Cupra Leon Sportstourer VZ Extreme e-Hybrid: Langzeittest
Cupras kompakter Hybrid-Kombi überrascht positiv

Mit größerer E-Reichweite, höherer Ladeleistung und ausgiebigem Feinschliff an Optik, Technik und Funktion schickt Cupra den Leon Sportstourer VZ Extreme e-Hybrid in unseren Langzeittest. Erste Bilanz nach rund 8000 Kilometern.
Bild: Lena Willgalis
Wenn sie AUTO BILD SPORTSCARS regelmäßig verfolgen, dann wissen Sie: Um Plug-in-Hybride machen wir auf der Langstrecke meist einen großen Bogen. Nicht weil wir die Technik per se verneinen, sondern eher, weil sie einfach nicht zum Anforderungsprofil Autobahn passt.
Allerdings gab es in 2024 kaum einen anderen Antrieb im Leon-Sortiment, der so sehr vom Lifting profitiert hat wie eben die Plug-in-Hybride. 9,3 kWh mehr Energie, entsprechend mehr E-Reichweite und neuerdings sogar die Option zum Gleichstrom-Laden mit bis zu 50 kW haben uns dann doch neugierig gemacht. So neugierig, dass uns der Cupra Leon Sportstourer VZ Extreme 1.5 e-Hybrid nun doch im Langzeittest begleitet.
Und dabei vom Start weg vor allem Lob einfährt. Denn neben der erhöhten E-Reichweite wurde auch aufseiten des Verbrenners aufgestockt. Der einst 150 PS starke 1,4-Liter musste seinen Platz zugunsten eines 1.5 TSI mit 177 PS räumen. In Kombination mit dem bis zu 116 PS starken E-Motor ergibt das durchaus stramme 272 PS, die hier im System anreißen.
DC‑Laden im Praxischeck
Besonders gespannt waren wir auf das Gleichstrom-Laden, das unter Plug-in-Hybriden so langsam die Runde macht. Cupra gibt die Ladezeit von 10 auf 80 Prozent mit 26 Minuten an. Unser Versuch, der eher einer Ladung von 15 auf 100 Prozent entsprach, dauerte gut 31 Minuten.

Cupra-typisch, hübsch und praktisch: kupferfarbene Zierelemente, Virtual Cockpit und "Supersport"-Multifunktionslenkrad.
Bild: Lena Willgalis
Grundsätzlich startet der Cupra e-Hybrid elektrisch, der Verbrenner springt spätestens ab 130 km/h an, wobei das Einkuppeln in den Fahrbetrieb meist sehr sanft und unmerklich klappt. Wer während der Fahrt Energie rekuperieren will, kann dies in drei Stufen einstellen. In höchster Stufe (One-Pedal-Drive) ist die Bremswirkung dann sehr kräftig. Kehrseite: Durch die Rekuperationsfunktionalität wechselt das Pedalgefühl auf der Bremse.
Fahrzeugdaten | Leon Sportstourer VZ Extreme e-Hybrid |
|---|---|
Motorbauart | R4, Turbo + E-Motor |
Einbaulage | vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 |
Hubraum | 1498 cm3 |
Bohrung x Hub | 74,5 x 85,9 mm |
Energieinhalt brutto/netto | 25,8/19,7 kWh |
kW (PS)/Nm (Verbrenner) | 130 (177)/250 |
kW (PS)/Nm (E-Motor) | 85 (116)/k. A. |
kW (PS)/Nm (System) | 200 (272)/400 |
Getriebe | 6-Gang-Doppelkupplung |
Antriebsart | Vorderrad |
Reifengröße | 235/35 R 19 |
Reifentyp | Hankook Ventus S1 Evo3 |
Maße L/B/H | 4657/1799*/1463 mm |
Radstand | 2686 mm |
Leergewicht/Zuladung | 1681/469 kg |
Kofferraumvolumen | 470-1450 l |
0-100 km/h | 7,1 s |
Höchstgeschwindigkeit | 229 km/h |
WLTP-Verbrauch/100 km | 1,5 l S + 13,4 kWh |
Grundpreis | ab 58.585 € |
Deutlich harmonischer verläuft es da schon in umgekehrter Richtung. Sobald E-Modus und Benziner zusammenarbeiten, schwillt der Hubraum gefühlt um 50 Prozent an. Die Symbiose der beiden Antriebe gelingt weitestgehend unmerklich. Der Einsfünfer klingt überraschend kernig, aber niemals angestrengt. Und so ist man auf der Autobahn ebenso souverän wie anhaltend im höheren Geschwindigkeitsbereich unterwegs.
Verbrauch auf Langstrecke
Denn wenn der Akku nur gelegentlich dazuboosten muss, reicht er auch locker eine Tankfüllung weit. Der Verbrauch stellt sich dann meist bei rund sieben Litern pro 100 Kilometer ein.

Trotz Hochvolt-Akku im Unterboden bleiben noch immer ausreichende 470 bis 1450 Liter Kofferraumvolumen.
Bild: Lena Willgalis
Neben dem neuen Antrieb inklusive des tadellosen Doppelkupplungsgetriebes hat sich der Leon auch optisch gemausert. Mit seinen drei charakteristischen Tagfahrlichtern und dem Sharknose-Stoßfänger wirkt er jetzt etwas aggressiver. Im Inneren gefällt die überarbeitete Bedienung, das Infotainment arbeitet nun schneller und cleverer.

Kurzstopp in Rimini: Der Leon VZ Extreme kann Langstrecke gut, aber der Tank ist mit 40 Litern definitiv zu klein.
Bild: AUTO BILD
Erste Kritik betrifft vor allem die sehr straffen Cup-Supersport-Sitze, die auf langen Strecken dann doch etwas besser gepolstert sein könnten. Wobei diese Strecken in der Regel ja auch nur 450 Kilometer lang sind. Sehr viel mehr lässt der gerade einmal 40 Liter große Tank selten zu. An der Beliebtheit des Cupra Leon Sportstourer ändert das bislang jedoch noch nichts.
Fazit
Wer hätte das gedacht? Am Ende beschneidet weniger der Akku die Langstreckentauglichkeit des Cupra Leon Sportstourer VZ Extreme 1.5 e-Hybrid, als vielmehr sein kleiner Tank. Davon abgesehen funktioniert das Antriebsgespann wirklich stimmig und ausgewogen, die E-Reichweite ist auch in der Praxis gut nutzbar. Und auch sonst halten sich etwaige Schwächen bislang eher bedeckt.
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