Dakar: Königin der Wüsten-Rallyes
40 Jahre Abenteuer, Triumph und Tragödie

Die Rallye Dakar wird in diesem Jahr bereits zum 40. Mal ausgetragen. Wir blicken zurück auf die Geschichte der Rallye, die prominenten Fahrer und mysteriösen Anekdoten.
- Michael Zeitler
Wenn dir das Leben eine Zitrone verpasst, dann mach Limonade draus. Es muss eine so positive Lebenseinstellung wie diese sein, die Thierry Sabine zum Erfinder eines der spektakulärsten und bekanntesten Rennens der Welt macht. Der Franzose strandet 1977 bei der Rallye Abidjan (von der Elfenbeinküste nach Nizza) in der Wüste Afrikas. Statt zu verzagen, kommt ihm DIE Idee: Eine Rallye quer durch die Sahara, von Frankreich bis in die Hauptstadt Senegals, Dakar.
170 Abenteurer machen sich 1978 auf. Alain Génestier (Range Rover) ist in der Autowertung der erste Sieger in der Geschichte. 40 Jahre später ist die Rallye Dakar nicht nur die bekannteste Wüsten-Rallye, sie lockt auch diverse Prominente an. Jacky Ickx gewinnt 1983 auf einem Mercedes 280 GE zusammen mit dem Schauspieler Claude Brasseur als Beifahrer. Aus der Politik sind 1985 Prinz Albert von Monaco (in der Autowertung) und Schwester Caroline von Monaco (in der Truck-Wertung) dabei. Und der Gesamtweltcupsieger der Alpinen Skiherren von 1997, Luc Alphand, trägt sich 2006 mit einem Mitusbishi Pajero in die Siegerliste ein.

Mit 13 Erfolgen ist Peterhansel der Dakar Rekordsieger
Der Wüsten-Schumi ist Stéphane Peterhansel. 2018 jagt er bereits seinen 14. Gesamtsieg. Sechs Mal gewann er mit dem Motorrad, sieben Mal schon mit dem Auto. Nur Hubert Auriol und Nani Roma konnten ansonsten auf zwei und vier Rädern triumphieren. In der Autowertung ist Ari Vatanen mit vier Siegen hinter Peterhansel Zweiter. Die erfolgreichste Automarke ist Mitsubishi (zwölf Siege), vor Peugeot (sechs).

2001 gewann Kleinschmidt als erste Deutsche die Dakar
Jutta Kleinschmidt blickt im Interview auf ihren Dakar-Erfolg zurück: Hier nachlesen
2008 wurde die Rallye nach Terrordrohungen abgesagt. Ein Jahr später zog sie dann aus Sicherheitsgründen nach Südamerika um, wird seither auf Strecken in Argentinien, Bolivien, Chile und Peru ausgefahren. Herzstück sind je nach Streckenführung die Sandetappen in der peruanischen Ica-Wüste oder der großen Atacama-Wüste entlang der Pazifikküste in Peru und Chile.
Es gibt auch zahlreiche Kritiker an der Veranstaltung. 67 Menschenleben hat die Rallye Dakar schon gefordert, darunter das von Gründer Thierry Sabine, der bei einem Kontrollflug mit dem Hubschrauber in einen Sandsturm geriet und abstürzte. Die deutsche Rallye-Legende Walter Röhrl meint: „Die Dakar hat mit dem Rallye-Sport nichts zu tun. Sie ist etwas für mehr oder weniger Verrückte.“
Service-Links