Wir gehen auf die Langstrecke. Mit einem 390 PS starken SUV-Coupé zum großen Kilometerfressen. Das Ziel: 30.000 Kilometer in nur ein paar Monaten. Kein Problem, der Terminkalender ist voll, und auch als Fotografenfahrzeug für Fahraufnahmen scheint der Cupra gut geeignet. Doch nur als Transportmittel und Fotografenauto ist unser neuer 30.000-Kilometer-Testwagen natürlich nicht gedacht.
Wir wollen wissen, wie sich das Auto im ganz normalen Alltag schlägt. Wie schnell einem die Sitzheizung im Winter den Popo heizt, wie sich der Allradler auf Schnee und Eis schlägt, ob so ein Fünfzylinder-Turbo wirklich ein Schluckspecht ist und, und, und…
Cupra Formentor VZ5
Klar, unter Volllast laufen gern mal 20 Liter durch, aber im Mix pendeln wir uns um die zehn Liter ein.

Und so übernehmen wir im November DA-RE 9436, brandneu, 1200 Kilometer auf der Uhr. Direkt geht es auf die ersten Dienstreisen. Einfach herrlich, wenn du früh den Fünfer zündest, beim Kaltstart die Tiefgarage in Wallung bringst und dich dann auf der Autobahn im Cupra-Modus manuell durch das Getriebe kickst. Selbst nach vierstündiger Fahrt kommt keine Langeweile auf, auch nicht nach einer Woche, nicht nach einem Monat. Mit diesem Cupra geht man einfach immer gern auf Tour. Das Ding sieht gut aus, und es passt trotz des flachen Dachs viel hinein.

Formentor nur mit 55-Liter-Tank

Während Vollgas den Verbrauch anfangs leicht auf über 20 Liter treibt und so schnell Kritik am zu kleinen 55-Liter-Tank aufkommt, sinkt der Durst der zweieinhalb Liter Hubraum im normalen Alltag auf knapp über zehn Liter pro 100 Kilometer. Nicht gerade wenig, aber angesichts der gebotenen Leistung und des Tempos, mit dem der Formentor bisher meist bewegt wurde, geht der Wert in Ordnung.
Cupra Formentor VZ5
Perfektes, übersichtliches und hochwertiges Cockpit. Das Infotainment arbeitet wie bei VW etwas zu langsam.

Gut: Der VZ5 fährt am liebsten mit Super Plus, aber auch Super 95 ist möglich. Angesichts der aktuell extrem hohen Spritpreise eine etwas günstigere Alternative.
Nahezu alle Kollegen lobten bisher die vorzüglichen Vordersitze und das für ein SUV-Coupé großzügige Platzangebot im Fond. Auch der Kofferraum mit 420 bis 1475 Liter Ladevolumen gefällt uns. Mit umgeklappten Rücksitzen kann man so auch mal Sperriges transportieren. Kritik gibt es für das zu langsam und launisch arbeitende Bediensystem. Auch bei der im Trockenen tadellos zupackenden Sportbremsanlage hatten wir im Laufe der Zeit ein paar Aha-Erlebnisse.
Cupra Formentor VZ5
Tempo 200 auf der Autobahn ist eine entspannte Reisegeschwindigkeit für den VZ5.

Im Regen ist die Elektronik zu langsam, legt die Bremsbeläge nicht oft genug an die Scheiben, somit bildet sich immer wieder ein Wasserfilm auf den gelochten Scheiben. Beim Bremsen im Nassen tritt man dann erst mal gefühlt auf einen Stein, beim zweiten Tritt verzögert der Cupra aber wieder einwandfrei. Legen wir unter "Jammern auf hohem Niveau" ab. 

Audi Fünfzylinder perfekt

Drift-Mode? Funktioniert! Das haben wir bei unserem Wintertest ausprobiert. Motor? Der von Audi übernommene Fünfzylinder passt perfekt zum Formentor. Trotz seines hohen Gewichts geht es souverän voran, der Sound ist einfach der Hammer. Für diesen Beat fährt man gern noch mal eine Ehrenrunde auf dem Weg ins Büro.
Cupra Formentor VZ5
Audis Sahnemotor passt perfekt zum Formentor. Macht Gänsehaut und schiebt ordentlich an.

15.000 Kilometer haben wir schon geschafft, ohne einen einzigen Strafzettel zu kassieren, dafür mit jeder Menge Maut-Aufkleber auf der Windschutzscheibe – und natürlich viel Fahrfreude. Hoffen wir mal, dass das so bleibt und die zweite Halbzeit auch so schöne Formentor-Momente liefert.

Technische Daten und Preis: Cupra Formentor VZ5

• Motor R5, Turbo, vorn quer
• Hubraum 2480 cm3
• Leistung 287 kW (390 PS) bei 5700-7000/min
• max. Drehmoment 480 Nm bei 2250- 5700/min
• Antrieb Allrad/Siebengang-Doppelkupplung
• L/B/H 4450/1839/1528 mm
• Leergewicht 1683 kg
• Kofferraum 420–1475 l
• 0–100 km/h 4,2 s
• Spitze 250 km/h
• Verbrauch 9,3 l SP/100 km
• Preis ab 62.700 Euro

Fazit

Bilanz nach den ersten 15.000 Kilometern: viel Fahrspaß, vielseitiges Fahrwerk, viel Platz, gutes Reiseauto, kann sogar gemütlich. Dazu perfekte Sitze mit Seitenhalt und Langstrecken-Qualitäten. Der Verbrauch hält sich gerade so noch in Grenzen.