Citroën SpaceTourer im Test

Citroën SpaceTourer: Test

Der Bulli von Citroën im Test

Mit klassischen Markentugenden zielt der Citroën SpaceTourer auf Kunden von Mercedes V-Klasse und VW T6. Der französische Bulli im Test.
Weiche Sitze, schwebender Komfort, innovative Details. Schon früh erarbeitete man sich bei Citroën das Image des luxuriösen und kreativen Außenseiters. Es war die Zeit, bevor bei PSA der Rotstift gezückt wurde und ganze Fahrzeuge von Mitsubishi, Peugeot oder Toyota mithilfe des Markenemblems im Grill zum Citroën geadelt wurden, um anschließend mit hohen Rabatten an den Mann gebracht zu werden. Der SpaceTourer soll so eine Karriere nicht haben.

Die Gegner des Citroën heißen V-Klasse und VW Bus

Großer Komfort auf allen Plätzen: Der SpaceTourer setzt gekonnt auf klassische Citroën-Tugenden.

Der fein gemachte Bulli ist Bruder des Nutzfahrzeug-Trios Citroën Jumpy, Peugeot Expert und Toyota Proace. In der Langversion mit dem 177-PS-Diesel heißen seine Gegner Mercedes V-Klasse und VW T6 . Wenn Sie sich jetzt fragen, warum wir für so einen aufgerüschten Transporter die große Citroën-Geschichte bemühen, kommt hier die Lösung: weil der SpaceTourer im besten Sinne der Citroën in der Bulli-Klasse ist. Schon um den riesigen Innenraum zu entern, reicht ein kleiner Wisch mit dem Fuß unter der Stoßstangenecke, und die große Schiebetür gleitet elektrisch auf. In der Version Business Lounge stehen den Fahrgästen sechs gemütliche Ledersessel zur Verfügung, eine große Mittelkonsole mit Ausklapptisch rückt auf einer Schiene auf Ideal-Position. Große Glasdächer lassen Licht herein, elektrische Jalousien sperren es bei Bedarf wieder aus. Très chic, Citroën, so schafft man Atmosphäre.

Mit dem leisen Diesel trifft man eine gute Wahl

Großer Gleiter: Der kraftvolle Diesel im Bug lässt die SpaceTourer-Passagiere akustisch in Ruhe.

Um Raum zu schaffen, ist dagegen Handarbeit gefragt. Doch auch hier sammelt der SpaceTourer wertvolle Alltagspunkte. Mit einem Griff klappt jeder Sitz zusammen und kann dann mit einem Handgriff herausgenommen werden. Mit rund 32 Kilo entspricht das Gewicht dem eines V-Klasse-Sitzes und bleibt gut acht Kilo unter dem schweren T6-Gestühl. Der wahre Komfortgewinn aber kommt beim Wiedereinbau. Während bei den Deutschen die Ösen der verschiebbaren Schienen mühsam in Position gerückt werden müssen, kann der Citroën-Chauffeur die Hocker einfach reinstellen. Sie suchen sich ihren Weg und rasten ohne Umschweife ein, toll gemacht! Beim Fahren umschmeichelt der 5,30-Meter-Frachter seine Besatzung mit leisen Fahrgeräuschen und hohem Antriebskomfort.
Der kräftige Diesel verrichtet seine Dienste zurückhaltend und liefert dabei genug Kraft. Bei 2000 Touren stehen 400 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung, nur 1750 Touren weiter die Maximalleistung von 177 PS. Eine gute Wahl, zudem auch nur der Topmotor mit Automatik daherkommt. Das sanftmütige Aisin-Getriebe verwöhnt mit weichem Anfahrverhalten und zeigt, dass der klassische Wandler noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung ist.

Sportlichkeit ist dem großen Franzosen-Bus fremd

Allzeit sicher: Das ESP hält den Citroën fest im Zaum, er schiebt allenfalls mal über die Vorderräder.

Auch das Fahrwerk geht auf Kuschelkurs. Fluffig anfedernd filtert der Franzosen-Bulli die meisten Unzulänglichkeiten der Straße geräuschlos weg. Dass dies zusammen mit der etwas gefühllosen Lenkung nicht gerade für große Fahrdynamik steht, ist zu verschmerzen. Das Thema Dynamik sollte man in diesem Segment eh aussparen. Viel wichtiger ist, dass sich der SpaceTourer trotz der weichen Auslegung auch im Grenzbereich nie aus der Reserve locken lässt. Rigoros regelt das ESP, untersteuernd rubbelt der Bus über die Vorderräder zum äußeren Fahrbahnrand. Auch die standfesten Bremsen lassen nichts anbrennen. Verarbeitung und Bedienung sind dagegen nur Durchschnitt, was gegenüber früheren Citroën, bei denen das Radio zwischen den Sitzen lag und sich der Schalter für die Heckscheibenheizung unterm Dach versteckte, schon eine echte Steigerung ist.
Gesteigert hat sich gegenüber seinen Ahnen auch der Preis. Saftige 50.450 Euro werden für die rollende Business-Lounge fällig. Dafür gibt es auch das Original in Form eines VW T6. Der ist dann zwar schlechter ausgestattet, dafür aber noch größer und wertstabiler. Citroën-Fans wird’s egal sein, sie schweben ja bekanntlich eh über den Dingen.
Das Fazit von Malte Büttner: "Die rollende Wohlfühloase SpaceTourer ist eine echte Alternative zur deutschen Premium-Konkurrenz. Komfort und Antrieb verwöhnen, der Preis dafür ist hoch. Am Ende kommt es auf die Angebote der Hersteller-Bank an. Wenn die Leasingraten stimmen, hat der SpaceTourer eine Chance."
AUTO BILD-Testnote: 3+

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