dieser Chrompolituren-Test beginnt mit einer Überraschung, denn wir testen gar nicht auf Chrom. Warum nicht? Erstens eignen sich die getesteten Chrompolituren nicht nur für verchromte, sondern für alle unlackierten metallischen Oberflächen. Zweitens lässt sich auf gebürstetem, ansonsten unbehandeltem Aluminium optimal herausarbeiten, welche Eigenschaften die Polituren haben. Verchromte Oberflächen sind zu hart, um klar zu erkennen, wie intensiv die Polierwirkung der Metallpolituren ist. Schleifkörper in den Mitteln sorgen für eine abrasive Wirkung. Das bedeutet: Sie tragen die verwitterte, äußere Schicht der Oberfläche ab. (Auch interessant: Autopolituren im Test)

Chrompolituren-Test auf gebürstetem Aluminium

Je abrasiver die Schleifmittel, umso aggressiver wirkt die Politur – und hinterlässt möglicherweise feine Kratzer. Um diese zu erkennen, haben wir etwas Weicheres gewählt: Aluminium mit gebürsteter Oberfläche. Diese imitiert eine verwitterte Oberfläche auf einem Chromteil. Ein perfekt abgestimmtes Produkt trägt die matte, gebürstete Schicht ab und erzeugt nach dem Abpolieren zusätzlich eine hochglänzende, spiegelnde Oberfläche, ohne Kratzer der Schleifmittel zu hinterlassen. Schaffen alle Polituren diesen Spagat? Schon mal vorab: Nein, den meistert nur eine.
Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
1.
Testsieger
Dr. Wack P21S Metall/Alu-Polish
8,48 EUR
sehr empfehlenswert
2.
Preis-Leistungs-Sieger
Sonax Xtreme Metal Polish
11,69 EUR
empfehlenswert
3.
Meguiar's G13005EU NXT All Metal Polish
10,85 EUR
empfehlenswert
4.
Nigrin Performance Metall-Politurpaste
2,91 EUR
empfehlenswert
5.
Nevr Dull Polierwatte für Metalle
7,30 EUR
empfehlenswert
6.
Autosol Edel-Chromglanz
5,64 EUR
empfehlenswert
7.
Swizöl Metal Polish Chrom- und Metallpflege
29,00 EUR
bedingt empfehlenswert
8.
RS1000 Chrompolitur
11,95 EUR
bedingt empfehlenswert
9.
Liqui Moly Chromglanzcreme
8,76 EUR
bedingt empfehlenswert

Spezialisten für verwitterte Flächen: Nevr-Dull & Autosol

Chrompolituren Chevrolet Caprice Classic Station Wagon 5.0  LIQUI MOLY      RS 1000     Swissvax         Meguiar’s        DR. Wack      Sonax     Nevr Dull      Autosol      Nigrin
Helles Licht ist nötig, um die Leistung der neun Metallpolituren zu beurteilen.
Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, sollte man das für die Aufgabe am betsen geeignete Produkt wählen. Beispiel: Auf stark verwitterten, rauen Metalloberflächen kann Nevr-Dull seine Stärken optimal ausspielen. Die lösemittel- und ölgetränkte Watte ist so leicht zu aufzutragen wie kein anderes Produkt und trägt die gebürstete Schicht auf unseren Alu-Testflächen sehr effektiv ab. Zudem erzielt NevrDull den zweitbesten Glanz. Nachteil: Wer die Watte auf neuwertigen Oberflächen mit hohem Anpressdruck anwendet, riskiert feine Kratzer durch den Anteil grober Schleifmittel. Das gilt auch für das Produkt von Autosol, jedoch mit dem Unterschied, dass Nevr-Dull eine glattere Oberfläche mit stärkerem Glanz erzeugt. Nevr-Dull und Autosol sind die Spezialisten für stark verwitterte Flächen.

Schonende Politur mit Sonax und Meguiar's

Wer hingegen eine gut erhaltene, noch recht glatte Oberfläche möglichst schonend pflegen möchte, der liegt mit den Produkten von Sonax und Meguiar's richtig. Ihre Schleifmittel sind mild und schonen die Oberfläche. Sonax erzielt das beste Schleifbild, erzeugt so gut wie keine Hologramme oder Schleifspuren auf dem Testblech. Leicht abgeschwächt gilt das auch für die recht feste Paste von Meguiar's, die etwas schärfer ist. Beide Polituren tragen wenig Material ab. Nachteil: Sie erzeugen auch vergleichsweise wenig Glanz. Das gelingt dem Testsieger von Dr. Wack am besten. Dessen Produkt erzielt den höchsten Glanz. Trotz seiner sehr guten Polierleistung ist das Mittel aber auch oberflächenschonend: Nach Sonax hat die P21S das zweitbeste Schleifbild. Sie ist die einzige Chrompolitur in diesem Testfeld, die sich sowohl für neuwertige als auch für stark verwitterte Oberflächen sehr gut eignet.

So haben wir getestet

Chrompolituren Chevrolet Caprice Classic Station Wagon 5.0
Auf abgeklebte, 5 mal 8 cm große Flächen tragen wir die Produkte auf – genau 30 Sekunden lang, deshalb die Stoppuhr.
Der zusammen mit der KÜS durchgeführte Test fand in einem Fachlabor statt – weniger der speziellen Messgeräte wegen, sondern um helles und gleichbleibendes Licht zur Verfügung zu haben. Das ist entscheidend, um die Schleifbilder und den Oberflächenglanz auf den Testblechen möglichst exakt beurteilen zu können. Auf den aufgeklebten, 5 mal 8 cm großen Testflächen haben wir die Produkte in erbsengroßer Menge aufgetragen, genau 30 Sekunden lang. Dazu benutzten wir die Hilfsmittel, die der jeweilige Hersteller empfiehlt: Polierwatte (Dr. Wack), einen weichen Schaumstoffschwamm (Meguiar's), ein feines Poliervlies (Nigrin, Sonax) oder ein weiches Mikrofasertuch (RS 1000, Liqui Moly, Swissvax). Bei Autosol fehlte diese Angabe, hier haben wir ebenfalls ein weiches Mikrofasertuch verwendet. Bei der öligen Nevr-Dull-Watte ist kein Hilfsmittel nötig. Technische Hilfsmittel wie ein Glanzgradmessgerät kamen nicht zum Einsatz, auf den unlackierten Flächen liefert es keine verwertbaren Ergebnisse. Wohl aber die Augen der Tester: Nach dem Polieren werden alle Flächen auf feine Schleifspuren und auf den Glanz hin untersucht.
Weitere Themen: Poliermaschinen im Test

Fazit

Vor dem Kauf sollte man wissen, in welchem Zustand das zu polierende Teil ist. Wer gut erhaltene Oberflächen pflegen möchte, ist mit den sanft abgestimmten Polituren von Sonax und Meguiar's gut bedient. Für härtere Fälle greift man zu Nevr-Dull oder Autosol, deren Rezepturen abrasiv sind und eine starke Polierwirkung haben. Aber nur eine Politur ist sanft zum Metall und erzeugt trotzdem eine glatte, nahezu kratzerfreie Oberfläche: die P21S Metall-/Alu-Polish von Dr. Wack.