Mein alter Kombi ist ein Auto wie ein Schweizer Taschenmesser. Ich habe ihn schon als Bautransporter, als Partytaxi, selbst als Camper genutzt. Und weil mir neuere Kombis oder SUV von innen viel zu eng oder zu edel (und Busse zu teuer) sind, um dort eine Matratze, Bauholz oder meine Freunde einzuladen, habe ich meinen 21 Jahre alten Alleskönner einfach behalten. "So was wird heute nicht mehr gebaut", meinte ich immer stolz. Und dann traf ich auf den Dacia Jogger.

Teils Minivan, teils SUV, teils Kombi – und das alles für unter 22.000 Euro. Ich war skeptisch, ob das funktionieren könnte – doch schon bald merkte ich: Es klappt tatsächlich. Der Innenraum wirkt robust und ist geräumig – auch wenn die dritte Sitzreihe eher für Kinder ist. Wenn man sie mit wenigen Handgriffen ausgebaut hat, bleibt ein riesiger Kofferraum. Klappt man Reihe zwei auch noch um, wird er fast zu einem Tiny House. Langstrecken kann der Jogger auch: Selbst bei höheren Geschwindigkeiten läuft er absolut spurtreu, sicher und komfortabel. Die Sitze sind gemütlich, und dank Android Auto sowie Apple CarPlay ist das Infotainment total flexibel.
Dacia Jogger
Der Innenraum des Jogger bietet viel Platz, Variabilität und anständige Verarbeitung.

Der kleine Einliter-Dreizylinder unter der Haube sorgt zwar nicht für Adrenalinschübe, macht den Jogger dank Turbounterstützung bei Überholvorgängen aber zum Sprinter – und unsere Flüssiggas-Version protzt mit enormer Reichweite und günstigen 6,2 Liter LPG auf 100 Kilometer. Win-win! Es gibt sie also doch noch. Die Multitools unter den Autos.

Der Dacia Jogger im AUTO BILD-Dauertest

Dauertest-Start: 28. Juli 2022
Preis des Testwagens mit Extras: 21.500 Euro
Bisher gefahren: 4242 km
Testverbrauch: 7,1 l S/100 km
Top: Viele clevere Details im Innenraum, große Reichweite dank zusätzlichem LPG-Tank, tolles Reiseauto.
Nicht so gut: Das Fahrwerk ist auf unebener Strecke etwas zu schaukelig, die dritte Sitzreihe etwas schwer zu erreichen.

Von

Lars Golly